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Modeverbände kritisieren Mondpreis-Praktiken in FOC

Veröffentlicht am
today 04.10.2019
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Die Handelsverbände der deutschen Modeindustrie nehmen Stellung zu Medienberichten, wonach in Factory Outlet Centern (FOC) neben Alt- und B-Ware sowie Restposten angeblich auch Bekleidung und Schuhe minderer Qualität angeboten werden sollen. Aktuell haben dies u.a. Recherchen des Senders RBB Designer Outlet Berlin ergeben. 

Blick auf das betroffene Designer Outlet Berlin. - McArthurGlen/Screenshot


Die dortige Ware wird anscheinend speziell für den Verkauf im FOC produziert und hat demnach keinesfalls den Wert des angegebenen ursprünglichen Preises. 

Die Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) sehen in diesen angeblichen Praktiken eine unzulässige Täuschung der Verbraucher im Hinblick auf Qualität und Preis der angebotenen Produkte. 

Zudem führe ein solches Vorgehen zu einer rechtlich bedenklichen Verzerrung des Wettbewerbs zwischen FOC und den Fachgeschäften und Warenhäusern und ist natürlich auch wettbewerbsrechtlich verboten, sollte dieser sogenannte "Mondpreis" so nicht vorher im Markt verlangt worden sein.

So würden außerdem auf unzulässige Weise Kundenströme und Umsätze vom betroffenen, meist innerstädtischen Handel in die FOC umgelenkt.

Normalerweise sollen in FOC jedoch lediglich Alt- und B-Ware sowie Restposten verkauft werden. 

Vor diesem Hintergrund fordern BTE, BDSE und BLE, dass Bau- und Betriebsgenehmigungen sowie Mietverträge in FOC lediglich den Verkauf von Alt- oder B-Ware sowie Restposten erlauben dürfen.

Ausdrücklich verboten werden sollte in den Genehmigungen der Verkauf von Ware, die eigens für das FOC produziert wurde, um die Gefahr von "Mondpreisen" zu minimieren, heißt es seitens der Verbände.

Die zuständigen Kommunen und FOC-Betreiber müssten die Einhaltung obiger Forderungen mindestens einmal jährlich durch kompetente unabhängige Warenspezialisten überprüfen lassen.

Vertraglich vereinbarte Strafzahlungen könnten z.B. zur Förderung des Stadtmarketings an die Kommunen im Einzugsbereich des FOC fließen.

Aktuell haben BTE, BDSE und BLE laut eigenen Angaben 15 Kommunen, in deren Zuständigkeitsbereich ein FOC angesiedelt ist, angeschrieben und Auskunft über Vorgaben zu den FOC-Genehmigungen und -Mietverträgen und deren konkrete Überprüfung erbeten.

Über das Ergebnis wollen die drei Handelsverbände im Anschluss informieren und möglicherweise weitere Schritte einleiten.