Moncler stellt Top-Linien ein und Designer Valli und Browne verlassen das Unternehmen

Italiens Marke Moncler, bekannt für die luxuriösen Pufferjacken, hat am Montag eine Strategieänderung angekündigt und wird seine beiden Top-Catwalk-Linien Gamme Rouge und Gamme Bleu einstellen. Der Grund dafür liege darin, dass führende Modehäuser durch jüngere, digital versierte Modekunden verstärkt unter Druck geraten würden.

Thom Browne - Archiv

"Die Gruppe muss sich verändern und sich neuen Horizonten öffnen", sagte Chief Executive Remo Ruffini in einer Erklärung.

Moncler teilte mit, dass die Ready-to-Wear-Laufsteg-Kollektionen Gamme Rouge und Gamme Bleu, die in diesem Jahr während der Modewochen in Paris und Mailand präsentiert wurden, nun eingestellt würden.

Die Designer Giambattista Valli und Thom Browne verlassen das Unternehmen ebenfalls, um ihre eigenen Marken voranzubringen, so Moncler.

Moncler hat die neue Strategie nicht näher erläutert. In den letzten Jahren sind die Marke und ihre Mitbewerber aber zunehmend unter Druck geraten, den Kunden im Laufe eines Jahres mehrere Kollektionen anzubieten, einschließlich limitierter und exklusiver Capsule Kollektionen.

Traditionsgemäß haben Modehäuser nur zwei Kollektionen pro Jahr (Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter) präsentiert. Doch mit der jüngeren Kundschaft, die bis 2025 voraussichtlich fast die Hälfte der 290 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 250 Mrd. Euro) teuren Luxusindustrie ausmachen werden, müssen sich die Modehäuser laut dem Beratungsunternehmen Bain & Co. schneller bewegen und sich auf den E-Commerce konzentrieren.

Monclers Boutiquen werden als Veranstaltungsorte für häufigere Markteinführungen von neuen Designs dienen, sagte Ruffini der "Financial Times" gegenüber. Ruffini trug dazu bei, das in den 1950ern als klassische Skimode-Marke in den französischen Alpen gegründete Haus in ein trendiges Mode-Label zu verwandeln. Er stieg 2003 in das Unternehmen ein und brachte es im Dezember 2013 an die Mailänder Börse.

Die Moncler Aktien sind in diesem Jahr um fast 40 Prozent gestiegen, im Einklang mit dem französischen Luxuskonzern LVMH.

Das Haus Moncler, dessen Pufferjacken mehr als 1.000 Euro kosten können, sagte im Oktober, dass man an "wichtigen Projekten" arbeite, nachdem die Umsätze in den ersten neun Monaten um 15 Prozent höher als erwartet ausfielen.

Der Umsatz des Konzerns lag 2016 bei über einer Milliarde Euro und wird in diesem Jahr laut Erwartungen weiter wachsen.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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