Moschino und die schillernde Welt des Teleshoppings

Moschino bot seinem Publikum am Donnerstagabend in Mailand eine lustvolle Reise in die zauberhafte Welt der Gameshows und des Teleshoppings. Als sich der große schwarze Vorhang zu Beginn lüftete, enthüllte er ein riesiges Studio mit glamourösen, schillernden Kulissen, das schon bald von einer Horde kitschiger Blondinen gestürmt wurde.


Herbst-/Winterkollektion 2019/2020 Moschino - Instagram

In der Mitte thronte ein funkelnder Ferrari, umgeben von Sets, die kitschiger nicht sein konnten: Tiefblauer Himmel mit Kunstrasen für den Rasenmäher, Grünpflanzen, Blumentapeten und ein alter Lampenschirm für den TV-Schrank, goldene Fliesenwand für den Spielautomaten, aber auch Staubsauger, Fitnessgeräte und viele andere mehr!

Der Kreativdirektor des italienischen Modehauses, Jeremy Scott, ließ seiner Fantasie freien Lauf und verfiel an verschiedenen Stellen in einen kitschigen, manchmal gar trashigen Stil. Alles künstlich, hässlich und übertrieben. Von überdimensionierten Haartürmen mit funkelnden Diamanten bis hin zu "Over the Top"-Outfits.

Veraltet und geschmacklos, so auch die mit Edelsteinen besetzten goldenen Mäntel, die mit goldenen Strasssteinchen besetzten Etuikleider mit großen Schleifen oder auch das kurze Bustierkleid und Anzüge aus einem Stoff mit riesigem Dollarnoten-Print. Aber auch die maßlos eingesetzten Felle, so ein unendlich langer weißer Fuchspelzkragen, der bis zu den Füßen hinunterreichte.


Herbst-/Winterkollektion 2019/2020 - Moschino/Instagram

Auch Verpackungsdesigns von Haushaltsprodukten (Waschmittel, Cornflakes usw.) wurden in den Motiven zahlreicher enganliegender Outfits aufgenommen, wie auch für elegante, pailletten- und kristallbesetzte Sportanzüge.

Doch auch die Accessoires kamen – wie immer bei Moschino – nicht zu kurz: Handtaschen in Dollarnotenform, aber auch Zahnpastatuben, Waschmittelflaschen, Haartrockner und Spielautomaten.

Zum Abschluss kehrten die jungen Damen zu den Ständen zurück, wo sie hin- und herstolzierten, um uns ihren Plastikschund schmackhaft zu machen, während Jeremy Scott eine Runde drehte, bevor er sich hinter das Steuer des Ferraris klemmte.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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