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Veröffentlicht am
22.09.2017
Lesedauer
2 Minuten
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Multi-Milliardärin Bettencourt im Alter von 94 Jahren gestorben

Von
DPA
Veröffentlicht am
22.09.2017

Die L'Oréal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt ist tot. Sie sei in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 94 Jahren gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Bettencourt war laut US-Magazin Forbes mit einem Vermögen von aktuell 44,7 Milliarden US-Dollar (37,4 Milliarden Euro) die reichste Frau der Welt. Auf der Superreichenliste der Zeitschrift stand sie auf Platz 14.


L'Oréal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt machte viele Schlagzeilen in der Klatschpresse. - AFP


Vom Butler abgehört, von falschen Freunden ausgenommen und schließlich auf Drängen der Tochter hin entmündigt: Die L'Oréal-Erbin und Milliardärin Liliane Bettencourt wurde im hohen Alter zu einer tragischen Figur. Statt im Kreise ihrer Familie eine unbeschwerte Zeit zu genießen, musste sie sich in ihren letzten Jahren viel mit der Justiz herumschlagen. 

Konzernchef Jean-Paul Agon reagierte mit "unendlicher Traurigkeit" auf den Tod der Erbin. Bettencourt habe stets auf L'Oréal und die Mitarbeiter aufgepasst.

Bettencourt stand lange im Mittelpunkt von Affären, die in Frankreich viele Schlagzeilen machten. Im August 2016 war ihr langjähriger Vertrauter François-Marie Banier laut Tageszeitung "Le Monde" von einem Berufungsgericht zu vier Jahren Haft auf Bewährung und 375.000 Euro Strafe verurteilt worden. Dem Jetset-Fotografen war vorgeworfen worden, die Demenzerkrankung von Bettencourt für sich ausgenutzt zu haben. Sie stand seit 2011 unter Vormundschaft ihres Enkels.

Lange hielt sich der Verdacht, dass aus ihrem Haus illegale Wahlkampfspenden in die Politik geflossen sein könnten. Der frühere Wahlkampfmanager des Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy, Eric Woerth, war freigesprochen worden. Ihm war in der Affäre vorgeworfen worden, Schwarzgeld für Sarkozys Wahlkampf 2007 angenommen zu haben. Sarkozy amtierte von 2007 bis 2012. In der scheinbar endlosen Justizsaga gab es laut AFP erst am Donnerstag ein neues Urteil. Fünf Journalisten wurden von einem Gericht in Bordeaux vom Vorwurf der Verletzung der Privatsphäre freigesprochen, ein früherer Bettencourt-Butler, der heimlich Gespräche aufgenommen haben soll, sei strafrechtlich nicht verantwortlich.

Kurz vor Bettencourts 89. Geburtstag im Jahr 2011 verfügte ein Gericht die Entmündigung der L'Oréal-Erbin, ihr Enkel Jean-Victor Meyers wurde zum Vormund bestellt. "Sie wollen mich einsperren", hatte die Seniorin zuvor einer Zeitung erklärt und gedroht, im Fall der Entmündigung auszuwandern. Es war ihr letztes öffentliches Aufbegehren.

Die großen Verdienste der reichsten Frau Frankreichs waren angesichts der vielen Affären in den Hintergrund gerückt. Dazu gehört die 1987 gegründete Stiftung Bettencourt Schueller, die Wissenschafts- und Kulturprojekte fördert, aber vor allem ihr Einsatz für den Kosmetikkonzern. Bettencourt war Tochter des Gründers von L'Oréal, Eugène Schueller. Die Familienholding hält etwa 33 Prozent der Unternehmensanteile.Das weltweit agierende Unternehmen beschäftigte nach eigenen Angaben zuletzt 89 300 Menschen und machte 25,8 Milliarden Euro Umsatz. Mittlerweile wird es von den nachfolgenden Generationen kontrolliert.

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