N Brown: Wachstumstreiber Simply Be und Zusammenarbeit mit Zalando

"Gute Ergebnisse in einem schwierigen Marktumfeld", so der Grundton aus der Quartalskonferenz von N Brown am Dienstag. Der Mutterkonzern von JD Williams, Simply Be und Jacamo veröffentlichte höhere Umsatzzahlen in verschiedenen Sparten, wie auch in der Region USA. Außerdem informierte der Konzern über ein neues Partnerschaftsabkommen mit dem Online-Modehändler Zalando.


JDWilliams


Das Unternehmen erklärte sich bereits im Vorfeld zufrieden mit den Fortschritten, die im Bereich Handelspartnerschaften erzielt wurden. Diese seien "ein zentraler Wachstumsbaustein". Das jüngste Abkommen mit Zalando betrifft die Marken Simply Be und Jacamo, die in Zukunft über das Onlineportal in 15 Ländern erhältlich sein werden.

Für den britischen Online- und Katalog-Versandhändler N Brown bedeuten diese Entwicklungen, dass sich das Unternehmen angesichts der schwierigen Marktbedingungen sehr gut hält. Dennoch schnitten einige Geschäftsbereiche weniger gut ab und die Margen wurden durch Werbeausgaben geschmälert. Der Umsatzerlös stieg im dritten Quartal insgesamt um 2,7 Prozent (Stichtag: 6. Januar), innerhalb des Konzerns variierten die Leistungen je nach Sparte jedoch stark.

WACHSTUMSTREIBER UND INTERNATIONALE ENTWICKLUNG 

Die drei wachstumsstärksten Marken JD Williams, Simply Be und Jacamo konnten ihren Umsatz um 7,3 Prozent steigern, im Onlinehandel ergab sich ein Plus von 9 Prozent. Das liegt zwar nicht über den Erwartungen, bleibt jedoch eine ansehnliche Leistung.

Bei den Marken der Kategorie "Secondary" sank der Umsatz um 8,4 Prozent und in der Sparte "Traditional" konnte ein 3,9 prozentiges Wachstum erzielt werden. Der Erlös aus Finanzdienstleistungen (Ertrag aus dem Verkauf von Waren auf Kredit) lag 4,6 Prozent höher als im Vergleichsquartal. Der aktive Kundenstamm wuchs in den vergangenen zwölf Monaten um 4,7 Prozent. Das Unternehmen hält an seinen Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr fest.

Interessant ist, dass das Unternehmen sich trotz Fokus auf Großbritannien international sehr erfreulich entwickelt. In den USA fand N Brown auf den Wachstumspfad zurück und erzielte auf wertneutraler Basis ein Plus von 22 Prozent, real ergab sich ein Anstieg um 19 Prozent.

Die neue Marketingstrategie für den US-Markt, mit stärkerem Einbezug von Influencern "funktioniert gut", das Unternehmen erwartet in diesem Bereich gar eine Leistungssteigerung. Auch das Projekt "Global Ship Anywhere" für den weltweiten Versand, das bis Ende Geschäftsjahr umgesetzt sein soll, ist auf gutem Wege, dieses Ziel zu erreichen. Das dürfte im internationalen Bereich kombiniert mit dem Übereinkommen mit Zalando zu weiterem Wachstum führen.

CEO Angela Spindler erklärte, sie sei mit den Ergebnissen "zufrieden", auch wenn das Gesamtwachstum von 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 5,9 Prozent liege. "In der Weihnachtssaison brachen wir erneut Umsatzrekorde", was angesichts der Ergebnisse vieler Konkurrenten ein Lichtblick ist.

MODE FÜR DAMEN UND HERREN
Zentraler Wachstumsträger im dritten Quartal war das Label Simply Be mit einem Umsatzplus von 14,5 Prozent. Durch diese Performance konnte das Unternehmen sein Wachstum in der "Power Brands"-Gruppe auf über 7 Prozent bringen, da JD Williams mit Mode für reife Frauen den Umsatz nur um 3 Prozent steigerte und das Menswear-Label Jacomo um 4,6 Prozent.

Insgesamt schnitt die Menswear mit einem Gesamtanstieg um 4,1 Prozent besser ab als die Womenswear mit 0,7 Prozent. Im Bereich Schuhe und Accessoires lag das Wachstum bei stolzen 9,6 Prozent.


Simply Be


Bei der Womenswear waren nicht zuletzt die Sparten "Secondary" und "Traditional" für das schwache Ergebnis verantwortlich. Doch die Marken der Gruppe "Power Brands" schnitten überdurchschnittlich gut ab. Simply Be habe die Erwartungen übertroffen und der Relaunch von JD Williams sei ein Erfolg gewesen. Das Label habe 12 Prozent mehr Neukunden anwerben können und "erhielt von bestehenden JD Williams-Kunden überaus positive Rückmeldungen".

HÖHEN UND TIEFEN

Dennoch gab es im vergangenen Quartal auch einige Misstöne. Im Rahmen der bereits früher angekündigten Strategie zur Vereinfachung des Markenangebots wurden über 50-jährige Kunden der Marke mit dem JD Williams-Marketingprogramm konfrontiert.
 
Das Programm habe "gemischte Reaktionen erzielt, da einige dieser Kunden tendenziell traditionellere Mode bevorzugen". Dies habe sich auf die Kennzahlen des aktiven Kundenstamms und die Womenswear-Ergebnisse ausgewirkt.

Auch bei den "Secondary Brand"-Marken war nicht alles im grünen Bereich. Das größte Label dieser Gruppe, Fashion World, musste Umsatzverluste im hohen einstelligen Bereich hinnehmen, da N Brown Marketinginvestitionen für die "Power Brands" aufwendete.

Der Umsatz von Figleaves sank "wie erwartet", da sich das Label mitten im Turnaround befindet und von einem neuen Managementteam geführt wird. Doch das Unternehmen gab sich hinsichtlich des langfristigen Erfolgs des neuen Konzepts zuversichtlich. Das Wachstum in der Sparte "Traditional" war nicht zuletzt der Marke Ambrose Wilson zu verdanken, die an die positive Entwicklung im ersten Halbjahr anknüpfen konnte.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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