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Veröffentlicht am
09.11.2017
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Neue Berichte der Clean Clothes Campaign dokumentieren Armutslöhne in Osteuropas Fashion Industrie

Von
DPA
Veröffentlicht am
09.11.2017

In ihrem heute veröffentlichten Bericht "Europas Sweatshops" prangert die Clean Clothes Campaign schwere Missstände in den Produktionsstätten internationaler Modekonzerne in Ost- und Südosteuropa an. Die Befragung von mehr als 110 ArbeiterInnen in Schuh- und Modefabriken in Ungarn, Serbien und der Ukraine offenbart, das viele nicht einmal den ohnehin niedrigen Mindestlohn verdienen. Für die Modekonzerne stellen die Länder Ost- und Südosteuropa ein Billiglohnparadies dar. Viele werben mit "Made in Europe" und suggerieren, in Europa würde "fair" hergestellt. Doch viele der 1,7 Millionen ArbeiterInnen in den Bekleidungsfabriken leben in Armut, sind überschuldet, überarbeitet und krank infolge der gesundheitsschädlichen Arbeiterbedingungen.

Die Hauptprofiteure vom Billiglohnsystem in der Region sind internationale Modekonzerne. - YouTube


Europas Sweatshops bieten billige und doch erfahrene und qualifizierte Arbeitskräfte. Damit Arbeiter Existenzlöhne erhalten, müssten ihre Gehälter vier bis fünf mal höher sein. Die Folgen sind gravierend. "Manchmal haben wir einfach nichts zu essen", berichtete eine interviewte Arbeiterin einer ukrainischen Bekleidungsfabrik, die für in Deutschland beheimatete Marken des mittleren Preissegments näht.

Eine Arbeiterin aus Ungarn berichtete: "Unser Lohn reicht gerade, die Rechnungen für Strom, Wasser und Heizung zu bezahlen."

Viele der Interviewten beklagen darüber hinaus Hitze und gefährliche Chemikalien, sehr schlechte hygienische Bedingungen, unbezahlte und unerlaubte Überstunden und respektlose Behandlung durch Manager. Es herrsche durchgängig eine Atmosphäre der Einschüchterung und ständigen Drohung mit Kündigung und Verlagerung.

Die Hauptprofiteure vom Billiglohnsystem in der Region sind internationale Modekonzerne, die oft in Deutschland ihren Sitz haben. Die Fabriken der Interviewten produzieren u.a. für Benetton, Esprit, Geox, Triumph und Vero Moda. Die Clean Clothes Campaign fordert die Unternehmen auf, existenzsichernde Löhne zu zahlen und gemeinsam mit den Zulieferfabriken die aufgedeckten Missstände zu beseitigen.

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