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New York Fashion Week: Liebling, wir haben die Season geschrumpft

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
06.02.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Vor einem Jahr übernahm Tom Ford den Vorsitz des Council of Fashion Designers of America, während die Branche den Beginn einer neuen Ära für die amerikanische Mode einläutete.


Ein Look von Omar Salams Sukeina


Ford versprach eine deutlich internationalere Herangehensweise, mehr Unterstützung für junge Designer und eine weitaus prägnantere Saison. Doch 12 Monate später, während Redakteure, Händler und Influencer für die Herbst/Winter-Kollektionen 2020/21 nach New York reisen, ist die ganze Saison auffallend geschrumpft und viele große Namen fehlen; angefangen bei Tom Ford selbst, der am Freitagabend, dem allerersten Tag der New Yorker Womenswear Season, seine neueste Show in Los Angeles präsentieren wird.

Darüber hinaus erstreckt sich die New Yorker Modewoche trotz seiner Bemühungen in ihrem derzeitigen kombinierten Format nun über 10 Tage; von Montag, dem 3. Februar, mit Menswear-Präsentationen bis zum Mittwoch, dem 12. Februar, und findet ihren Höhepunkt – mittlerweile Tradition – mit einer Abschluss-Show von Marc Jacobs.

Bemerkenswert ist, dass die vier traditionell größten Modehäuser, die in New York von amerikanischen Designern gegründet wurden – Ralph Lauren, Donna Karan, Calvin Klein und Tommy Hilfiger – ebenfalls nicht anwesend sein werden. Immerhin veranstaltet Hilfiger noch eine Show, allerdings in London, wenn das All-American-Talent seine neueste See Now Buy Now-Show während der britischen Runway-Saison inszeniert.

Auch weitere große Namen fehlen. Darunter Jeremy Scott, der jetzt während der Pariser Couture-Saison auftritt; es wird spekuliert, dass er sich darüber ärgert, dass Ford seine Show für denselben Abend wie die von Scott geplant hatte. Ebenfalls abwesend sind Kerby Jean-Raymond von Pyer Moss, der eine Saison überspringt, während er versucht, seine Kollektionen auf eine neue Art und Weise zu enthüllen, sowie  Tomo Koizumi – die Kultshow im September.

Die Stadt rechnet außerdem mit einem enormen Rückgang der Besucherzahlen seitens chinesischer Käufer, Stylisten und Redakteure aufgrund des Coronavirus. In Mailand erwartet die Camera della Moda bei der am 19. Februar stattfindenden Modewoche rund 1.000 weniger chinesische Besucher. Die chinesischen Modehäuser Angel Chen, Ricostru und Hui haben wegen des Virus ihre Laufstegschauen auf der Mailänder Modewoche abgesagt.


Fenty Release 2-20


Dennoch hat New York noch immer einige wichtige Akteure – vor allem in seiner Hauptdisziplin, der großartigen amerikanischen Sportswear. Michael Kors, Tory Burch und Coach; und raffinierte Labels für Park-Avenue-Liebhaber oder wohlhabende Loft-Bewohner – Carolina Herrera, Oscar de la Renta und Vera Wang. Außerdem angesagt ist eine Gruppe von nicht aus NYC stammenden Designern wie Sukeinas senegalesischer Designer Omar Salam, die grenadische Modeschöpferin Fe Noel oder der in Queens geborene LaQuan Smith.

Ein weiterer großer Haken der New Yorker Saison ist die Zweiteilung. Die meisten großen Shows stehen auf dem offiziellen CFDA-Programm. Allerdings hat IMGs NYFW The Shows, von denen ein Großteil in den Spring Studios in Tribeca präsentiert wird, eine separate und verwirrend überschneidende Liste. Und bemerkenswerterweise beginnt diese NYFW-Liste auch mit einer Veranstaltung in Los Angeles: mit der M Missoni Show zur Einführung der neuen jugendorientierten Kollektion von Margherita Missoni.

Ebenfalls von der magnetischen Anziehungskraft von LA überzeugt, präsentierte die unabhängige französische Modeschöpferin Julie de Libran die Kollektion, die sie letzten Monat in Paris vorstellte, am Mittwochabend im noblen Hancock Park mit Matches Fashion.

Diese Saison ist derart ungewöhnlich, dass das Hauptereignis am ersten Tag keine Modenschau, sondern eine Veranstaltung in einem Kaufhaus sein wird. Wir können Großes erwarten, wenn die legendäre Einkäuferin Linda Fargo und Sängerin und Fashion-Star Rihanna bei Bergdorf Goodman den Launch von Fenty feiern.

Bei der Bekanntgabe seiner Entscheidung, nach L.A. zu gehen, sagte Ford: "In meiner Rolle als Vorsitzender der CFDA ist es meine wichtigste Absicht und Priorität, die amerikanische Mode zu globalisieren und die Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Es gibt wirklich keine größere oder prominentere Bühne und keinen besseren Zeitpunkt als Los Angeles während der Oscar-Verleihung."

Das mag stimmen, doch infolge dessen rückt die Mode in New York plötzlich ins Abseits.

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