Nicolas Ghesquière könnte eigene Marke gründen

Es sieht so aus, als könnte Nicolas Ghesquière endlich sein eigenes Label gründen, wenn auch nicht in der kommenden Saison.


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Nicolas Ghesquière nach der Louis Vuitton-Show – Frühjahr/Sommer2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula

 Vor zwei Jahren erzählte der Designer in der Talkshow Le Quotidien des französischen Fernsehsenders TMC, er wolle eines Tages seine eigene Signature Collection starten. Nach seiner jüngsten Louis-Vuitton-Show, die am 2. Oktober als krönender Abschluss der Pariser Modewoche gezeigt wurde, war der Kreativdesigner am vergangenen Wochenende erneut zu Gast in der Talkshow. Dabei sprach er davon, dass die Möglichkeit, dass er sein eigenes Label gründet "viel realistischer geworden" sei.

"Nach fünf Jahren bei Louis Vuitton habe ich nun ein Anrecht darauf. Letztes Mal, 2016, war dem noch nicht so", erklärte Nicolas Ghesquière im Gespräch mit Moderator Yann Barthès. Dieser hakte nach: "Dann haben Sie jetzt das Recht, eine eigene Marke zu gründen? Wann, in ein oder zwei Jahren? Doch Ghesquière winkte lachend ab: "Wenn es so weit ist, komme ich wieder".

Im Mai unterzeichnete der Kreativdesigner einen neuen Vertrag mit Louis Vuitton, wie der CEO des Mutterkonzerns LVMH, Bernard Arnault, ankündigte. Die Laufdauer des Vertrags wurde zunächst auf drei Jahre geschätzt. Doch verriet der 47-jährige Designer Yann Barthès: "Ich habe für knapp fünf Jahre unterzeichnet".

Ein Sprecher des rentabelsten Luxuskonzerns der Welt bestätigte die Vertragsdauer, gab jedoch keinen Kommentar über mögliche Gespräche zur Finanzierung eines eigenen Modehauses für Ghesquière ab. Branchenvertreter, die mit dem Konzern vertraut sind, gingen jedoch eher davon aus, dass der Kreativdesigner während der Show eine Frage parierte, als dass er konkrete Prognosen für seine Zukunft als unabhängiger Designer machte.


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Louis Vuitton - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula

Zu seiner Erfahrung bei Vuitton erklärte der Designer, sein Erfolg stütze sich auf "Freiheit und Innovation. Es geht darum, Dinge zu verschönern, und das hat einen Preis. Das macht unsere Margen aus". LVMH veröffentlicht keine markenspezifischen Umsatzzahlen, doch wird der Jahresumsatz von Louis Vuitton auf deutlich mehr als EUR 8 Milliarden geschätzt.
 
Yann Barthès bat den Designer auch zu seiner Meinung zu einer Welle von Kommentaren zu Hedi Slimanes Debütkollektion für Celine, die er als "politically correct" und "verrückt" bezeichnete. Die meist englischsprachigen Redaktoren werfen Slimane vor, die Macht der Frauen mit ihrer Sexualität gleichzusetzen.

Nicolas Ghesquière war auffallend solidarisch mit dem ebenfalls für eine LVMH-Tochter tätigen Designerkollegen. "Für mich ist das ein Sturm im Wasserglas. Kritik gehört doch zu unserem Job. Man kann aber feministisch sein und gleichzeitig einen femininen Minirock tragen. Ich finde es seltsam, dass diese Menschen [die Kritiker], die sich so fortschrittlich geben, so reaktionär sein können".
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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