Nike verkauft mehr Sportartikel

Währungsschwankungen werden auch für den weltgrößten Sportartikelkonzern Nike zunehmend zum Problem. Zwar konnte der US-Konzern im zurückliegenden dritten Quartal noch einmal aufdrehen und die Erwartungen der meisten Analysten übertreffen. Dafür dürften in Zukunft die Sprünge etwas kleiner ausfallen. "Der Währungsverfall in vielen Schwellenländern wird sowohl den Umsatz wie auch die Bruttomargen und den Überschuss signifikant belasten", kündigte Nike-Finanzchef Don Blair am Donnerstag nach US-Börsenschluss vor Analysten an. Sowohl für das gerade angelaufene vierte Quartal (Ende Mai) als auch für das im Juni startende neue Geschäftsjahr 2014/15 schraubte der Konzern seine Erwartungen zurück.

Die Nike-Aktie geriet am Donnerstag nachbörslich unter Druck. Im frühen Handel am Freitag wurden auch die Aktien der deutschen Konkurrenten Adidas und Puma in Sippenhaft genommen und gerieten ins Minus.

Im vierten Quartal soll der Umsatz laut Nike nun nur noch im hohen einstelligen Bereich zulegen, wohingegen die meisten Analysten mit einem Plus von zwölf Prozent gerechnet haben. Im kommenden Geschäftsjahr werde der Gewinn je Aktie zwar noch zweistellig steigen, wie Blair versicherte, aber unterhalb der anvisierten Spanne. Nike macht etwa 45 Prozent seines Geschäfts außerhalb der USA.

Das dritte Quartal (Ende Februar) war für den Konzern trotz des Gegenwinds durch die Währungen außerordentlich gut gelaufen. Ob Basketball, Fußball oder Running - die Schuhe und Kleidung von Nike waren bei den Verbrauchern gefragt. Konzernweit legte der Umsatz stärker als erwartet um 13 Prozent auf 7 Milliarden US-Dollar zu. Währungsbereinigt lag das Plus bei 14 Prozent.

Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft stieg um drei Prozent auf 685 Millionen Dollar. Je Aktie belief er sich auf 0,76 Dollar wohingegen Analysten nur mit 0,72 Dollar gerechnet hatten. Unter dem Strich verbuchte Nike einen Gewinnrückgang von einem guten Fünftel, nachdem im Vorjahr die Verkaufserlöse der Marken Cole Haan und Umbro das Ergebnis aufgepolstert hatten.

Wachsen konnte Nike in allen Regionen. Auch in West-Europa, dem Heimatmarkt von Adidas und Puma, legte der Konzern kräftig zu. In Großbritannien sowie in Deutschland, Österreich und der Schweiz sei der Umsatz das zweite Quartal in Folge zweistellig gewachsen, sagte Konzernchef Mark Parker. Dem US-Konzern war es früheren Aussagen zufolge gelungen, dem Rivalen Adidas Marktanteile abzuknöpfen, auch im Stammgeschäft der Herzogenauracher - dem Fußball. Beide Konzerne beanspruchen die Marktführerschaft in dieser prestigeträchtigen Sportart für sich und werden sich im Sommer bei der WM in Brasilien einen Kampf um Werbeminuten und Zuschauergunst liefern.

Passend zum Turnier kommen neue Produkte auf den Markt. Adidas will 2014 etwa zwei Milliarden Euro mit Fußballartikeln erlösen, Nike etwas weniger. Von den 32 qualifizierten Teams laufen zehn in Nike-Outfits auf. Adidas hat acht Mannschaften im Rennen. Je weiter ein Team im Turnier kommt, desto mehr Fanartikel werden in der Regel verkauft.

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