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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
18.07.2017
Lesedauer
4 Minuten
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NYFW Men’s: Trotz mangelnder Sponsoren starke Designer-Präsenz

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
18.07.2017

Am Donnerstag, 13. Juli, schloß die fünfte New Yorker Männerschau ihre Türen. Ungeachtet einiger fehlender Namen prominenter Designer und Sponsoren wie Amazon trieb die Veranstaltung ihr Programm voran.

Branchengrößen wie John Elliott und John Varvatos, die seit dem Beginn der Veranstaltung Teil der New Yorker Männerschauen waren, blieben dem Big Apple erstmals fern. Dadurch war Platz für Nachwuchsdesigner, die ihre Arbeit präsentieren konnten, ohne um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen zu müssen.


Christopher Bevans, Designer bei Dyne, präsentierte eine sportliche Frühjahrskollektion 2018 im Cadillac House - Obi Anyanwu


Zahlreiche Marken feierten Jubiläen, Erfolge oder ihren Marktlaunch. Am Montagnachmittag gab der Designer Teddy Ondo Ella das Debüt mit seiner gleichnamigen Marke und knapp 24 Stunden später machte es ihm Robert Geller mit seinem neuen Label Gustav von Aschenbach gleich. Geller feierte zudem das 10. Jubiläum seiner Marke Robert Geller.

Die US-Finalisten des Woolmark Preises 2017/2018 nutzten die einmalige Gelegenheit, ihre Designerkarrieren voranzutreiben und präsentierten ihre Kreationen auf den diesjährigen Männerschauen. Dazu zählen Palmiers du Mal, Dyne, Death to Tennis, Kenneth Ning und N-p-Elliott. Parallel dazu zeigte das Label Rochambeau, Finalist des 2016 CFDA/Vogue Fashion Fund, seine Kollektion, die außerdem erstmals den Abschluss der Woche bildete.

Zu den aufstrebenden und etablierten Designern an den New Yorker Tagen gesellten sich auch die unbestrittenen Stars der Woche, Todd Snyder und Raf Simons. Simons kehrte in dieser Saison nach New York zurück, um die Frühjahrskollektion 2018 seines gleichnamigen Labels zu präsentieren. Seine Show am Dienstagabend war gut besucht, nicht zuletzt mit den Einkäufern der führenden US-Händler Bergdorf Goodman, Barneys und Saks. Ebenfalls anwesend waren Celebrities wie Jake Gyllenhaal, Julianne Moore, A$AP Rocky and Ashton Sanders sowie die Designer Marc Jacobs und Laurence Chandler von Rochambeau.

Auch die Modenschau von Ovadia & Sons zog zahlreiche Stars an, darunter der NBA-Spieler Serge Ibaka, der ehemalige New York Giants Football-Star Victor Cruz, der DJ Major Lazer und der Producer Jillionaire, weiter die Rapper Fabolous und Mack Wilds, das Model Sean O’Pry und die Botschafter der Menswear-Woche, Kelly Oubre des NBA-Teams Washington Wizards sowie der Rapper Young Paris.
 
Zum Ausklang der Woche organisierte Rochambeau eine Installation und Party in Zusammenarbeit mit dem Künstler Yung Jake, der mit der Marke auch eine Capsule-CKollektion entworfen hat. Die Rapper Smokepurrp, Smokey MarGielaa und SquidNice bildeten das Rahmenprogramm.



Mit seiner Performance beendete der Rapper Mack Wilds die EFM Engineered for Motion Frühjahr-Modenschau 2018 - Obi Anyanwu

 
Die restlichen Präsentationen und Shows auf dem Programm wurden ausschließlich von Branchenfachleuten besucht. Dies zeugt von der mangelnden Popularität, die für viele Beobachter Kern des Problems der New Yorker Veranstaltung ist. Einige Besucher zeigten sich enttäuscht über die mangelnden Sponsoren und die niedrigeren Besucherzahlen in dieser Saison und verglichen die Veranstaltung mit den vergangenen Womenswear-Schauen – insbesondere der Vergleich mit dem Programm am Lincoln Center, das jede Saison viele Besucher anzieht.

Die in der Vergangenheit hervorgebrachte Kritik, dass die Kollektionen vielfach keine spannenden Runway-Looks enthielten, wurde ernst genommen. Die Marken machten in dieser Saison einen Schritt in die richtige Richtung: Die meisten Unternehmen zeigten richtungsweisende Kollektionen mit klarem Konzept. Anzüge bildeten den Schwerpunkt bei Nick Graham, der eine farbenfrohe Kollektion mit maritimen Themen kreierte. Auch EFM Engineered for Motion blieb der Schneiderkunst treu, die bereits in früheren Kollektionen Thema war.
 
Während diese beiden Marken auf traditionelle Schnitte setzten, interessierten sich Kenneth Ning und das erstmals teilnehmende Label Luar für die Dekonstruktion, um Neues daraus zu erschaffen. Kenneth Ning interpretierte so Blazer und Hemden neu und gestaltete neue Cut-and-Sew-Jacken. Er kombinierte auch beide Stilrichtungen zu einem neuen Blazer-Anzug. Luar kreierte Kleider aus traditionellen Herrenanzügen und -mänteln.
 
Ein weiterer neuer Name im Programm, Sanchez-Kane, ließ die Avantgarde-Thematik aufleben und zeigte eine gefühlsstarke Kollektion, die durch die Tagebucheinträge von Barbara Sanchez-Kane getragen wurden. Der erste Look auf dem Runway zeigte einen himmelblauen, zweireihigen Blazer mit doppeltem Revers und Bändern am Handgelenk. Darauf folgte eine Reihe von Unisex-Looks mit dekonstruierten Blazern und halbfertigen Tops.
 
Sanchez-Kane war nur eine der zahlreichen weiblichen Designerinnen der Menswear-Woche, neben Feng Chen Wang und C2H4 Los Angeles, die ebenfalls erstmals an der Veranstaltung teilnahmen, sowie Deveaux und Bode. 
 

Die Luar-Frühjahrskollektion 2018 im Cadillac House am 13.Juli - Obi Anyanwu


Die Streetwear konzentrierte sich fast gänzlich auf den letzten Tag der Veranstaltung. Die Designerin von C2H4 Los Angeles, Yixi Chen, zeigte mit der Frühjahrskollektion 2018 zukunftsgerichtete Laborbekleidung – eine Mischung aus Activewear und Arbeitsbekleidung. Wenige Stunden zuvor präsentierten die Brüder George und Mike Heaton die Frühjahrskollektion 2018 von Represent mit Hoodies, Sweatshirts und Shorts, Oversize-Pullovern und Parkas, deren Inspiration von Churchills Propagandapostern aus dem Zweiten Weltkrieg stammt.
 
Die jüngste Ausgabe der New Yorker Männerschauen beweist, dass die amerikanischen Menswear-Designer und Nachwuchstalente in New York auf dem richtigen Weg sind. Würde diese Woche rein an den gezeigten Kollektionen gemessen, wäre sie als Erfolg zu verbuchen. Doch leider können die fehlende Begeisterung und die mangelnde Hektik dieser Fashion Week nicht durch ein paar Highlights wettgemacht werden.

Die New York Fashion Week Men’s hatte das Potenzial zum Erfolg, doch wurde dieser durch die fehlenden Namen mehrerer wichtiger Designer gedämpft. Der Veranstaltungsort war eine weitere Hürde für die Shows und Präsentationen. Und doch macht die New Yorker Männerwoche ungeachtet dieser Schwierigkeiten unaufhaltsam weiter. Der Verlust der Location am Skylight Clarkson Square wirft jetzt für die Zukunft neue Fragen auf.
 

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