Online-Umstellung in Deutschland nagt am Gewinn des Modehändlers H&M

Der Modehändler H&M hat im ersten Quartal weniger verdient als im Vorjahr. Grund waren unter anderem millionenschwere Kosten für den Austausch der Onlineplattform in Deutschland. Dennoch übertrafen die Schweden die Erwartungen von Investoren deutlich. die hatten sich im Vorfeld Sorgen um die Profitabilität gemacht. Die Aktie sprang daher am Freitagvormittag zeitweise um 15 Prozent nach oben.

H&M

Der Gewinn vor Steuern sank im Ende Februar abgelaufenen Quartal von 1,26 Milliarden auf 1,04 Milliarden schwedische Kronen (rund 99,8 Mio Euro), wie das Unternehmen am Freitag in Stockholm mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten hingegen mit lediglich rund 678 Millionen Kronen gerechnet. Neben der Systemumstellung in Deutschland belasteten dabei auch Kosten für neue Logistiksysteme.

Nach Steuern sank der Gewinn von 1,4 Milliarden auf 803 Millionen Kronen. Allerdings hatte Hennes & Mauritz (H&M) im vergangenen Jahr auch von der US-Steuerreform profitiert. Die Onlineumstellung in Deutschland nagte auch am Umsatzwachstum. Wie bereits bekannt, stiegen die Erlöse um 10 Prozent auf 51 Milliarden Kronen. Dabei profitierte das Unternehmen auch von der Schwäche der schwedischen Währung. Währungsbereinigt betrug das Plus lediglich 4 Prozent.

Der Modekonzern hatte Kunden während des Weihnachtsgeschäfts mit Rabatten gelockt, um seine Lagerbestände zu reduzieren. Daraufhin waren bei Investoren sorgen aufgekommen, dass die Profitabilität unter den Preissenkungen gelitten haben könnte.

Die Schweden befinden sich derzeit im Umbruch. H&M reagierte relativ spät auf die Konkurrenz von Online-Händlern oder billigeren Anbietern wie Primark und hatte deshalb im vergangenen Jahr besonders mit hohen Lagerbeständen zu kämpfen. Konzernchef Karl-Johan Persson will das Unternehmen daher stärker auf den Onlinehandel ausrichten, die Lieferketten verbessern und so auf den Wachstumspfad zurückkehren.

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