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Veröffentlicht am
14.12.2012
Lesedauer
2 Minuten
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Online-Handel in Europa über 300 Milliarden Euro schwer

Veröffentlicht am
14.12.2012

Die European Multi-channel and Online Trade Association EMoTA rechnet vor, dass der Kontinent im Jahr 2012 im Online-Handel 305 Milliarden Umsatz erzielen wird. Mit einem Plus von 22 % im Vergleich zur Vorjahresperiode kann diese symbolische Grenze insbesondere durch die explosionsartige Zunahme des E-Commerce in Süd- und Osteuropa überschritten werden.

So verzeichnen Polen und die Tschechische Republik in diesem Vertriebskanal ein Wachstum von um 25 bis 30 %. Auch in Deutschland (+25 %), Frankreich (+20 %) und Belgien (+20 %) sind die Zuwachsraten hoch, darauf folgen Italien und Spanien mit je +19 %. Doch der Löwenanteil des europäischen Online-Handels entfällt mit 70 % auf das Trio Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Somit festigt der europäische Markt seine weltweite Führungsposition im Online-Handel. In den USA wird für das vergangene Jahr mit einem Umsatz in Höhe von 280 Milliarden Euro gerechnet, die Region Asien-Pazifik erzielt schätzungsweise 216 Milliarden Euro. In Lateinamerika ist der Markt trotz einer Steigerung um 25 bis 30 % lediglich 43 Milliarden Euro schwer und wird hauptsächlich durch Brasilien getragen. In Nahost und Afrika dürften die Online-Umsätze um 45 % in die Höhe schnellen und insgesamt 12 Milliarden Euro betragen.

Der Präsident von E-Commerce Europe und des französischen E-Commerce-Verbands Fevad, François Momboisse, verweist jedoch trotz dieser erfolgreichen Bilanz darauf, dass noch viel Arbeit geleistet werden muss.

„Das Wachstum des Online-Handels steht in engem Zusammenhang mit dem Vertrauen der Verbraucher“, erklärt er. „Es braucht mehrere Jahre, bevor ein Internetnutzer zum Online-Käufer wird. Dies erklärt auch, weshalb weltweit nur rund 20 bis 40 % der Internetnutzer online einkaufen. In zahlreichen Schwellenländern haben die Kunden nicht bereits jahrelange Erfahrung mit dem Einkauf aus Katalogen. Sie wollen ein Produkt zuerst sehen, bevor sie es kaufen. Ihr Vertrauen in die Zahlungsmethoden im Internet muss sich erst noch entwickeln. Dies muss für die Europäische Union zu einer Priorität werden.“


Die Ankunft von China und das Aufkommen des M-Commerce

Doch die Vormachtstellung Europas könnte schon bald vom chinesischen E-Commerce streitig gemacht werden. Das Land zählt schon heute 220 Millionen Online-Konsumenten, gleich viele wie Europa. Doch im Land der Mitte sind erst 40% der Bevölkerung online (550 Millionen). Mit der für 2012 erwarteten Steigerung der BtoC-Umsätze im Internet um 88% verfügt das Land über ein unglaubliches Potenzial.

Doch zurzeit beobachtet die Branche vor allem die Entwicklung in der Mobiltelefonie gespannt. In Großbritannien macht der M-Commerce dieses Jahr bereits 20 % des Online-Handels aus, im Vergleich zu nur 5 % im Jahr zuvor. In den USA hat sich der Marktanteil in nur einem Jahr auf 10 % verdoppelt. In Europa erreichen die skandinavischen Länder einen Anteil von 8 %, in Frankreich beispielsweise sind es 3 %. Doch sind bereits 47,6 % der Europäerinnen und Europäer mit einem Smartphone ausgestattet, somit dürfte diesem Vertriebskanal in den kommenden Jahren zweifellos eine immer größere Bedeutung zukommen.

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Vertrieb