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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.02.2019
Lesedauer
3 Minuten
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Palomo Spain startet die New York Fashion Week mit Ballets Russes und spanischer Tradition

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.02.2019

Nach seinem Debüt an der New York Fashion Week: Men's im Herbst 2017 kehrt der Kreativdirektor von Palomo Spain, Alejandro Gómez Palomo, in der laufenden Saison wieder New York zurück. Die Inspiration für seine neue Kollektion stammt aus der Pracht der Vergangenheit, für ein idealisiertes Bild der Befreiung in der Zukunft.

Palomo Spain - Herbst/Winter 2019 - Menswear - New York - © PixelFormula


Für seine "1916" genannte Herbst-/Winterkollektion 2019 fand Alejandro Gómez Palomo Inspiration in Sergei Djagilews Ballets Russes und der Reise des Ensembles durch Spanien nach dem Ausbruch des ersten Weltkriegs.

Die Kollektion war eine Kombination traditioneller Herrenschnitte mit den gewagten, weiblichen Einflüssen, für die der Designer berühmt ist. Sie umfasste hautnah geschnittene Ballett-Outfits und aufgebauschte Ärmel, Schleppen und Hosen, um ein "Aufeinandertreffen von Ballett und Flamenco" zu symbolisieren, wie der Kreativdesigner FashionNetwork.com erklärte.

Besonders auffallend war die starke Basispalette mit Grau-, Schwarz- und Weißtönen, die einen wundervollen Hintergrund für knallrote, dunkelblaue und smaragdgrüne Farbtupfer bildete. Außerdem zeigte das Haus den ersten Print auf Grundlage eines dekonstruierten Punktmusters. Für das Finale wählte der Designer zwei dramatisch anmutende, mit schwarzen Federn besetzte Looks.



Palomo Spain - Herbst/Winter 2019 - Menswear - New York - © PixelFormula


Alejandro Gómez Palomo erklärte weiter, dass die Kollektion für ihn einen Wendepunkt in der Geschichte von Palomo Spain darstelle. Er wolle einen "Reinigungsprozess" anstoßen.

Palomo stehe für "absolute Freiheit, die Freiheit, das zu tragen, was du tragen willst und dich dabei unglaublich und großartig und erhaben und abgehoben zu fühlen". Das rückt die Ballett-Inspiration der Kollektion in ein philosophischeres Licht.

Aufgrund des Namens und des Veranstaltungsorts der Kollektion bestand natürlich das Risiko, dass sie etwas veraltet wirkte. Doch ergab sich eine authentischere Show – eine Ehrerweisung an die Vergangenheit, aber durch ein modernes Auge. Dies gelang durch den modernen Einsatz von Pailletten, Tupfen und ganz schwarzen Entwürfen, wie auch durch die Hintergrundmusik, in der Orchesterkompositionen mit elektronischen Refrains unterlegt wurden.

Die Show knüpfte aber an den vertrauten androgynen Stil der Marke an, durch die Palomo Spain die Menswear neu zu definieren gedenkt. Diese Bewegung ist auch heute noch höchst zeitgemäß und in einigen Bereichen der Herrenmodebranche richtungsweisend. Ein ganz ähnlicher Drang mag die Lust der Theatergänger im frühen 20. Jahrhundert für neue Erfahrungen entfacht haben.

Dennoch konnten die historischen Wurzeln der Show nicht übersehen werden. Der Einfluss der Zeit, die das berühmte Ballett-Ensemble in Spanien verbracht hatte, war nicht zuletzt in den von spanischen Kunsthandwerkern gefertigten Accessoires sichtbar. Die Morato-Familie aus Andalusien steuerte spitz zulaufende Schuhe bei, die Unterwäsche stammte von der spanischen Unterwäschemarke Andres Sarda aus Barcelona und Reyes Hellín aus Sevilla stellte dreizackige Kopfbedeckungen her (die wohl als kostümiertester Bestandteil dieser Herbstkollektion betrachtet werden können – sogar für Palomo Spains Verhältnisse).



Palomo Spain - Herbst/Winter 2019 - Menswear - New York - © PixelFormula



Das kräftige schwarze Makeup von Baltasar Gonzalez Pinel erinnerte vage an das Horusauge – und im weiteren Sinne an das exotische Makeup des Ballets Russes – und schien ebenso evokativ wie zeitgenössisch. Ebenso die leicht gelockten Haare, die von Haarstylist Martín Plascencia als "eine Kombination klassischer Elemente mit natürlicheren, roheren, moderneren Elementen" bezeichnet wurden.

Die hauchdünnen Stoffe der Kollektion – Seide, Moiree, Taft, Wolle, Samt und Kaschmir – passten zur Interpretation der Marke zur Wirkung von 1916: "Der Palomo-Mann entwickelte sich zu einer weniger retrospektiven Version seiner selbst. Seine Kleider weisen wohl historische Referenzen auf, doch bleibt seine Einstellung modern. Er liebt luxuriöse Kleidung aus den feinsten Materialien, nur ist deren Verwendung innovativer als zuvor".

Anders gesagt: Manchmal geht einfach nichts über einen guten Klassiker.
 

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