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Von
DPA
Veröffentlicht am
08.03.2015
Lesedauer
2 Minuten
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Paris kann modisch wieder mit Galliano rechnen

Von
DPA
Veröffentlicht am
08.03.2015

Er hat sich wieder hochgerappelt. John Galliano, der «gefallene Engel» der Modewelt, ist am Freitag mit seiner ersten Prêt-à-Porter-Kollektion für das Modehaus Maison Margiela auf die Pariser Laufstege zurückgekehrt. Skeptiker, die meinten, Gallianos überbordender Stil passe nicht zu Margielas konzeptioneller Mode, wurden eines Besseren belehrt. Die Entwürfe überzeugten mit einem guten Mix aus Fantasie und Klarheit.

Maison Margiela Herbst/Winter 2015-2016 - Pixel Formula


Galliano pflegte in seinen früheren Entwürfen (für das Haus Dior wie auch für die eigene Linie) Geschichten zu erzählen - von College-Girls auf Weltreise oder exzentrischen italienischen Marchesas. In der Schau für Margiela nahm er dies auf: Da gab es das Pariser Schulmädchen mit Rippenpulli, kariertem Minirock und überlangem Mantel mit Art-Déco-Muster, die schmollende Kokotte im halbtransparenten rötlichbraunen Etuikleid mit Rosenmuster oder die «Verrückte» mit dick übermaltem Mund, Karottenhaaren, einem weitem Satinmantel und einer «Papiertüte» aus Leder in der Hand.

Dazwischen zeigte der Brite gut verkäufliche, hervorragend gemachte Teile - ob den weichen langen Ledermantel im 1970er-Jahre-Stil, die sportliche, überweite Satinhose oder den schwarzen Lederblazer mit Chiffonärmeln. Galliano kam nach der Schau nicht wie in früheren Zeiten heraus, um den Applaus entgegenzunehmen. Er scheint klugerweise zunächst im Hintergrund agieren zu wollen. Nach seinem spektakulären Rausschmiss bei Dior 2011 hatte der 54-Jährige sich unter anderem einer Entziehungskur unterzogen. 

Alexander Wang, der seine Entwürfe für Balenciaga im Anschluss präsentierte, schaffte es trotz des Galliano-Hypes genügend Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Im Publikum saßen eine perfekt in Balenciaga gekleidete Lady Gaga, Kim Kardashian (mit blonden Haaren) und Kanye West. Die Mode wirkte sportlich und elegant zugleich. Der US-amerikanische Designer spielte mit Noppen-Tweed, Salz und Pfeffer-Mustern und glanzvollen Stickereien. Schmale wadenlange Röcke, oval gerundete weite Mäntel und schmale Dreiviertelhosen - meist in Grau, Schwarz, Weiß oder Rot - ergaben einen straßentauglichen Look. Schulterfreie Cocktailkleider mit Pelzbesatz wirkten unschlagbar chic.  

Am Samstagmorgen zeigte die Japanerin Tsumori Chisato Comicdrucke auf geraden Minikleidern, Kleider, die mit roter Farbe übergossen zu sein schienen, pinkfarbene Capemäntel und ein Kostüm aus Teddystoff mit einem Leopardenprint. Die linear gehaltenen Entwürfe wirkten jung und frisch trotz des seltsamen Stylings der Models.  Dieser erinnerten mit ihrem hochgebundenen Zopf, eingedrehtem Pony, Lackstiefelchen und Handschuhen selbst an Figuren aus einem Cartoon. 

Ihr Kollege Yohji Yamamoto, Altmeister unter den japanischen Designern, spielte mit Drapierungen, die bei langen schwarzen Tageskleidern, Hosenanzügen oder Mänteln variierte - teilweise mit roten Kontrasten. Auffallendster Entwurf war ein silberfarbener, auf einem Gestänge weit aufgespannter Rock aus Silberfolie mit aufgedruckten grünen Äpfeln.

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