Paris zählt die Tage bis zum Hedi-Slimane-Debüt

In Paris steht eine ereignisreiche Modesaison an. Die Fashionweek wird heute mit zwei Key Events eröffnet und findet ihren Höhepunkt am Dienstag, 2. Oktober mit einem weiteren Doppel-Highlight.


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Das Programm wurde für diese neue Saison umgestellt, die Eröffnungsveranstaltung fällt dabei Christian Dior zu. Das Modehaus lädt heute Nachmittag zur Show auf der Pferderennbahn Longchamp. Mit Jacquemus steht außerdem einer der erfolgreichsten Nachwuchsdesigner Frankreichs auf dem Programm des Eröffnungstages. Die dritte Veranstaltung des Tages wird mit viel Spannung erwartet: Es handelt sich um die Show von Gucci, die heute Abend im etwas heruntergekommenen Theater Le Palace – dem Pariser Pendant zum Studio 54 – organisiert wird.

Die Pariser Saison endet am kommenden Dienstag mit einem vollen Tagesprogramm, auf dem auch Chanel und Louis Vuitton stehen.

Die wohl am sehnlichsten erwartete Show des internationalen Schauenkalenders ist jedoch zweifellos das Runway-Debüt von Hedi Slimane bei Celine am Freitag, 28. September. Slimane kann ohne Übertreibung als der einflussreichste und erfolgreichste französische Designer des Jahrhunderts bezeichnet werden.

Für Slimane ist es bereits das vierte Debüt in Paris: 2012 verblüffte er die Modebranche mit seiner ganz in Schwarz gehaltenen LA-Rocker-Interpretation für Yves Saint Laurent. Unter Hedi Slimane als Kreativdirektor verdreifachte das Luxusmodehaus seinen Umsatz innerhalb von vier Jahren auf fast eine Milliarde Euro. Zwölf Jahre zuvor zeigte der Designer eine atemberaubende Debütkollektion bei Dior Homme, der der sagenhafte Saint Laurent höchstpersönlich beiwohnte. Und im Jahr 1996 präsentierte er eine perfekt inszenierte Show vor einigen wenigen Moderedakteuren. Es war seine erste wichtige Designerstelle bei YSL Men.

Moderedakteure, Influencer, sowie Stars und Sternchen versuchen schon seit Wochen zu erraten, was Hedi Slimane diesmal aus seinem Designerhut ziehen wird. Bislang wurde lediglich eine Schwarz-Weiß-Kampagne veröffentlicht und eine minimale Namensänderung von "Céline" zu "Celine" bekanntgegeben. Außerdem zeigte Lady Gaga ein Bild mit einer kantigen schwarzen Tasche, doch sonst sickerte nichts an die Öffentlichkeit. Man darf sich nach dem galeriehaften Prunk seiner Vorgängerin Pheobe Philo auf einen gänzlich neuen Ansatz einstellen.


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Courrèges – Frühjahr/Sommer 2017 - Womenswear - Paris - © PixelFormula

Die Pariser Mode ist und bleibt eine festliche Angelegenheit. In dieser Saison plant die beliebte französische Designerin Isabel Marant eine große Party mit L’Oréal, das Haus Karl Lagerfeld zelebriert seine neue Markenbotschafterin Kaia Gerber und Ralph Laurent feiert das 50. Jubiläum im Flagship-Store in Saint Germain gemeinsam mit Virginie Mouzat von der französischen Vanity Fair. Im Hôtel de Tallyrand findet außerdem das Supima Design Lab 2018 statt.

Zum kulturellen Rahmenprogramm zählt eine Ausstellung über Yves Saint Laurents Asien-Traum im hauseigenen Museum. Und der begabteste Multitasker der Fashionbranche, Virgil Abloh, enthüllt seine jüngste Zusammenarbeit mit Ikea – unter dem Titel "Still Loading".

Vier weitere berühmte Marken kehren zum Pariser Schauenkalender zurück, darunter nicht zuletzt Courrèges. Die futuristische Marke, die von der Pinault-Holding (Kering) Artémis übernommen wurde, zeigt die erste Kollektion der neuen Kreativdesignerin Yolanda Zobel. Auch Cedric Charlier kehrt nach Paris zurück, wobei er bei Sportmax in Italien ebenfalls sehr beschäftigt war. Auch die Show von Marques'Almeida dürfte mit Spannung erwartet werden. Das portugiesische Designer-Duo, das vor ein paar Jahren den begehrten LVMH-Preises ergatterte, kehrt London den Rücken zu und zeigt in Paris eine Kollektion am Rande des offiziellen Kalenders.

Insgesamt führt der Branchenverband Fédération de la Haute Couture et de la Mode 80 Schauen auf, die die letzte Modewoche im internationalen Kalender ausmachen. Die Saison startete am 5. September in New York mit der Kollektion von Tom Ford. Doch in der Mode gilt: Last but not least, denn hinsichtlich der internationalen Marken und modischen Avantgarde steht Paris weiterhin ungeschlagen an erster Stelle.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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