Pariser Mode wird im Winter alltagstauglich

Paris (dpa) - Lässig, sanft und selbstverständlich: So schickt Stella McCartney die Frauen in den kommenden Winter. Nichts wirkte bei der Prêt-à-Porter-Schau der britischen Designerin für die Herbst/Winter-Saison 2013 am Montag in Paris angestrengt. Während überbreite Jacken und Mäntel den Körper einhüllten, umschmeichelten schmale, wadenlange Kleider aus Jerseystrick und Spitze oder Seide die Figur. Der kommende Modewinter wird ein Spiel zwischen maskulin und feminin. Und das sieht ziemlich sexy aus.

Maxime Simoens. (Bild Pixel Formula)

Schwarze Nadelstreifenmäntel mit leicht betonten Schultern, herabgezogener Taille und gerade geschnittenen Hosen kombinierte sie mit robusten Boots mit dicken Gummisohlen. Dazu trugen die Models Baseballkappen aus Filz. Ein Highlight der Schau waren Abendroben mit Elementen aus der Herrenschneiderei in glänzender Wolle, bestickt mit Strukturmustern in Form von Blüten oder kleinen Ornamenten.

Entwürfe mit Noblesse glitten bei Akris-Designer Albert Kriemler am Sonntagabend über den Laufsteg. Die Kollektion war fast komplett in Schwarz gehalten, spielte aber mit Glanz- und Lichteffekten. Der Schweizer hatte das Defilee seiner kürzlich gestorbenen Mutter Ute gewidmet. Diese galt als eine der bestangezogenen Frauen der Schweiz.

Äußerst elegant wirkten dann auch die breiten Mäntel in Fischgrät-Muster, die kurz geschorenen Pelzcapes oder die scharf geschnittenen Abendsmokings mit dreiviertellangen Hosen. Betonte Schultern, eine schmale Silhouette und Rollkrägen bestimmten dabei die Grundlinie. Halbdurchsichtige Abendkleider mit Tüll und aufgestickten Jetsteinen in geometrischen Anordnungen sowie weicher ausladender Strick komplettierten die Kollektion.

Als aufsteigender Stern am Pariser Modehimmel gilt der 28-jährige Maxime Simoëns. Der Franzose, der bei großen Häusern wie Elie Saab, Dior und Balenciaga gearbeitet hat, trat bisher nur bei Haute-Couture-Schauen auf. Am Sonntag zeigte er mit seiner Herbst/Winter-Kollektion erstmals auch Prêt-à-Porter. Fein gearbeitet waren die Entwürfe, die sich am Ballett «Schwanensee» orientierten: Er schneiderte Bustierkleider mit präzise gefalteten Miniröcken und schmale Roben mit einem geometrischen Hahnentritt-Motiv. Auf Leder oder schimmerndes Seidencrêpe setzte er kieselartige Stickereien oder zart gestickte Federn. Neben Weiß und vor allem Schwarz zeigte Simoëns eine harmonische Palette von Blautönen sowie ein leuchtendes Rosé.

Begehrlichkeiten bei den weiblichen Zuschauern weckten die weichen, femininen und in ihrer Klarheit sehr modernen Entwürfe von Phoebe Philo bei dem Modehaus Céline. Der Designerin gelang es, ihr Publikum zu bewegen. Weite Mäntel in Cremetönen, Kleider und Tunika-Ensembles mit sanften Volants am wadenlangen Rock in Apricot und hellen Blaunuancen ergaben ein starkes und zugleich freundliches Frauenbild. Eine gute Vision für den nächsten Modewinter.
Von Stefanie Schütte, dpa

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