Pariser Raffinesse zieht an - Hommage an Weiblichkeit

Paris (dpa) - Die sprichwörtliche Raffinesse französischer Frauen verstofflicht sich: Bei den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen der Damenkollektionen für die Frühjahr/Sommer-Saison 2012 setzen viele Designer auf subtile Eleganz und Verführungskraft. Daneben gibt es aber auch formale Strenge und Verweise auf die 1950er Jahre.


Balenciaga. (Bild : Pixel Formula)


So inszenierte Anne-Valérie Hash am Freitag eine Hommage an zarte Weiblichkeit mit puderfarbenen Hosen zu halbtransparenten Chiffonblusen, Seidenentwürfen in Yves-Klein-Blau und schmalen knielangen Röcken in blassem Melonenton. Schwarze Smokinghosen saßen auf der Hüfte. Die Entwürfe betonen die Figur, ohne sie einzuengen. Dafür mischte Hash westliche Schneidertradition mit östlichen Inspirationen wie Wickeleffekten, japanischen Drucken oder Kimono-Elementen.

Schon vor diesem vierten Tag des insgesamt neuntägigen Spektakels waren einige «Schlüsselschauen» über den Laufsteg gegangen. Damit ließen sich auch ein paar Trends erkennen.

Auf klare Formen und eine fast klösterliche Strenge setzte am Donnerstag etwa Nicolas Ghesquière, Chefdesigner von Balenciaga und ein Hohepriester der Modewelt. Überbreite, geometrische Jacken setzte er aus abgesetzten, farbig glänzenden Stoffbahnen zusammen - Flieder, Goldgelb, Himbeerrot oder Schwarz. Dazu gab es miederartige Shorts. Sehr schick wirkten die nach unten schmal zulaufenden Hosen in Dunkelgrau mit hoher Taille. Dazu gab es psychedelisch bedruckte Oberteile. Wadenlange weite Röcke zu kastigen Jacken und an Nonnenschleier erinnernde Hüte komplettierten die wegweisende Kollektion.

Bei Balmain gab der erst 25 Jahre alte Olivier Rousteing sein Debüt. Er trat ein nicht ganz leichtes Erbe an. Schließlich hatte sein Vorgänger Christophe Decarnin die Traditionsmarke zum Kultlabel gemacht. Kundinnen gaben bereitwillig schwindelerregende Summen für löchrige Balmain-Jeans aus. Rousteing, zuletzt Decarnins Mitarbeiter, hielt sich an dessen Erfolgsrezept.

Typisch scharf geschnittene hautenge Minikleider, kleine Jacken und schmale Hüfthosen zogen sich genau so durch die Kollektion wie Stickereien oder rockige Leder-Elemente. Doch lockerte der Newcomer das Ganze mit lässigen mexikanischen Elementen und einem zarten goldgelben Tapisserie-Muster auf. Das Ergebnis: Eine softe Variante des Balmain-Stils.

Rochas-Designer Marco Zanini zeigte nostalgisch angehauchte Mode mit Verweisen auf die 50er Jahre. Beeinflussen ließ er sich von seinen Lieblingsfilmen. Die Models erinnerten mit ihren Sonnenbrillen und den hochfrisierten Haaren an Hitchcock-Blondinen. Kleid-Mantel-Ensembles in schwarzem Seidenduchesse, goldenen Röcke in New-Look-Weite zu luftig gestrickten Oberteilen und Shift-Kleider strahlten Klasse aus. Glänzende Cocktailentwürfe in Sorbetfarben mit Gänseblümchen-Muster lockerten den glamourösen Look auf.

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