×
2 375
Fashion Jobs
ADIDAS
Business Analyst Corporate Controlling - Talent Pool (M/F/D)
Festanstellung · Herzogenaurach
ADIDAS
Senior Business Analyst Corporate Controlling - Innovation Finance (M/F/D)
Festanstellung · Herzogenaurach
ADIDAS
Senior Product Owner - Product Operations & Processes (M/F/D)
Festanstellung · Herzogenaurach
ADIDAS
Senior Director HR Transformation (M/F/D)
Festanstellung · Herzogenaurach
ADIDAS
Senior Director go to Market & Business Planning (M/F/D)
Festanstellung · Herzogenaurach
ADIDAS
Senior Product Owner (M/F/D) Hype
Festanstellung · Herzogenaurach
HUGO BOSS
Global IT Project Manager (M/W/D)
Festanstellung · Stuttgart
GALERIA KARSTADT KAUFHOF
Digital Business Analyst (w/m/d)
Festanstellung · Essen
GALERIA KARSTADT KAUFHOF
Senior Online Marketing Manager (w/m/d) - Display & Social
Festanstellung · Essen
GALERIA KARSTADT KAUFHOF
Personalentwicklungsreferent / Trainer (w/m/d)
Festanstellung · Essen
GALERIA KARSTADT KAUFHOF
Einkäufer (w/m/d) im Bereich Sport
Festanstellung · Essen
GALERIA KARSTADT KAUFHOF
Sachbearbeiter (w/m/d) im Einkauf im Bereich Herren Fashion Und Young Fashion
Festanstellung · Essen
GALERIA KARSTADT KAUFHOF
Sachbearbeiter (w/m/d) im Einkauf
Festanstellung · Essen
GALERIA KARSTADT KAUFHOF
Sales Performance Manager M/W/D
Festanstellung · Frankfurt am Main
HEADHUNTING FOR FASHION
Retail Operations Manager*
Festanstellung · BERLIN
PUMA
Working Student Intellectual Property
Festanstellung · Herzogenaurach
PUMA
Project Manager Global Trade Compliance
Festanstellung · Herzogenaurach
PUMA
Senior Manager Eemea Trade Compliance
Festanstellung · Herzogenaurach
MARC CAIN
Retail Leasing Coordinator (M/W)
Festanstellung · BODELSHAUSEN
HEADHUNTING FOR FASHION
Global Manager* E-Mail Marketing & Mediaplanung
Festanstellung · MÜNCHEN
ADIDAS
Product Manager Footwear Running (M/F/D)
Festanstellung · Herzogenaurach
L'OREAL GROUP
Merchandising Manager (w/m/d) Cpd
Festanstellung · Düsseldorf
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
24.01.2020
Lesedauer
4 Minuten
Teilen
Herunterladen
Artikel herunterladen
Drucken
Drucken
Textgröße
aA+ aA-

Pariser Haute Couture: Düster, spirituell und klassisch

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
24.01.2020

Mode sei ein Spiegelbild der Gesellschaft. So spiegelte sich die düstere Gegenwart – von den australischen Buschbränden, den Konflikten in Nahost und den nicht enden wollenden Transportstreiks in Frankreich – in der zurückhaltendsten Pariser Haute Couture Saison seit Jahren.


Jean Paul Gaultier - Frühjahr/Sommer2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


In dieser Saison prägten Empowerment, eine radikal verschlankte Silhouette und ganz besonders die Abschieds-Show von Jean-Paul Gaultier das Bild der Haute Couture. Der Modeschöpfer setzte mit seiner beeindruckenden Show einen Schlussstrich unter seine 50-jährige Karriere und schloss ein riesiges Kapitel in der französischen Modegeschichte: Die Ära des Schöpfers.

Die Grundhaltung der Kollektionen setzte das Empowerment der Frauen in den Fokus, wobei auch zahlreiche Kreativdesignerinnen kräftig mitwirkten. Die Silhouette wurde radikal reduziert und es wurden vermehrt klassische Formen gezeigt, wie bei Christian Dior, wo die meisten Entwürfe aussahen, als wären sie für antike griechische Gottheiten entworfen worden.

Christian Dior - Frühjahr/Sommer2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula

 
"Ich sehe das so, Göttinnen sind überall, in der Kunst und im Leben, wieso also nicht in der Mode?", kommentierte die Kreativdirektorin von Dior, Maria Grazia Chiuri. Dem Luxushaus gelang es, Empowerment mit Klassik zu verbinden. Die Show wurde in einem riesigen Zelt in Form eines Frauenoberkörpers organisiert, das als "The Female Devine" betitelt wurde. Das Werk geht auf die feministische US-Künstlerin Judy Chicago zurück.

Chanel - Frühjahr/Sommer2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula

 
Bei Chanel setzte Modeschöpferin Virginie Viard auf eine eher katholische Auslegung der Spiritualität. Ihre Inspiration stammt von einem Besuch im kargen Zisterzienserkonvent Aubazine, wo die 12-jährige Coco Chanel nach dem Tod ihrer Mutter unterkam.

Das Haus zeigte eine asketische doch an vielen Stellen wunderschöne Kollektion. Reiche Karo-Anzüge, die fast bis zu den Knien reichten, wurden mit schwarzen Lacklederschuhen und weißen Schulmädchensocken kombiniert, daneben defilierten dunkelgraue Wollkleider mit Taschen und Schulterklappen und für Frauen mit Autorität gab es weit aufgeschlitzte schwarze Gürtelkleider, wie sie von Gigi Hadid getragen wurden. Das Topmodel führte als eine Art Oberschwester durch die Show hindurch.


Givenchy - Frühjahr/Sommer2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


Dennoch kam die Romantik in dieser Haute Couture Woche definitiv nicht zu kurz, wobei auch hier die Unabhängigkeit der Frauen groß geschrieben wurde. Bei Givenchy spielte Clare Waight Keller mit ihrer kräftigen und blumigen Kollektion auf den legendären englischen Garten von Sissinghurst an, eine Oase im Norden des Landes, die nicht zuletzt aus der Liebe zweier Frauen entstand – Vita Sackville-West und Virginia Woolf.

Die Modeschöpferin spielte mit Volumen, und auch der Initiant der in den vergangenen Jahren aufgekommenen Faszination für umfangreiche Couture-Entwürfe, Pierpaolo Piccioli von Valentino, wohnte der Show bei. Er selbst reduzierte die Silhouetten seiner jüngsten Kollektion jedoch deutlich und verarbeitete Faille-Stoffe in köstlichen Farben zu bemerkenswerten Spiralen, die an Technicolor-Filme, Bildschirmschönheiten der 50er-Jahre und die italienische Schickeria aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts erinnerten.



Elie Saab - Frühjahr/Sommer2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


Andernorts bot Schiaparelli verführerisch surrealistische Romantik und Elie Saab präsentierte eine imperiale mexikanische Kollektion. Armani Privé enthüllte einen ausgefeilten ethnografischen Stil mit einer Ikat-lastigen Show, an die Giorgio Armani den größten Star der Haute Couture Woche locken konnte: Reese Witherspoon.

Die Januarausgabe zieht generell wenig Hollywoodschauspieler an, unter anderem da sie während der Awards Season stattfindet. An dieser Saison kamen aber auch die Transportsstreiks und Bedenken aufgrund der Gelbwestenbewegung in Paris hinzu, was wohl erklärt, dass die Anzahl bedeutender Schauspielerinnen in Paris auf einen zehnjährigen Tiefstand gefallen ist.


Giorgio Armani Privé - Frühjahr/Sommer2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula

 
Am Schlusstag, als die berühmtesten Moderedakteure ebenfalls bereits abgereist waren, konnten sechs Nachwuchsdesigner entdeckt werden. Experimentale Scheider und Verfechter der Couture-Tradition, wonach die Haute Couture das Labor der Mode ist.

Dazu zählte auch Yuima Nakazato aus Japan, dessen Kollektion aus einem neuartigen Material gefertigt wurde: Brewed Protein. Es handelt sich um einen molekularbasierten Stoff, der um den Oberkörper herum geformt wird. Der Stoff fühlt sich sehr leicht und gummig an, ist jedoch im Gegenteil zu anderen Kunststoffen atmungsaktiv. So sahen die Models nach der Show noch nicht einmal verschwitzt aus.


Yuima Nakazato - Frühjahr/Sommer2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula

 
Das Label Nakazato ließ sich von Mangas und Kosmologie zu fantastischen Formen und Silhouetten anregen, die federleichte Akkordeonfalten aufwiesen – und mit bemerkenswerten gefiederten Kopfbedeckungen kombiniert wurden.

Eine Stunde später zeigte die gebürtige Toskanerin Sofia Crociani erstaunliche Profile und Konturen. Hierzu vermischte sie klassische Motive mit zusammengewürfelten Stofffetzen. Eine Kreuzung aus Praxiteles und John Chamberlain. Im wahrsten Sinne ein Labor der Mode.

Was von dieser Saison in Erinnerung bleiben wird, ist jedoch sicherlich in erster Linie Jean-Paul Gaultiers Rücktritt. Seine 250 Looks umfassende Show im Pariser Théâtre du Châtelet vor 1500 jubelnden Fans wird als fröhlichstes Adieu eines Couturiers in die Geschichte eingehen.

Copyright © 2021 FashionNetwork.com Alle Rechte vorbehalten.