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Paul Surridge tritt als Kreativdirektor von Roberto Cavalli zurück

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 21.03.2019
Lesedauer
access_time 2 Minuten
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Paul Surridge will seine Arbeit für Roberto Cavalli niederlegen. Seine jüngste Kollektion wurde vor wenigen Wochen am 23. Februar an der Mailänder Modewoche enthüllt. Nun wirft der britische Designer, der seit Mai 2017 an der kreativen Spitze des Unternehmens steht, das Handtuch.


Paul Surridge nach seiner letzten Show für Roberto Cavalli im Februar - © PixelFormula


Auf Anfrage von FashionNetwork.com bestätigte eine gut informierte Quelle die am Donnerstag von der Branchenplattform WWD enthüllte Information. Die Marke gab keine Stellungnahme ab.

Paul Surridge stieß zu einem schwierigen Zeitpunkt zu Roberto Cavalli. Im April 2015 wurde das Label nach einem von finanziellen Schwierigkeiten überschatteten Jahr vom italienischen Investmentfonds Clessidra übernommen. 2016 ernannte das Modehaus Gian Giacomo Ferraris zum CEO und beauftragte ihn mit dem Relaunch des Labels und der Neuausrichtung als bedeutende Luxusmarke. Paul Surridge wurde ein Jahr später zum Kreativdirektor ernannt, als die Marke eine tiefgreifende Umstrukturierungsphase durchlief.

"Das Projekt, für das Paul Surridge eingestellt wurde, veränderte sich im späteren Verlauf. Es wurden keine Investitionen [nach seiner Ernennung] getätigt, so wurden beispielsweise die wichtigsten Stores des Labels nicht modernisiert und die Ladenkonzepte sind immer noch dieselben, die der frühere Kreativdirektor Peter Dundas entwickelt hatte. Auch die Werbeausgaben wurden deutlich zurückgefahren. Die Ressourcen für die kreative Arbeit waren ebenfalls beschränkt. Und natürlich waren die Catwalk-Shows aufgrund der mangelnden Ressourcen nicht dafür geschaffen, Roberto Cavalli als Luxuslabel neu aufzustellen. In diesem Kontext war der Relaunch schlicht unmöglich", so die Quelle im Gespräch mit FashionNetwork.com.

Paul Surridge wurde vor zwei Jahren ausgewählt, um das Label in eine andere Richtung zu entwickeln, als die ursprüngliche Ästhetik des Gründers Roberto Cavalli vorgab. Dieser war für seinen sehr glamourösen, sexy und extravaganten Stil bekannt. Diese Strategie erschwerte die Arbeit des Kreativdesigners unweigerlich und stieß im Markt nicht unbedingt auf großes Verständnis.

Nun wolle der Designer "andere Angebote erwägen und um dies mit ruhigem Gewissen tun zu können, war es für ihn besser, das Haus zu verlassen", so die Quelle weiter. "Paul Surridge ist nicht daran, einen Vertrag mit einem anderen Label abzuschließen, er prüft lediglich ein Angebot".

Der Rücktritt von Paul Surridge versetzt das Label in eine schwierige Situation. Das Modehaus, dessen Umsatzprognose für 2019 EUR 155 Millionen beträgt, sucht seit Monaten nach neuen Investoren. Der Verkauf von Roberto Cavalli durch den jetzigen Besitzer Clessidra soll kurz bevorstehen und die Gewerkschaften sehen besorgt in die Zukunft des Unternehmens und der 270 Mitarbeitenden, die hauptsächlich in Florenz arbeiten.

Den jüngsten Gerüchten zufolge könnte der US-Konzern Bluestar Alliance, zu dessen Portfolio bereits mehrere amerikanische Label wie Bebe, Catherine Malandrino, Tahari und Brookstone zählen, mit seinem EUR 100 Millionen-Angebot gute Chancen haben, den Zuschlag zu erhalten. Aber auch Philipp Plein soll im Rennen stehen, gestützt durch die britische Private Equity Firma Blue Skye Investment Group.
 

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