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Veröffentlicht am
10.06.2022
Lesedauer
3 Minuten
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Philipp Plein: "Luxus bedeutet für mich, meine Ideen umsetzen zu können"

Veröffentlicht am
10.06.2022

Für Philipp Plein schließt sich ein Kreis. Alles begann für den Modeunternehmer Ende der 90er mit einem Sofa, genau genommen mit der Kreation eines Hundesofas. Jetzt hat der gebürtige Münchener nach zwei Jahrzehnten erfolgreicher Modekarriere während der Mailänder Designweek seine erste Home Collection vorgestellt. Seine Handschrift ist unübersehbar. Allerdings wurde kein Millimeter Leder verwendet. "Alles 100 Prozent vegan", betont Plein, der vor wenigen Tagen Vater eines kleinen Sohnes geworden ist, im neuen Showroom in der Via Burlamacchi beim Gespräch mit FashionNetwork.com.

Philipp Plein in seinem Mailänder Showroom in der Via Burlamacchi wenige Stunden vorm Launch-Event während der Designweek. - Rüdiger Oberschür


Opulent bestickte Kissen dürfen in dieser Luxury Collection, die ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg des Labels zur 360-Grad-Lifestyle-Marke ist, natürlich nicht fehlen. Seit dem Ende der Corona-Krise forciert Plein das Lizenzgeschäft: Mit Timex hat er Uhren und mit dem Eyewear-Produzenten De Rigo eine Brillenkollektion realisiert. 2020 ist Pleins erster Duft "No Limits" auf den Markt gekommen, der auf dem deutschen Markt von der Nobilis Group vertrieben wird. 

2023 soll in Mailand das erste Hotel eröffnen. Vertraglich sei schon alles unter Dach und Fach, wie Plein verrät. Außerdem will er in Rom und Mailand Luxus-Apartments vermarkten und investiert  

Über die eigenen, mit Swarovski-Kristallen bestickten Kissen war er Anfang der 2000er Jahre überhaupt erst dazu gekommen Mode zu machen. Bei den damaligen Auftritt auf der Kölner Möbelmesse IMM sollte der Stand zusätzlich dekoriert werden. Seine damals 12-jährige Schwester trug eine Feldjacke der Bundeswehr aus irgendeinem Military-Shop, wo Plein schließlich einfach die Bestände aufkaufte und sie mit den Swarovski-Kristallen und Totenköpfen garnierte, die schon die Kissen zierten.

So entstand das Profil seines heute weltbekannten Labels. Der Rest ist fast schon Legendenbildung. Bei der Showroom-Party am Abend kann man einige Gästen genau in diesen glitzernden Armeejacken sehen.  

"Eigentlich wollte ich gar keine Mode machen", erzählt Plein zuvor. Ein großer Fan von Totenköpfen sei er eigentlich auch nie gewesen. Luxus und Glamour standen jedoch immer im Vordergrund. So auch bei der neuen Home Collection, die in Kooperation mit dem niederländischen Möbelhersteller Eichholtz entstanden ist.

Die Sofabezüge aus Samt unterstreichen die Luxusnote optisch sowie haptisch. Für eine nicht minder noble Tapeten-Kollektion hat Plein mit dem italienischen Marktführer Zambaiti Parati zusammengearbeitet.

Mit dem Kampagnentitel kommt die gewohnt provokante Note dazu, die für Plein auch bei der Entwicklung zur 360-Grad-Marke im Fokus steht. - PHILIPP PLEIN


Inspiration hätten ihm auch die zwei Jahre Pandemie mit Home Office und Lockdowns geliefert, sagt Plein: "Der Blick auf Wohndesign und Architektur hat sich nach der Pandemie verändert und das hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie sich Menschen zu Hause fühlen sollten."

Die Kollektion umfasst neben Seidenkissen und den goldbeschlagenen Samtsofas auch Glasleuchten, NFT-Spiegel, Esstische mit goldenen Palmen-Motiven sowie Statement-Teppiche und Outdoor-Möbel. Den besonderen Appeal der Home Collection hat Ellen von Unwerth in nicht minder glamourösen Kampagnenbildern eingefangen. 

Mit dem Kampagnentitel "Not Your Parents Furniture" kommt die gewohnt provokante Note dazu, die für Plein auch bei der Entwicklung zur 360-Grad-Marke im Fokus steht. Mehr ist definitiv mehr. Soviel steht im Markenkosmos des Philipp Plein fest, zu dem neben der eigenen Sportwear-Linie und dem Label Billionaire auch Uhren, Kidswear, Surf- und Skateboards gehören.

Was als nächstes kommt? Bleibt abzuwarten. Zuletzt hat Plein einen Millionenbetrag im Metaverse investiert und setzt auch auf Kryptowährung, mit der man in seinem Londoner Store bereits bezahlen kann.

Die Kampagnenmotive hat Fotografin Ellen von Unwerth geschossen. - PHILIPP PLEIN


"Wir sind immer noch eigenfinanziert und haben keine Investoren. Ich habe auch keine reiche Mama, die das hier alles bezahlt", scherzt Plein im FNW-Interview. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 700 Mitarbeiter. "Alles was wir machen muss ein bisschen verrückt sein und Spaß machen", bringt Plein sein Konzept auf den Punkt. 

Was Luxus für ihn persönlich bedeute, kann der "Meister des Bling Bling" am Ende sehr überzeugend, fast bescheiden erklären: "Luxus bedeutet für mich weniger materieller Wohlstand, sondern die Möglichkeit, meine Ideen umzusetzen."

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