Pitti Uomo: Eine beruhigende Messe

Die Pitti Uomo eröffnete als erste Messe der Saison die Frühjahr-Sommersaison 2014. Die Veranstaltung in Florenz ist somit maßgebend für Mode und Modebranche. Welchen Einfluss hatte die Krise, hatten die Umsatzeinbußen in zahlreichen europäischen Ländern? Die Pitti konnte zahlreiche Besucher beruhigen, sogar die Italiener, die die Auswirkungen seit mehreren Saisons stark zu spüren bekamen. Ein eindeutig positives Zeichen vor den Männermessen in Paris, den Berliner Messen und der Pariser First Sessions.

Im Getümmel der Pitti Uomo

Ein kurzer Blick in die Statistik: Die Besucherzahlen aus Italien konnten sich an der Männermodemesse in Florenz mit 10 400 Besuchern stabilisieren. Für die Veranstalter ist dies ein Erfolg, da sie einen erneuten krisenbedingten Besucherrückgang seitens der italienischen Händler befürchtet hatten. Gemäß Raffaello Napoleone, CEO von Pitti Immagine, ist der Männermodemarkt 2012 in Italien erneut um 5,7 % zurückgegangen, nach einem Minus von 4,2 % im Jahr 2011, 2 % 2010 und 3,4 % im Jahr 2009!

Auch bei den Ausländern stieg die Anzahl Besucher an, und zwar um 4 % auf 7700 Personen. Insgesamt konnte die Messe ein Plus von 1,7 % auf 18 700 Eintritte verzeichnen.

Den von der Messe veröffentlichen Informationen ist zu entnehmen, dass die Besucher aus rund hundert Ländern stammten. Die größte Gruppe bildeten die Deutschen mit 900 Besuchern, an zweiter Stelle folgte Japan mit 870 Eintritten. Raffaello Napoleone vermutet, dass dies mit der Einführung der Onlineversion der Messe, E-Pitti, zusammenhängen könnte, da diese seit vergangenem Sommer eine japanische Version anbietet (in diesem Sommer wird die russische Seite lanciert). „Dabei muss angemerkt werden, dass zwei Personen Vollzeit für unsere Organisation in Japan arbeiten, die eine für die Presse, die andere als Kontakt für die Einkäufer“, unterstreicht der CEO von Pitti.

Ehrengast der Saison für die Männerkollektionen war Kolor.

Auch bei den Besuchern aus Russland, den USA, China, Korea, der Türkei, Hongkong und Südostasien (insbesondere Singapur und Malaysia) war ein starker Zuwachs zu verzeichnen. Doch auch die Interessenten aus Zentralasien (Aserbaidschan und Kasachstan) sowie Nahost kamen in Scharen.

Aus Frankreich waren stabile Zahlen zu vermelden. Die Einkäufer aus England, Spanien, Holland und Österreich hingegen waren weniger zahlreich angereist. Raffaello Napoleone verweist jedoch auf die Zunahme anderer europäischer Länder wie Belgien, Portugal, die Schweiz und ganz Nordeuropa.

Der CEO von Pitti Immagine ist überzeugt, dass die großen Einkäufer im Bereich der Männermode anwesend waren. So konnte eine französische Marke wie beispielsweise Tom Edwards der Gruppe LTB (Serge Blanco) an ihrem Stand große französische Einzelhändler begrüßen, darunter Cartouche in Toulouse, Smart in Lyon, Curtis in Boulogne-Billancourt und das Team des Luxus-Kaufhauses Galerie Lafayette usw.

Als einziger Wermutstropfen wäre allenfalls die Verweildauer zu erwähnen. Besucher aus Japan bleiben zwar lange auf dem Messegelände, durchschnittlich drei bis vier Tage. Die Europäer scheinen ihre Präsenz in Florenz jedoch auf zwei Tage und eine Nacht reduziert zu haben, dies bestimmt um das Budget niedrig zu halten.

Für Raffaello Napoleone gilt jedoch nicht nur die sichtbare Geschäftstätigkeit an den Ständen großer und kleiner Marken. Der CEO von Pitti Immagine spricht auch von einer Hintergrundarbeit um die Pitti herum, zwischen Agenten und Marken, Labels und Herstellern von Private Labels, mit Lizenzvereinbarungen usw. „All dies ist möglich, weil die Pitti existiert!“, bekräftigt Napoleone. Und er betont: „Man kann nicht sagen, dass man an der Pitti nichts Neues, nichts Interessantes gesehen hat“.

Damit stimmt auch Shoto Konda, CEO von Isetan in Tokio überein: „In Japan galt die Pitti Uomo vor rund zehn Jahren als wichtiges Event für klassische Bekleidung. Wenn ich heute an die Pitti denke, so sehe ich alle Arten von Kleidungsstilen: Sport, Mode, Street. Die Messe bietet ein umfassendes und avantgardistisches Angebot. Eine wichtige Gelegenheit, die Trends, Styles usw. der kommenden Saison aufzuschlüsseln.“

Und genau für diese Informationen kommen die Besucher an die Modemesse, und erst in zweiter Linie für die Bestellungen. Den Aussagen unserer Gesprächspartner zu glauben, ist das der Messe erneut gelungen!

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