Polizei in Singapur prüft Berichte zu finanziellen Unregelmäßigkeiten bei Wirecard

Die singapurische Polizei teilte am Montag mit, dass sie Berichten der "Financial Times" über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten beim deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard AG nachgeht.

Reuters

Die FT veröffentlichte letzte Woche zwei Berichte über angebliche Verstöße im Wirecard-Büro in Singapur, die die Aktien des Mitglieds des Blue-Chip-DAX-Index deutlich abstürzen ließen.

"Die Polizei untersucht die Angelegenheit", sagte eine Sprecherin der singapurischen Polizei als Antwort auf Reuters Nachfrage zu den Berichten.

Wirecard hat die FT-Berichte als "ungenau, irreführend und diffamierend" bezeichnet. Die Niederlassungen in Singapur und München standen am Montag nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.

Der zweite Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde und das Unternehmen 5,7 Milliarden Dollar Marktwert kostete, besagte, dass die singapurische Anwaltskanzlei Rajah & Tann bei Wirecard Beweise für "schwere Fälschungen von Konten" gefunden habe.

Rajah & Tann lehnten eine Stellungnahem ab.  

Das in München ansässige Wirecard war immer wieder ein Ziel von Leerverkäufern – Investoren, die auf sinkende Aktienkurse setzen –, die in den letzten Jahren dessen Rechnungslegungsmethoden und die schnelle internationale Expansion in Frage gestellt haben.

Diese spekulativen Angriffe haben zu einer enormen Volatilität der Wirecard-Aktie geführt, obwohl sich der Aktienkurs immer wieder erholt hat und das Unternehmen im vergangenen Jahr den Aufstieg in den DAX geschafft hat.

Die Münchener Staatsanwaltschaft sagte am Freitag, sie habe keine Beweise für das angebliche Fehlverhalten, über das die Financial Times berichtete, gefunden.

Wirecard wird am Montag um 1300 MEZ (2000 Singapur-Zeit) eine Telefonkonferenz abhalten.

Übersetzt von Felicia Enderes

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