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DPA
Veröffentlicht am
08.10.2009
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3 Minuten
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Prêt-à-Porter-Abschluss: Wenig Spannendes in Paris

Von
DPA
Veröffentlicht am
08.10.2009

Paris (dpa) - Die meisten Designer gingen auf Nummer sicher bei den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen der Damenkollektionen für Frühjahr/Sommer 2010. Am Donnerstag blieb der Eindruck, dass vor allem Tragbarkeit und Kommerzialität das Modebild prägten. Selten zuvor wurde soviel über die sogenannte DNA von Marken geschrieben: Die Modemacher passten sich schlicht den traditionellen Bildern von ihren Labels an. Fließende Entwürfe, oft in Beige-Tönen oder Pastellfarben, Röcke in allen Längen, lockere Blazer sowie ein paar Volants und Rüschen rauschten vielfach über die Laufstege. Auch der vordergründig provokante Lingerie-Look dieser Saison rief nur ein Gähnen hervor, erscheint er doch in regelmäßigen Abständen auf den Laufstegen - immer dann, wenn den Designern nichts einfällt.


Hermès Frühjahr/Sommer 2010. Foto : PixelFormula

«Und das soll alles gewesen sein?» fragte man sich nach einem neuntägigen Marathon mit mehr als 90 Schauen. Dabei gab es einige starke, sehr schöne Kollektionen wie etwa die von Céline, Balenciaga oder Lanvin. Doch kamen keine großartig neuen Ideen auf oder gar Visionen. Was die Journalisten ärgert, mag die Händler freuen. Sie fanden Massen von verkäuflichen, schmeichelnden Einzelteilen. Bei Lanvin im Showroom etwa war es sehr voll. Es wurde so eifrig geordert als herrschte Ausverkauf. Allerdings: Ganz ohne Wagnisse geht es auch bei den Händlern nicht - modebewusste Kundinnen suchen nach Neuem. «Was allzu sicher wirkt, ist am Ende oft gar nicht sicher», sagten etwa Josef Voelk und Emmanuel de Bayser, deren Laden «The Corner» in Berlin zu den anspruchsvollsten Modegeschäften Deutschlands zählt.

Immerhin gab es am Mittwoch noch ein paar echte Highlights mit den Schauen von Hermès, Miu Miu und Louis Vuitton. Jean Paul Gaultier zeigte für Hermès eine Art Tennis-Look vom Allerfeinsten, mit edlen Pullovern mit V-Ausschnitt und schmalen Streifen, kleinen geschlitzten Faltenröckchen aus Leder und schimmernden Seidenkleidern mit Holderneck-Trägern und sportiven Details. Dass Weiß, Crème und Blau dominierten, war dabei klar. Doch schon lange gab es kein so strahlend schönes Königsblau mehr wie hier.


Louis Vuitton - Kollektion für den nächsten Sommer. Foto : AFP

Miuccia Prada setzte in ihrer Schau für Miu Miu auf den Mix von Mädchenhaftigkeit und Vamp-Elementen, der die Marke zu einem «Must- have» für jüngere Frauen gemacht hat. Die Kleider erinnerten ein wenig an superschicke Dirndl - körpernah und langgezogen - mit Puffärmelchen und aus witzigen Stoffkombinationen, zart und mit aufgedruckten Margeriten, Möwen oder Figuren. Pailletten und lange Kristallfäden hoben Busen oder Hüften hervor, genau wie BH-Oberteile oder geschickt gesetzte Stoffaussparungen. Miuccias Showgäste Kate Moss und Renée Zellweger stehen genau für die gut informierten «Fashionistas», die solche Entwürfe lieben.

Marc Jacobs war bei Louis Vuitton einer der wenigen, die es dann doch zu neuen Ufern zog. Seine Kollektion war von jungen Globetrottern inspiriert, die durch die Welt ziehen und überall Dinge mitnehmen. Mit riesigen Afro-Frisuren und in einem Charivari-Look, der Radlerhosen und Chiffon-Tops, Westen und Zipfelkleider, Wickelröcke und Military-Jacken vermengte, trugen sie große Beuteltaschen mit Fransen für ihre Fundstücke mit sich. Natürlich war alles sehr luxuriös verarbeitet - auch die scheinbar groben Clogs mit Federn oder Lederbändern drauf, in denen Jacobs am Ende der Schau selbst auf den Laufsteg kam.

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