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Proenza Schoulers stilvolle Heimkehr

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 11.09.2018
Lesedauer
access_time 2 Minuten
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Nach drei Saisons in Paris kehrt Proenza Schouler triumphal nach Manhattan zurück und zeigte eine revolutionäre Kollektion, ironischerweise in einer Hochburg des amerikanischen Kapitalismus: der Wall Street.

Proenza Schouler – Frühjahr/Sommer 2019 - New York - © PixelFormula

 
Die Show am Montagnachmittag fand in einem leerstehenden Bankgebäude statt. Die Rolltreppe, die in zur Ausstellungsfläche im zweiten Stock führte, war außer Betrieb. Die Marke zeigte eine zurückhaltende Kunstshow, fern der prachtvollen Stickereien, Federn, Stoffkniffe und komplizierten Lederdesigns, die den Abstecher des Labels nach Paris kennzeichneten.

Ganz im Gegenteil setzte die Marke auf eine kühne, bodenständige Kollektion aus japanischem Denim, Baumwollgabardine und Popeline. Die Stoffe wurden allesamt in New York und Los Angeles verarbeitet, genäht und abgesteppt.

Säuregefärbte Jeansstoffe wurden zu breit gerafften Röcken geschnitten, eine Gabardine-Shirt in Metallic-Silber mit einem schwarzen Jeansrock mit Sattlerstich kombiniert und ausgestellte Malerhosen mit einem Baumwollhemd und riesigen Taschen mit dem Markenlogo gezeigt. Shirts und Batik-Tops mit Aufdrucken von Wolkenkratzern und Rosen ergänzten den Look.

Die meisten Outfits wurden durch Hosen und Pumps ergänzt, wobei die Hosenbeine jeweils um die Schuhe herumgebunden oder gewickelt wurden. Einfach, und dennoch köstlich modern: Die Show von Proenza Schouler war zweifellos die originellste der Saison in New York. Eine triumphale Rückkehr für Jack McCollough und Lazaro Hernandez.

Die beiden Designer arbeiteten eng mit der in Berlin ansässigen Künstlerin Isa Genzken, deren Installation den Eingang zur Show kennzeichnete. Genzken gestaltete eine Reihe mit fünf Models, die teils in Entwürfe von Proenza Schouler gekleidet waren. Sie trugen Shirts, Nylon-Kittel und Brillen, um den Hals wurden verschiedene Fotografien gehängt.

Proenza Schouler – Frühjahr/Sommer 2019 - New York - © PixelFormula


 "Isa war schon immer ein Bezugspunkt für uns. Im Juni riefen wir sie an und schlugen ihr unsere Idee vor", erklärte Jack McCollough. Sein Designpartner Lazaro Hernandez fügte an: "Wir wollten keine Collaboration. Wir sind der Ansicht, dass das Wort heutzutage viel zu viel genutzt wird". Und McCollough ergänzte: "Aber uns gefiel die Idee, gegenseitig auf unsere Ideen aufzubauen".

"Wie zwei unabhängige Einheiten, die miteinander im Austausch stehen", erklärt Lazaro den Vorgang. Als sie Isa Genzken mehrere Kleidungsstücke nach Deutschland sandten, hätten sie nicht gewusst, was die Künstlerin daraus machen wollte. Schlussendlich entstand eine Installation und das Designerduo spann weiter an der Idee.

Gezeigt wurden nur 30 Looks, die Gästeliste umfasste halb so viele Personen wie sonst, knapp 200 Plätze wurden einberechnet. Dadurch ergab sich eine stark fokussierte Show, was der Veranstaltung den letzten Schliff gab.

"In der vergangenen Saison experimentierten wir mit Batik; ein langes Batikkleid aus samtigem Jersey entpuppte sich als der beliebteste Look in Paris. Er wurde auch am meisten abgelichtet von Modezeitschriften. Da dachten wir uns, vielleicht braucht es gar nicht so viele Verzierungen. Es muss nicht alles gleich USD 12 000 kosten!", meinte McCollough lachend.

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