Puma hebt Umsatzprognose an – Investoren dennoch enttäuscht

Der Sportartikelhersteller Puma hat im zweiten Quartal einen kräftigen Sprung nach vorn gemacht. Der Handelsstreit zwischen den USA und der EU sowie China stimmt Konzernchef Björn Gulden dennoch vorsichtig. Inzwischen sei er aber weniger beunruhigt als noch zu Beginn des Jahres, sagte er am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen.

Las acciones de Puma cayeron un 7% el pasado jueves.

Die Umsatzprognose für 2018 hob Puma zum zweiten mal in diesem Jahr an und erwartet nun ein währungsbereinigtes Plus beim Umsatz von 12 bis 14 Prozent. Bislang hatte Puma einen Zuwachs von 10 bis 12 Prozent erwartet. Die Ergebnisprognose behielt der Konzern aber bei: Das operative Ergebnis (Ebit) soll weiterhin von den 245 Millionen des Vorjahres auf 310 bis 330 Millionen Euro steigen. Er wolle sicherstellen, auch das zu liefern, was er verspreche, sagte Gulden und verwies neben dem unsicheren Handelsumfeld auch auf höhere Kosten.

An der Börse ging es mit der Aktie um 3 Prozent auf 460 Euro bergab. Marktteilnehmer hatten auch auf eine Erhöhung der Ebit-Prognose gesetzt. Die Investmentbank JPMorgan schrieb in einer ersten Einschätzung von "einer Enttäuschung". Die Puma Aktie ist seit kurzem wieder Mitglied im MDax , nachdem der jahrelange Großaktionär Kering seine Beteiligung gesenkt und so eine bessere Handelbarkeit der Aktie ermöglicht hatte. Das Puma Papier hat allerdings auch in diesem Jahr rund 30 Prozent an Wert gewonnen. Anfang Juni hatte es bei 539 Euro ein Rekordhoch erklommen.

Puma Chef Gulden hatte den Sportartikelhersteller in einer Krisensituation übernommen und nach etlichen Umbauten wieder auf die Erfolgsspur zurück geführt. Inzwischen fühlt sich das Unternehmen stark genug, um den größeren Konkurrenten Adidas und Nike die Stirn zu bieten. Mit der Hilfe des US-Rappers Jay Z will Gulden nun das Basketball-Segment in den USA aufmischen. Erste NBA-Spieler wurden unter Vertrag genommen, auch die Resonanzen aus dem Handel und von den Fans seien positiv, sagte Gulden. Die ersten Basketball-Produkte soll es ab Herbst geben.

Zunächst kostet der Einstieg aber Geld, gleiches gilt für das Sponsoring für Fußballclubs wie AC Mailand oder Olympique Marseille. Auf Jahressicht werden die Investitionen in Sportmarketing steigen. Eine starke Nachfrage nach Schuhen kurbelte das Wachstum im zweiten Quartal an. So legten die Franken beim Umsatz um 8 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu. Ohne den starken Euro wäre der Umsatz um 15 Prozent gewachsen. Unter dem Strich stieg der Gewinn um gut 42 Prozent auf 31,1 Millionen Euro. Operativ verdiente Puma mit 57,6 Millionen Euro rund ein Drittel mehr als im Jahr zuvor.

Gulden zufolge sind die Oderbücher für das zweite Halbjahr gut gefüllt. Der Schub für Fußballschuhe beginne in der Regel erst im Anschluss an die Fußballweltmeisterschaft und damit jetzt. Der Verkauf von Replika-Shirt habe vor und während des Turniers seinen Höhepunkt. Allerdings habe die Nicht-Teilnahme von Italien diesmal gebremst. Die neuen Club-Partnerschaften sollen es nun raus reißen.

Auf einen neuen Mode-Trend musste sich Puma bereits im zweiten Quartal einstellen und entsprechend bei Warenbeschaffung und Logistik reagieren. Der Retro-Boom flache ab, sagte Gulden. Gleiches gelte für die minimalistisch designten Schuhe. Inzwischen seien klobige, vom Basketball inspirierte Sneaker angesagt.

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