Puma macht deutlich mehr Gewinn und hebt Prognose an

Der Sportartikelhersteller Puma hat im dritten Quartal einen deutlichen Satz nach vorn gemacht. Der Konzerngewinn verbesserte sich um gut 57 Prozent auf 62,1 Millionen Euro, wie der Adidas Konkurrent am Dienstag mitteilte. Operativ verdiente das vom französischen Luxuskonzern Kering kontrollierte Unternehmen mit 101,2 Millionen Euro knapp 68 Prozent mehr als im Vorjahr. Verbesserungen bei der Beschaffung, der Verkauf von neuen Produkten mit einer höheren Marge sowie Preiserhöhungen halfen dabei der Profitabilität nach oben.

Preiserhöhungen sorgen für eine höhere Profitabilität. - Archiv

Puma hatte vergangene Woche bereits Eckdaten vorgelegt und dabei zum dritten Mal in diesem Jahr die Prognose angehoben. Das im SDax notierte Unternehmen erwartet nun 2017 einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 14 bis 16 Prozent und eine Steigerung des operativen Ergebnisses auf 235 bis 245 Millionen Euro. Der Konzerngewinn soll ebenfalls kräftig anziehen.

Für das vierte Quartal schlug Puma Chef Björn Gulden am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen hingegen leisere Töne an. Das Niveau der Rohertragsmarge aus dem dritten Quartal werde nicht zu halten sein, sagte er.

Gut lief es für Puma vor allem mit Schuhen und Accessoires. So zog der Konzernumsatz insgesamt um 13,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro an. Währungsbereinigt lag das Plus bei 17 Prozent. Etwa ein Drittel des Geschäfts machen inzwischen Produkte speziell für Frauen aus. Da aber viele Artikel auch Unisex seien und Frauen zudem häufig auch für ihre Männer oder Kinder einkaufen würden, sei die Bedeutung der weiblichen Verbraucher um ein vielfaches größer, sagte Gulden. Um diese besser anzusprechen, stellt Puma daher zunehmend Frauen für die Entwicklung seiner Produkte ein und sucht mehr weibliche Werbeträger.

Neben US-Sängerin Rihanna, die seit vergangenem Jahr für Puma designt, hat der Konzern nun mit Selena Gomez einen weiteren Social Media-Star als Markenbotschafter an Bord geholt. Ob auch diese Zusammenarbeit zu einer eigenen Kollektion führen wird, müsse man aber abwarten, sagte Gulden.

Große Hoffnungen knüpft Gulden zudem an den Bereich Fußball und die im kommenden Jahr stattfindende Weltmeisterschaft in Russland. Der Manager, der früher selbst Fußball-Profi war, geht davon aus, dass sich fünf von Puma gesponsorte Teams qualifizieren. Je länger eine Mannschaft im Turnier ist, desto mehr Replika-Shirts verkauft der Ausrüster in der Regel auch. Eine steigende Nachfrage nach Fußball-Schuhen stelle sich dann meist erst nach dem Event ein, sagte Gulden.

Die Auftragsbücher für die kommenden Monate sind dem Puma Chef zufolge gut gefüllt. Dennoch ist Gulden mit Blick auf das vierte Quartal vorsichtig. Das Wetter sei bislang zu warm, viele Händler hätten deswegen noch viel Herbst- und Winterware in ihrem Lager, die dann mit Preisnachlässen verkauft werde.
Besonders Rabattgetrieben ist der Handel derzeit in den USA. Das bekommen vor allem die US-Konkurrenten Nike und Under Armour zu spüren, die einen großen Teil ihres Geschäfts dort machen. Die deutschen Hersteller Puma und Adidas holen hingegen auf. Adidas wird Anfang November seine Quartalszahlen vorlegen, Under Armour Ende dieses Monats.

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