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Veröffentlicht am
28.03.2017
Lesedauer
3 Minuten
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Ralph Toledano knallt die Tür bei Puig

Veröffentlicht am
28.03.2017

Ralph Toledano ist von seinem Posten als Präsident der Mode-Division der Puig-Gruppe zurückgetreten. Und auch die Direktion von Nina Ricci und Jean Paul Gaultier hat er abgegeben, wie er gegenüber FashionNetwork bestätigte.


Ralph Toledano - Puig


Ralph Toledano bleibt weiterhin Präsident der Fédération française de la couture, des Verbandes, den er seit 2014 führt. Und in dem er im Juni 2016 einstimmig bestätigt wurde.

Toledano ist seit langem als brillanter Talentsucher und –finder bekannt. Als er in den späten Neunzigern bei Guy Laroche war, entdeckte er Alber Elbaz und stellte ihn sofort ein. So initiierte er eine der aufregendsten Karrieren im Modebereich in den vergangen zwei Jahrzehnten. Zudem heuerte Toledano Guillaume Henry für Nina Ricci und Julien Dossena für Paco Rabanne an – zwei von den Kritikern hochgelobte junge französische Designer.

„Ich habe meinen Job gemacht und jetzt war es an der Zeit, weiterzuziehen. Ich habe diese fünf Jahre aufrichtig genossen – vor allem die Arbeit mit den Teams, die ich zusammengestellt habe. Dort sind nun großartige Leute tätig“, fügte Toledano hinzu. Er verriet FashionNetwork, dass er im Herbst in eine bereits identifizierte Führungsposition zurückkehren werde – nachdem er eine wohlverdiente Auszeit genommen hat.

Bei Nina Rici ernannte Toledano Sophie Templier zum neuen Managing Director des Hauses. „Sophie hat 15 Jahre lang mit mir zusammengearbeitet und ich habe sie aufgebaut, den Job zu übernehmen“, sagte Toledano, der zugleich Sophie Waintraub als neuen Managing Director von Gaultier benannte.

Bei Gaultier managte er den Personalabbau in der Abteilung der Modedesigner und verdeckte den Verlust mit einem Ready-to-Wear-Geschäft, während die Haute Couture erhalten blieb. Gaultiers hochprofitable Parfüm Division, ehemals bei Shiseido in Japan angesiedelt, kam im vergangenen Jahr in die Obhut von Puig.

Während der vergangenen beiden Jahre hat der Luxuskonzern Kering mehr als die Hälfte aller CEOs ihrer an sich stabilen Luxusunternehmen ausgetauscht, zugleich stellte Burberry mit Marco Gobetti einen neuen CEO ein, der von Céline kam und Ralph Lauren entließ seinen CEO Stefan Larsson. Die Frage, ob diese Abgänge der Ausdruck eines Umbruchs im gehobenen Modemanagement seien, wies Toledano strikt zurück.  

„Bei Kering, würde ich sagen, wurden wir Zeuge des Endes von Tom Fords Gang, die aus der ursprünglichen Gucci Gruppe kam und das brauchte nahezu ein ganzes Jahrzehnt“, sagte Toledano und bezog sich auf den amerikanischen Designer, der gemeinsam mit Gucci CEO Domenico De Sole eine ganze Menge Marken akquirierte - vor allem Bottega Veneta, Stella McCartney, Balenciaga and Alexander McQueen – in einer Art Akquisitions-Exzess  am Beginn dieses Jahrhunderts und für jene Gruppe, aus der dann Kering hervorging.
Sich Burberry zuwendend, argumentierte Toledano, dass „das Unternehmen ganz einfach bemerkt hat, was für eine schlechte Idee es ist, mit Christopher Bailey einen Designer zu haben, der zugleich CEO ist. Nach zwei Jahren wurde mit Gobetti ein Top-Manager engagiert, um dies zu korrigieren. Und ich erinnere daran, dass Marco eine Dekade lang bei LVMH war. Und bei Ralph Lauren würde ich abschließend sagen, dass es der Klassiker war – von all den Problemen, die ein neuer Top-Manager in einem Familienunternehmen  mit sich bringt.“

Unterm Strich zog er den Schluss: „Es ist ein Sündenbock-System. Wenn die Dinge nicht gut laufen, werden entweder die CEOs  oder die Designer dafür verantwortlich gemacht. Tatsächlich aber ist der Markt heutzutage schwierig.“

Die in Barcelona beheimatete Puig Group ist eine von Europa zehn größten Luxuskonzernen.  Sie verdient den größten Teil ihres Umsatzes in dem Vier-Marken-Haus im Parfüm-Geschäft; vornehmlich mit Carolina Herrera und Paco Rabanne – neben Rici und Gaultier. Als Lizenznehmer kreiert das Familienunternehmen des Weiteren Parfüms für Valentina, Prada und Comme des Garçon. Während es Puig gelang, sein Parfüm Segment in ein substanzielles Geschäft mit rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr ausbauen, ist das Investment in den Modebereich weniger spektakulär.

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