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Veröffentlicht am
14.06.2015
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Rennen um deutsche Warenhäuser: Internationale Investoren am Start

Von
DPA
Veröffentlicht am
14.06.2015

Deutsche Warenhäuser im Visier internationaler Investoren: Mit der Central Group aus Thailand und dem kanadischen Handelskonzern Hudsons's Bay strecken derzeit auch zwei hierzulande noch weitgehend unbekannte ausländische Unternehmen ihre Fühler ins schwierige Warenhaus-Geschäft aus. 2014 hatte bereits der Österreicher René Benko Karstadt übernommen.


Kaufhof - Kaufhof


Nach Medienberichten soll das kanadische Unternehmen mittlerweile als aussichtsreichster Bewerber im Rennen um die Metro-Warenhaustochter Kaufhof gelten. Interesse an Kaufhof hat allerdings auch die Benko-Holding Signa angemeldet - und sieht sich weiterhin im Rennen. Bereits in der kommenden Woche könnte eine Einigung verkündet werden, berichtete am Freitag das «Handelsblatt». Bislang gibt sich der Mutterkonzern Metro bedeckt.

Doch bei einem möglichen Kaufhof-Verkauf sind die Hürden hoch: Als Voraussetzung für einen Verkauf gilt, dass ein potenzieller Käufer einen angemessenen Preis, eine solide Finanzierung und ein schlüssiges Zukunftskonzept bietet.

Der kanadische Warenhauskonzern betreibt unter anderem die Luxuskaufhäuser Saks Fifth Avenue. Nach einer bereits vorliegenden ersten Offerte des Unternehmens werde in der zweiten Juni-Hälfte mit der Vorlage eines sorgfältig ausgearbeiteten Papiers gerechnet, das dem Metro-Vorstand dann als Entscheidungsgrundlage dienen könnte, hatte die «Welt» noch in der vergangenen Woche unter Berufung auf Insider berichtet.

Als wichtigster Konkurrent der Kanadier im Rennen um Kaufhof gilt derzeit Karstadt-Eigner Benko, der nach Medienberichten über sein Unternehmen Signa Retail ein Kaufangebot über 2,9 Milliarden Euro für den Rivalen abgegeben haben soll. In ähnlicher Größenordnung soll sich den Berichten zufolge auch das Angebot von Hudson's Bay bewegen.

Spekulationen ranken sich laut «Handelsblatt» auch um ein Interesse der Thailänder an Kaufhof. Erst in dieser Woche war die Central Group über ihre italienische Tochter La Rinascente mit 50,1 Prozent bei Benko's Luxuswarenhaus-Gruppe eingestiegen. Die Zeitung fragte: «Hat sich Benko so einen potenziellen Rivalen im Kampf um Kaufhof geschickt zum Partner gemacht?»

Experten sehen das Feilschen um den deutschen Warenhausmarkt jedoch skeptisch. «Ich kann die zugrundeliegende Strategie nicht erkennen», sagt Handelsfachmann Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Die Krise der Warenhäuser in Deutschland dauere nun schon seit den 1980er Jahren an, und bislang sei noch kein durchschlagendes Rezept dagegen gefunden worden. Immerhin gelte Deutschland als schwierigster Handelsmarkt in Europa. «Manchen der ausländischen Interessenten fehlt vielleicht schlicht der historische Hintergrund», glaubt Roeb.

«Dass internationale Handelsunternehmen auf den deutschen Warenhausmarkt schielen, ist eine neue Entwicklung», sagt Niklas Reinecke vom Marktanalyse-Unternehmen Planet Retail. Wenn ein ausländisches Unternehmen jedoch Expertise mitbringe, sei das Geschäft nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Derzeit sei die Lage jedoch noch sehr undurchsichtig. «Das Warenhaus-Thema ist höchst brisant. Da passiert vieles hinter verschlossenen Türen», vermutet Reinecke.

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