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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
19.10.2021
Lesedauer
2 Minuten
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Richemont könnte Berichten zufolge einen Verkauf von YNAP erwägen

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
19.10.2021

Der Luxusgüterriese Richemont erwägt Berichten konkurrierender Modemedien zufolge möglicherweise die Ausgliederung von YNAP, obwohl der Konzern Millionen in den Online-Modehändler investiert hat.

Die Net-A-Porter-Homepage


Der riesige Luxuskonzern mit Sitz in der Schweiz, der 2018 die Kontrolle über YNAP erwarb, habe entschieden, dass die E-Commerce-Plattform das Technologiewettrennen mit dem Konkurrenten Farfetch verloren hat, wie Miss Tweed, eine Website von Einzelreportern, und die Nachrichtenseite The Fashion Law (TFL) berichten.
 
Beobachter haben kürzlich spekuliert, dass Richemont mit YNAP nicht zufrieden sei, nachdem das Unternehmen beschlossen hatte, sich mit Kering, Alibaba und Farfetch in einem chinesischen Joint Venture zusammenzuschließen. In diesem Zusammenhang investierten Kering und Richemont 600 Millionen Euro in Farfetch und 300 Millionen Euro in das JV.

Der Blog Miss Tweed nennt im Allgemeinen keine Quellen, sondern zitiert ungenannte Personen. So auch in diesem jüngsten Beitrag, in dem behauptet wird, dass Richemont vorrangig YNAP aus seinen Büchern streichen will, indem es entweder das gesamte Unternehmen oder Teile davon verkauft.
 
Richemont hat sich nicht gescheut, im Umgang mit YNAP – einem Zusammenschluss des in London ansässigen Net-A-Porter und des in Mailand ansässigen Yoox – brutale Entscheidungen zu treffen. So wurde die Gründerin von Net-A-Porter, Natalie Massenet, vor vier Jahren kurzerhand entlassen, nachdem bekannt wurde, dass sie angeblich wiederholt die Geschäftsziele nicht erreicht hatte. Im Anschluss daran übernahm Yoox Gründer Federico Marchetti die Leitung der gemeinsamen Einheit und führte zumindest ein profitables Geschäft, bevor auch er seinen Posten räumte.
 
Im Zuge der Zusammenlegung der beiden Unternehmen verließen mehrere leitende Manager das Unternehmen in Richtung konkurrierender E-Commerce-Plattformen wie Matches und Farfetch. Dies lag zum Teil daran, dass die Entscheidungsfindung innerhalb der Richemont Gruppe oft von den Launen der Hauptaktionäre Johann Rupert aus Südafrika abhängt, dessen Familie die Mehrheit der Anteile hält.
 
Miss Tweed zitiert auch einen in London ansässigen Analysten, der es ablehnte, namentlich genannt zu werden, und behauptet, Richemont habe gegenüber Analysten angedeutet, dass es YNAP nicht mehr als strategischen Vermögenswert betrachte. Der Bericht besagt weiter, dass Rupert ein internes Memo an Farfetch CEO Jose Neves geschickt habe, um eine Partnerschaft mit YNAP Anfang 2021 anzukündigen, dass aber eine Due-Diligence-Prüfung ergeben hat, dass der Zusammenschluss aus technologischer Sicht nicht vollzogen werden kann.
 
In einem spekulativen Artikel mit dem Titel "What is Standing in the Way of a Deal Between Richemont and Farfetch" (Was steht einem Deal zwischen Richemont und Farfetch im Wege?) argumentiert TFL, dass "ein Kontrollwechsel bei YNAP aus einer Reihe von Gründen Sinn machen würde", zumal Richemont "sich nicht besonders gut im Technologiegeschäft auskennt". Als Beweis wird die Tatsache angeführt, dass YNAP in den letzten Jahren drei Chief Technology Officers durchlaufen hat.
 
Man darf auf eine interessante Fortsetzung gespannt sein.

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