Richemont mit Umsatz- und Gewinnsprung dank Euroschwäche

Dem Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat der schwache Euro einen kräftigen Umsatzanstieg beschert. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2015/16 (Ende März) legten die Erlöse um 15 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zu, wie Richemont am Freitag mitteilte. Ohne Währungseffekte lag das Wachstum bei 3 Prozent.

Cartier

Der Gewinn stieg um 22 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Neben dem Umsatzzuwachs profitierte der Luxusgüterkonzern auch von einem deutlich besseren Finanzergebnis, da unter anderem erheblich weniger Belastungen aus Währungsabsicherungen anfielen. Der operative Gewinn stieg hingegen nur um sechs Prozent, die operative Marge fiel um zwei Prozentpunkte. Analysten hatten mit mehr Umsatz und Gewinn gerechnet.

Im größten Segment, dem Schmuckgeschäft mit den Marken Cartier und Van Cleef & Arpels, setzten die Schweizer in den Monaten April bis September 18 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. 17 Prozent mehr erlöste das Unternehmen auch außerhalb der angestammten Schmuck- und Uhrensparten vor allem dank der Marken Montblanc, Chloé und Peter Millar um. Das Uhren-Geschäft (Vacheron Constantin, Baume & Mercier und Jaeger-LeCoultre) litt hingegen unter schwacher Nachfrage aus Asien und dem starken Franken, da dieser die Produktionskosten nach oben trieb. Der Umsatz legte im Segment nur dank der Euroschwäche um acht Prozent zu.

Der Start in das vierte Quartal ist der Richemont-Gruppe allerdings nicht geglückt. Der Umsatz im Oktober ist in Euro um ein Prozent und zu konstanten Wechselkursen um sechs Prozent zurückgegangen. Nach wie vor belaste die Schwäche am asiatischen Markt den Absatz, hieß es. Im zweiten Halbjahr rechnet Richemont mit einem anhaltend "herausfordernden" Marktumfeld, dies insbesondere im Großhandel.

Richemont bilanziert in Euro, zahlt seine Dividende aber in Franken und muss auch einen Großteil seiner Kosten in der Schweiz begleichen. Deshalb spielen Währungseffekte für den Luxusgüterkonzern eine wichtige Rolle.

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