Roberto Cavalli: Paul Surridge wird Kreativdirektor

Erst im April gab das italienische Modehaus Roberto Cavalli bekannt, dass es 2016 dramatische 26 Millionen Euro Verlust gemacht hat. 2016 war generell ein schwieriges Jahr für Cavalli. Im Oktober wurden 200 der insgesamt 672 Mitarbeiter entlassen, im gleichen Monat musste ebenfalls der Designer Peter Dundas seinen Hut nehmen, nach dem sein vom Hippie-Chic inspiriertes Design nicht die erhoffte Aufmerksamkeit erzielt hatte. 


Paul Surridge - photo Toni Thorimbert

Jetzt wurde sein Nachfolger benannt: Mit Kreativdirektor Paul Surridge soll sich alles ändern. Er ist für seinen reduzierten Stil vor allem bei Herren-Kollektionen bekannt. Er wird ab sofort „verantwortlich für alle Konzernmarken und alle kreativen Funktionen“ sein. Seine erste Aufgabe wird die Entwicklung der Frauen-Kollektion Frühjahr/Sommer 2018 sein, die im September in Mailand vorgestellt werden soll.
 
"Ich habe bereits mit Paul gearbeitet und hatte dabei die Gelegenheit sein kreatives Talent und seine Führungskompetenz kennenzulernen. Paul hat dabei ein 360-Grad-Verständnis von Marken und Branding“, erklärt CEO Gian Giacomo Ferraris in einer Pressemitteilung.
 
Ferraris kam im Juli 2016 zu Cavalli, um die Marke besser zu positionieren und sie wieder rentabel zu machen. Zuvor spielte er auch schon bei Versace eine wichtige Rolle in der Trendwende des Unternehmens. Mit dem dramatischen Verlust von 26 Millionen Euro in 2016 startete er eine Reorganisation und einen Entwicklungsplan, der bereits bei den ersten Quartalszahlen 2017 eine Verbesserung hervorgerufen haben soll.
 
Der Brite Paul Surridge kommt also in eher schwierigen Zeiten zu Cavalli. Als Absolvent der Central Saint Martins in London, ist er vor allem bekannt für Z Zegna, eine modische Zweitlinie von Ermenegildo Zegna, die er von 2011 bis 2014 geleitet hat. Er war Berater für Acne Studios und verantwortlich für die Koordination und Überwachung aller für die Herrenkollektionen bezogenen Aktivitäten.
 
Seine ersten Schritte machte er als Designer bei Calvin Klein, anschließend arbeitete er bei Burberry als Senior Designer in der Herrenmode von 2003 bis 2007. Danach war er bei Jil Sander unter der Leitung von Raf Simons angestellt, wo er auch Cavalli-CEO Ferraris kennenlernte.
 
Was bei allen seinen Stationen auffällt: Er war immer als Designer für Männer-Kollektionen unterwegs. Bei Roberto Cavalli muss er jetzt allerdings deutlich luxuriöser und femininer werden. Eine Herausforderung für Paul Surridge – aber sicher auch für das Modehaus. 
 
 
 
 

 

Übersetzt von Melanie Muller

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