Roberto Cavalli gibt sich nach rückläufigem Umsatz optimistisch

Bei Roberto Cavalli geht’s langsam wieder aufwärts. Zwei Jahre lang schnallte das Unternehmen den Gürtel enger, und auch 2017 war der Umsatz des italienischen Luxushauses noch rückläufig. Doch das vom Investmentfonds Clessidra kontrollierte Unternehmen rechnet noch im laufenden Jahr mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Nachdem Roberto Cavalli mehrere Jahre lang mit starken Umsatzeinbußen in Höhe von EUR 25 Millionen pro Jahr konfrontiert war, besserte sich die Situation im Geschäftsjahr 2017. Das Unternehmen setzte EUR 152,4 Millionen um, im Vergleich zum Vorjahreswert von EUR 155,2 Millionen entspricht dies lediglich einem Rückgang um 1,8 Prozent.


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Mit der jüngsten Kollektion zogen die Bestellungen um 15Prozent an - © PixelFormula

Im Einzel- und Großhandel konnte das Modehaus 2017 trotz der Verkleinerung des Ladennetzwerks um sechs Verkaufsstellen und einer deutlichen Rationalisierung im Großhandel einen dreiprozentigen Anstieg auf EUR 110,3 Millionen verzeichnen. Die Lizenzeinnahmen sind hingegen gesunken. Die Nettoposition des Unternehmens betrug EUR 1,2 Millionen.

Europa bildet auch weiterhin den größten Absatzmarkt mit einem Anteil von 48 Prozent am Gesamtumsatzes. Darauf folgen die USA mit 31 Prozent und Asien mit 7 Prozent. In dieser Region wittert das Unternehmen ein großes Entwicklungspotenzial und plant die Eröffnung neuer Stores. In China und Macau wurden 2017 zwei neue Läden eingeweiht, 2018 sollen drei weitere hinzukommen.

"Wir sind sehr stolz auf diese Ergebnisse. Mitten in einer Sanierungsphase und trotz einem langsamen Marktwachstum die Erwartungen zu übertreffen, ist wirklich nicht selbstverständlich. Für mich bestätigt dies, dass die gewählte Stoßrichtung die richtige ist und dass wir uns auf ein hervorragendes kreatives Team und eine solide Führung stützen können", so CEO Gian Giacomo Ferraris, der seit Juli 2016 für Roberto Cavalli tätig ist.

Klares Anzeichen für die Erholung des Unternehmens ist auch die deutliche Reduktion des operativen Verlusts (EBITDA), der sich im vergangenen von EUR 26,2 auf EUR 7,1 Millionen verbesserte. Angesichts dieser Ergebnisse erhofft sich das Unternehmen, bereits im laufenden Jahr auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Genährt wird diese Hoffnung auch durch den Erfolg der jüngsten Kollektion von Paul Surridge für Roberto Cavalli.

Mit der im Februar in Mailand enthüllten Herbst-/Winterkollektion 2018/2019 erzielte das Modehaus bei den Einzelhändlern weltweit einen erfreulichen Order-Anstieg um 15 Prozent, wie der CEO betont. Auch die Qualität der Abnehmer, sowohl was die Multibrand-Stores als auch die Kaufhäuser betrifft, sei hervorragend. Unter anderem könnte die Marke wieder auf Partner wie Bergdorf Goodman und Joyce zählen.

Im Rahmen der Umstrukturierung wurden insbesondere in der Toskana mehrere Angestellte entlassen und das Vertriebsnetzwerk verkleinert. Ende Dezember 2017 verfügte das Modehaus noch über 87 Monobrand-Stores (46 in Direktverwaltung, 41 Franchisen). Auch Angebot und Produktion wurden grundlegend überarbeitet. Mit der Frühjahrs-/Sommerkollektion 2018 wurden die Herstellung und der Vertrieb der Unterwäsche, Strand- und Sportswear wieder intern organisiert. Auch die Herrenkollektion, die bis im vergangenen Jahr von Onward Luxury (früher: Gibò) in Lizenz produziert wurde, wurde dem Unternehmen wieder einverleibt.

Einige Herrenlooks wurden bereits im Februar mit der Womenswear in Mailand gezeigt. Die Menswear-Kollektion soll an der Modemesse Pitti Uomo mit einem großen Event neu gelauncht werden. Als Ehrengast der kommenden Juni-Ausgabe der Männermodemesse will Roberto Cavalli eine vollständige Herrenkollektion von Paul Surridge zeigen.

In der ersten Phase der Umstrukturierung konzentrierte sich Roberto Cavalli auf eine "Nachhaltige Entwicklung", nun soll in einem zweiten Schritt die "Wertschöpfung" im Zentrum stehen, so der CEO. Weiter soll das Image der Marke als "Lifestyle"-Label gestärkt werden. In Saudi-Arabien und in Dubai unterzeichneten die Marken Roberto Cavalli und Just Cavalli Verträge für die Entwicklung von Luxus-Wohnprojekten.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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