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Rubana Huq (Bangladeschische Textilindustrie): "Der Fehler war es, dass wir uns zu stark auf bestimmte Produkte, Märkte und Stoffe konzentrierten"

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
19.02.2020
Lesedauer
4 Minuten
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Die Präsidentin des Verbands der bangladeschischen Bekleidungsproduzenten und -exportateure (BGMEA), Dr. Rubana Huq, spricht mit FashionNetwork.com über die Auswirkungen der chinesischen Krise auf ihre Branche, die Verwandlung des Wirtschaftszweigs seit Rana Plaza und über die strategischen Fehler, unter denen der Sektor heute leidet. Weiter verweist sie auf die Notwendigkeit einer Umrüstung der Fabriken, um reaktiver auf Kleinbestellungen eingehen zu können.


Dr. Rubana Huq, Präsidentin des BGMEA - MG/FNW


FashionNetwork.com: Welche grundlegenden Änderungen hat die bangladeschische Textilindustrie im vergangenen Jahrzehnt durchlaufen?

Dr. Rubana Huq: Im Verlauf der vergangenen sieben Jahre haben wir uns merklich verbessert, besonders mit Blick auf die strukturelle Sicherheit und den Brandschutz in den Fabriken. Der Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes im Jahr 2013 hat die Branche wachgerüttelt. Die Fabrikbesitzer wussten, dass sie nichts mehr verkaufen konnten, wenn sie ihre Anlagen nicht den geltenden Richtlinien anpassten. Denn dies wurde von den Marken und von der Bevölkerung gefordert. Zudem haben sich die Besitzer und die Arbeiter einander angenähert. Es gibt ein gemeinsames Verständnis, dass unabhängig der Protestbewegungen alle daran gewinnen, wenn zunächst intern das Gespräch gesucht wird.

FNW: Welche Produkttypen zählen heute zu den Stärken von Bangladesch?

RH: Der Fehler der bangladeschischen Textilindustrie war es, dass wir uns zu stark auf bestimmte Produkte, Märkte und Stoffe konzentrierten. Wir haben eine Überrepräsentation in fünf Produkttypen, Baumwollprodukte, und zwei Exportzonen: Die USA und die EU. Diese Spezialisierung ist nicht gut für uns. Beispielsweise ging der weltweite Markt auf Distanz mit Baumwolle und setzte vermehrt auf industrielle Fasern. Profitieren wir davon? Nein. Seit vier Jahren zählt die Bluse aus synthetischen Fasern zu den marktführenden Produkten. Während weltweit mehr als USD 10 Milliarden für dieses Produkt ausgegeben werden, produziert Bangladesch lediglich USD 300 Millionen solcher Blusen. Deshalb haben wir fünf Produkttypen für die Diversifizierung unserer Hersteller identifiziert. Dazu zählen Kapuzenjacken, Athleisure und Unterwäsche.

FNW: Dann müssen die Fabriken also umrüsten?

RH: Unsere Fabriken sind riesig. Doch diese Produkte werden nicht in großen Mengen bestellt, es handelt sich vielmehr um Kleinbestellungen. Und unsere Strukturen lassen sich nicht ohne große Verluste an diese kleinen Mengen anpassen. Die einzige Lösung, die uns bleibt, ist es also, unsere Produktionsstätten zu verwandeln, um flexible Produktionslinien einzuführen. Erst dann sind wir in der Lage, dieses Problem anzugehen.

Eine weitere Herausforderung liegt im Onlinehandel, der keine Massenbestellungen, Massensendungen und längere Produktionszeiten zulässt. Vielleicht müssten wir auch unsere eigenen Marken haben und eine Überlegung anstoßen, uns im Premium-Bereich zu positionieren. Weiter müssten bangladeschische Designer dazu angeregt werden, ihre eigenen Marken zu gründen (…). Dies nicht nur für den internationalen Markt: Wir müssen uns auch an unseren internen Verbrauchermarkt richten. Die ASEAN ist eine wachstumsstarke Region. Wenn wir ihre Bevölkerung einkleiden könnten, wäre das für uns enorm.

FNW: Stichwort Kosten: Nach Rana Plaza haben Marken von Ihnen hohe Investitionen verlangt, meist ohne selbst zu finanziellen Zugeständnissen bereit zu sein. Hat sich die Situation seither verbessert?

RH: Nein, es ist schlimmer geworden! In den vergangenen vier Jahren sank der Preis unserer Exporte nach Europa um 3,64 Prozent und in die USA um 7 Prozent. Das ist ein bedeutender Wertverlust. Das Schlimmste ist, dass viele der gestellten CSR-Anforderungen nicht unvernünftig, aber sehr kostenintensiv sind. Der Druck ist hoch, doch wenn es in der Branche eine Übernahme der Verantwortung auf globaler Ebene gäbe, würde dies der Modeindustrie insgesamt helfen. Die Politik des erhobenen Zeigefingers führt lediglich zum Abhaken der Kästchen, und provoziert keine weiterreichenden positiven Änderungen. Es fehlt auf globaler Ebene dieser Wille zur Zusammenarbeit.

FNW: Wer sind heute Ihre Hauptkonkurrenten?

RH: Vietnam, Myanmar, Kambodscha, Sri Lanka, sogar Pakistan und Indien … Alle verzeichnen Zuwächse. Im vergangenen Jahr haben wir an alle diese Länder Marktanteile verloren, allen voran an Vietnam. Wir sind immer noch die weltweite Nummer 2 im Bekleidungssektor, doch werden wir in dieser Position bedrängt. Dies aufgrund der mangelnden Diversifizierung oder unserer industriellen Leistungsfähigkeit, denn die meisten unserer Arbeiter haben keine Ausbildung.

FNW: Ihr Land profitierte am stärksten vom Anstieg der Löhne in China vor zehn Jahren. Sie haben damals einen Teil der Bestellungen im Einstiegssegment aufgefangen. Denken Sie, dass sich auch die Epidemie, die China aktuell belastet, auf Ihre Tätigkeit auswirken wird?

RH: Sie wird eine erhebliche Bedeutung haben. Wir rechnen damit, dass wir Bestellungen aus China übernehmen werden. Doch müssen wir vorsichtig sein, da wir selbst aus China importieren. Bei den Strickwaren sind wir zu 85 Prozent unabhängig, rund 7 bis 10 Prozent importieren wir aus China. Bei den Geweben stammen lediglich 60 Prozent aus der Region. Hier stützen wir uns zu 40 Prozent auf den Import, wobei mindestens die Hälfte aus China geliefert wird. Da müssen wir vorsichtig sein. Und uns vielleicht unseren Nachbarländern annähern, wie Indien, Thailand und Indonesien. Doch ich bin mir nicht sicher, in welchem Masse wir die auf uns zukommenden Bestellungen werden übernehmen können. Aber ich denke, dass wir am besten aufgestellt sind, um diese Nachfrage aufzufangen und ich denke, wir werden zu denjenigen Ländern zählen, die am stärksten von der Situation profitieren werden, wenn wir dabei etwas strategisch vorgehen.

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