Schuhpark Fascies: Sanierung in Eigenverwaltung

Die Warendorfer Schuhpark Fascies hat heute beim zuständigen Amtsgericht in Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens gestellt. Das Gericht hat diesem entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

Blick auf den Flagship-Store im Loom Bielefeld. - Schuhpark Fascies

Aufgrund der aktuellen Markt- und Wettbewerbssituation, nicht zuletzt begründet durch den heißen Sommer 2018 und den Druck der digitalen Konkurrenz, will sich das Unternehmen neu aufzustellen.

Die Schuhpark Fascies GmbH nutzt dabei die seit dem 1. März 2012 geltenden gesetzlichen Möglichkeiten, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen gezielt eigenverantwortlich zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen.

"Dieser Schritt ist unsere beste Möglichkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den langfristigen Fortbestand unseres Unternehmens im Interesse aller Beteiligten sicherzustellen", sagt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Bernhard Fascies, der das Unternehmen auch in der Eigenverwaltung führt.

Unterstützung erhält Fascies dabei von den Restrukturierungsexperten Dr. Georg Bernsau und Andreas Pantlen von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff, die in die Geschäftsführung eintreten und die operative Restrukturierung verantworten werden.

Der Münsteraner Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Stephan Michels wird als vom Gericht eingesetzter vorläufiger Sachwalter die Geschäftsführung in der Eigenverwaltung überwachen und die Gläubigerinteressen wahren. 

"In den kommenden Wochen werden wir Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufnehmen und einen Plan zur Neuaufstellung des Unternehmens erarbeiten", erläutert Rechtsanwalt Dr. Georg Bernsau, der bereits eine Vielzahl von Unternehmen bei ihrer Sanierung begleitet hat. Positiv wertet er den Umstand, dass das Unternehmen den Restrukturierungskurs rechtzeitig eingeschlagen und professionell vorbereitet hat.

Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 89 Filialen soll auch im Eigenverwaltungsverfahren unverändert weitergehen. Lieferantenbeziehungen würden in keiner Weise beeinträchtigt, heißt es seitens des Unternehmens. 

Die insgesamt mehr als 900 Mitarbeiter, deren Löhne und Gehälter für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert sind, wurden heute über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert.

Mit insgesamt 89 Filialen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein gehört der 1975 gegründete Schuhpark, der sich eines breit gefächerten Kundenstammes erfreut, zu den führenden Schuhhändlern Deutschlands.

Das Sortiment beinhaltet Damen-, Herren- und Kinderschuhe im mittleren Preissegment. Flagship-Stores betreibt das Unternehmen in Bielefeld, Detmold, Münster und Warendorf.

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