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Veröffentlicht am
26.11.2020
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Schwan Stabilo: Krisengewinner und Corona-Opfer im bunten Portfolio

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DPA
Veröffentlicht am
26.11.2020

Corona-Opfer und Krisengewinner – der fränkische Konsumgüterkonzern Schwan Stabilo hat sie alle in seinem Portfolio. Vom Leuchtmarker bis zum Lawinenrucksack, vom Lippenstift bis zur Skijacke – im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 (Ende Juni) haben die unterschiedlichen Produktgruppen ihre Krisenfestigkeit beweisen müssen. Im Ergebnis wirkt das Familienunternehmen aus Heroldsberg fast wie ein Spiegel der deutschen Wirtschaft in der Corona-Pandemie.

Maier Sports


Die Fahrradbekleidung der Marke Gonso boomt, ebenso wie die Skitouring Marke Ortovox, die unter anderem Ausrüstung zur Lawinensicherheit für Skisportler im freien Gelände anbietet. Unter Druck steht dagegen im Outdoor-Bereich die Marke Maier Sports, die sich eher auf konventionellen Skilauf in den erneut von der coronabedingten Schließung bedrohten Skigebieten konzentriert. Auch die Rucksäcke der Marke Deuter – in den größeren Größen eher für Trekkingreisen in ferne Länder genutzt – sind in den Regalen liegen geblieben.

Die Kosmetiksparte – mit 256 Millionen Euro Umsatz größter Teilbereich der Gruppe und bei Schwan Stabilo seit Jahren in schwierigem Fahrwasser unterwegs – hat im abgelaufenen Geschäftsjahr noch einmal um 14 Prozent verloren. Die Corona-Krise, in der die Menschen ihre Gesichter hinter Masken verstecken müssen und weniger das Haus verlassen als sonst, ist keine Hochzeit des Schminkens. Hinzu kommen hausgemachte Probleme: "Wir waren mit unserem Innovationsapparat nicht auf dem Punkt", sagte Konzernchef Sebastian Schwanhäußer, der im vergangenen Jahr die Verantwortung für die Kosmetik-Sparte zur Chefsache erklärt hatte. Eine verstärkte Konzentration auf die Augenpartie und mehr Nachhaltigkeit sollen das Problem künftig abschwächen.

Bei den Stiften der Marke Stabilo zeige sich, dass das herkömmliche Schreiben mit blauer oder schwarzer Farbe und Kugelschreibern in der Corona-Krise Einbußen hinnehmen müsse – eine Folge wohl auch des Digitalisierungsschubs in Zeiten der Pandemie. Kreatives Malen und Schreiben sei in Zeiten des Homeschoolings jedoch mehr und mehr im Trend. Ein neuer Filzstift, der zum Malen eine Pinselspitze hat, habe sich im ersten Jahr 3,5 Millionen Mal verkauft, sagte Spartenchef Horst Brinkmann.

Insgesamt gingen in der Schwan-Stabilo-Gruppe die Umsätze im zurückliegenden Geschäftsjahr um acht Prozent zurück, auf 609 Millionen Euro. Das diversifizierte Sortiment habe dem Unternehmen Stabilität in der Pandemie verliehen.

"Wir haben die Krise bisher soweit gut überstanden – mit einigen Kratzern aber ohne gravierende Schäden", sagte Schwanhäußer. Für das kommende Geschäftsjahr sieht er keine allzu rosige Zukunft voraus: Wenn die Umsätze gehalten werden könnten, sei es gut gelaufen. Finanzchef Martin Reim sagte, das Unternehmen sei weiter profitabel. "Wir sind mit den Ergebnissen nicht zufrieden, aber es gibt noch Ergebnisse." Genaue Angaben zum Ergebnis macht das Familienunternehmen traditionell nicht.

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