Seidensticker muss 120 Stellen streichen

Das Ende der Camel-Active-Lizenz bringt für die Seidensticker Gruppe personell doch schwerwiegendere Folgen mit sich als zunächst vermutet. Der Bielefelder Hemden- und Blusen-Spezialist will dazu auch aufgrund von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Restrukturierung im Laufe des Jahres rund 120 Arbeitsplätze abbauen. 

Frank und Gerd Oliver Seidensticker (r.) wollen das Unternehmen auf Kurs halten. - seidensticker group

Hintergrund sind Anpassungen und Optimierungen im Digital-Geschäft sowie in der Logistik. Von den Entlassungen seien einzelne Betriebsbereiche stufenweise zu unterschiedlichen Zeiten betroffen. 

Hauptursache für die Restrukturierungsmaßnahmen dürfte jedoch die bereits bekannt gegebene Übergabe der Masterlizenz von Camel Active an die Bültel Bekleidungswerke GmbH sein.

Der Wegfall der Lizenz betrifft zwei Tochtergesellschaften der Seidensticker Group: die CMLC GmbH sowie die Dornbusch & Co. GmbH. Beide werden zum Ende des Jahres den Geschäftsbetrieb einstellen. 

Die Geschäftsführung von Seidensticker ist eigenen Angaben zufolge mit dem neuen Lizenzinhaber in Gesprächen, inwieweit eine Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern möglich ist.

Ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen hänge zum einen mit der Optimierung der Beschaffungsstruktur und den Effizienzsteigerungsprogrammen in den Zentralbereichen zusammen.

Außerdem will Seidensticker vier der 35 im Inland betriebenen Stores an den Standorten Neuss, Essen, Köln und Heidelberg schließen. Die damit einhergehenden Umsatzeinbußen und sinkenden Mitarbeiterzahlen machen eine Kapazitätsanpassung im Zentralbereich erforderlich, um das notwendige Maß an Effektivität zu sichern, heißt es aus Bielefeld.

Sämtliche geplanten Maßnahme wurden der Belegschaft seitens der Geschäftsführung im Rahmen einer Betriebsversammlung am Donnerstag, 21. Februar, mitgeteilt. 
 
"Gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft sind wir nach intensiven Gesprächen zu einvernehmlichen Ergebnissen gekommen. Es ist uns jetzt ein wesentliches Anliegen, die Strukturanpassungen möglichst sozialverträglich
vorzunehmen. Unter anderem streben wir das Einschalten einer Transfergesellschaft an, um so sinnvolle Unterstützung zu leisten. Es gilt, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern faire Lösungen anzubieten", betont der geschäftsführende Gesellschafter Frank Seidensticker.  

"Alle diese Maßnahmen bedauern wir zutiefst. Wir werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren, die sich teilweise viele Jahre lang für unser Unternehmen eingesetzt haben. Diese Schritte sind für uns alles andere als leicht – jedoch zwingend notwendig, um eine Fokussierung auf die profitablen Bereiche
zu ermöglichen. Nur so können wir das Unternehmen in eine sichere Zukunft führen", erklärt Gerd Oliver Seidensticker, geschäftsführender Gesellschafter der Seidensticker Group.

Derzeit beschäftigen die Bielefelder international rund 2.500 Mitarbeiter. Insgesamt fertigt die Gruppe rund 12 Millionen Hemden, Blusen und Accessoires pro Jahr.
 

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