Sensoren und Beton sollen Textilindustrie neue Umsätze bringen

Die deutsche Textil- und Modeindustrie erwartet nach zwei starken Geschäftsjahren auch für die nächsten Jahre ein Umsatzplus. Es werde vor allem durch technische Textilien getrieben, darunter Kohlenstofffasern für den Karrosseriebau und Vliesstoffe für Filter und Dämmungen.


Textilbeton besteht aus den zwei Komponenten Beton und Bewehrung. - archiv

"Wir werden weiteres Wachstum sehen", sagte Ingeborg Neumann, die Präsidentin des Branchenverbands Textil und Mode am Donnerstag in Berlin.

Während die Lage der Bekleidungshersteller schwierig bleibe, hoffen die Hersteller technischer Textilien auf Beton mit Kohlenstofffasern als neuen Umsatzbringer, dessen Entwicklung am Mittwoch mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten gewürdigt wurde. Hoffnungen ruhen auch auf Sensoren in Textilien von Kleidung über Aufzugseile bis zu Verbundstoff-Rotoren von Windrädern.

Ein anderes Beispiel haben die Dresdener Textilforscher Manfred Curbach, Chokri Cherif und Peter Offermann erfunden. Ende November wurden sie für ihre Entwicklung von Carbonbeton mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten geehrt. Hierzu erklärt Ingeborg Neumann: "Carbonbeton löst eine Revolution des Bauens aus, weil das Material sehr viele positive Eigenschaften miteinander verbindet. Wir gratulieren den Textilforschern herzlich zu dieser Ehrung. Mit dem Deutschen Zukunftspreis wird auch die Innovationskraft der deutschen Textilforschung und der deutschen Textilindustrie anerkannt. Die Zukunft nicht nur des Bauens ist textil." 

Carbonfasern sind ein textiles Material. Textilbeton rostet nicht. Die Betonummantelung des Carbongitters kann deswegen wesentlich dünner ausfallen als bei Stahlbeton. Dadurch werden die Bauwerke wesentlich leichter und halten länger. Experten sprechen von einer Lebensdauer von 200 Jahren. Sie müssen weniger gewartet werden. Die Produktion benötigt weniger Rohstoffe und weniger Energie als herkömmliche Stahlbetonkonstruktionen. 
Brücken aus Textilbeton stehen bisher u.a. in Oschatz (Sachsen) sowie in Albstadt (Württemberg).

Im vergangenen Jahr hatte die Branche ihren Gesamtumsatz um 1,9 Prozent auf 29 Milliarden Euro gesteigert. Die Zahl der Beschäftigten stieg insgesamt um 1,5 Prozent auf 117 000.

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