
Isabel LEONHARDT
09.02.2023
Signa Sports mit hohen Verlusten

Isabel LEONHARDT
09.02.2023
Der an der New Yorker Börse gelistete Sport-Online-Einzelhändler Signa Sports United muss im Geschäftsjahr 2022 einen Verlust von 566 Millionen Euro hinnehmen. Gründe dafür seien nicht zahlungswirksame Goodwill-Wertminderungen und einmalige Buchhaltungskosten im Zusammenhang mit der Börsennotierung an der NYSE.

Im vergangenen Jahr sei es zu einer unerwarteten Verschlechterung des Konsumklimas, des Inflationsdrucks und des Geschäftsumfelds insgesamt gekommen, was sich im Laufe des Geschäftsjahrs 2022 auf die wichtigsten Märkte von Signa Sports United ausgewirkt habe, teilt das Sport-E-Commerce-Unternehmen mit Sitz in Berlin mit.
Die im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 abgeschlossenen Akquisitionen ermöglichten dem Unternehmen einen Umsatz von 1,063 Milliarden Euro. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und mehr als eine Verdopplung des Nettoumsatzes im Vergleich zu vor Covid (+123 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019) auf berichteter Basis.
Auch die Reichweite des Unternehmens habe sich mit Kundenstamm von 6,7 Millionen um +39 Prozent gegenüber dem Vorjahr und +146 Prozent gegenüber der Zeit vor Covid (GJ19) deutlich erhöht.
Doch die Kombination aus Herausforderungen in der Lieferkette und der Verschlechterung des Verbrauchervertrauens, die mit dem Konflikt in der Ukraine zusammenfalle, habe laut Signa Sports United zu einem wettbewerbsintensiven, überfüllten Markt geführt. Dadurch seien die Margen erheblich beeinträchtigt, insbesondere im Fahrradgeschäft und in internationalen Gebieten.
"Das Geschäftsjahr 2022 war ein Jahr der zwei Hälften, in dem wir unsere Größe durch Akquisitionen deutlich erhöht haben, bevor wir von den makroökonomischen Turbulenzen betroffen waren. Wir haben erfolgreich mehrere operative Erfolge erzielt, indem wir unser Sortiment an Eigenmarken erweitert, die Reichweite unserer Tenniskunden erhöht und unseren Plan zum Eintritt in den US-Fahrradmarkt vorangetrieben haben. Die unerwartete Verschlechterung des Konsumklimas und der Inflationsdruck aufgrund des Konflikts in der Ukraine haben unsere Geschäftstätigkeit und unsere Margen erheblich beeinträchtigt, insbesondere im Fahrradgeschäft und in internationalen Regionen", sagt Stephan Zoll, CEO von SSU.
Signa Sports United will sich jetzt erneut auf die Rentabilität konzentrieren, indem es sich auf seine geografischen Kerngebiete fokussiere und selektive strategische Möglichkeiten prüfe, "um einen nachhaltigen, langfristigen Wert für die Aktionäre zu schaffen".
Während das Unternehmen verschiedene Anpassungen seines Betriebsmodells umsetze, bleibe Signa Sports United, unterstützt durch seine gestärkte finanzielle Flexibilität, mehr denn je dem Ziel verpflichtet, ein langfristiges, nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Aus diesem Grund unterziehe sich das Unternehmen derzeit einer umfassenden Bewertung der strategischen Neuausrichtung mit dem klaren Fokus auf die Schaffung eines signifikanten langfristigen Shareholder Value.
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