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Silvia Azzali (Wolford): mit Fokus auf Nachhaltigkeit zurück in die Gewinnzone

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
12.06.2020
Lesedauer
6 Minuten
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Eine Marke, die infolge des Covid-19-Ausbruchs eine besonders herausfordernde Zeit erlebte, ist Wolford. Die High-End-Marke für Skinwear und Strumpfwaren durchlief nicht nur einen massiven Lockdown, sondern konnte während der Pandemie auch ihren Hauptsitz in Österreich verkaufen.
 

Ein Look aus Wolfords Herbst/Winter 2021 Kollektion - Wolford


Mit dem Verkauf seines Hauptsitzes für 72 Millionen Euro ist Wolford schuldenfrei und bereit, sich einem radikal neuen Weltmarkt zu stellen. Die Edelmarke hat in letzter Zeit viele Veränderungen durchgemacht, angefangen mit ihrer Übernahme durch den chinesischen Luxuskonzern Fosun im Jahr 2018.

Wenige Marken in diesem Sektor sind geschichtsträchtiger als Wolford, das 1950 in Bregenz, einer alten keltischen Siedlung im Nordwesten Österreichs, gegründet wurde. Wolford erfand daraufhin den "Body", sein Vorzeigeprodukt, das während des Lockdowns einen regelrechten Boom erlebte, und entwickelte bahnbrechende Kooperationen mit bedeutenden Designern. Obwohl die Marke in Sachen Hingabe zu hervorragender Qualität und Haltbarkeit durchaus mitteleuropäisch ist, ist der Name Wolford ein Amalgam aus dem Gründer Reinhold Wolff und der Stadt Oxford. Während seiner Amtszeit arbeitete Wolford mit herausragenden Namen wie Karl Lagerfeld, Giorgio Armani, Emilio Pucci und Vivienne Westwood zusammen. Künstler wie Mario Testino, Ellen von Unwerth und Helmut Newton realisierten die Werbekampagnen. Allerdings verzeichnete das Unternehmen in den letzten drei Jahren jeweils einen Verlust von einigen Millionen Euro. Im letzten Geschäftsjahr betrug der Umsatz 137 Millionen Euro.

Deshalb sprachen wir diese Woche mit der wortgewandten italienischen Chief Commercial Officer Silvia Azzali, um zu erfahren, wie es Wolford während der Pandemie erging und wie es weitergeht.  Azzali, eine sehr erfahrene Führungskraft, die bereits bei Dolce & Gabbana und La Perla tätig war, erklärt, wie sie Nachhaltigkeit zum zentralen Element machen will.


Silvia Azzali, CCO of Wolford - Wolford



FashionNetwork.com: Was sind Ihre wichtigsten Ziele bei Wolford?
Silvia Azzali: Ich bin letztes Jahr im März 2019 zu Wolford gekommen. Ich war zwischen 2011 und 2016 bei Wolford, aber dann habe ich das Unternehmen verlassen, weil ich mir Sorgen um die Strategie gemacht habe. Ich kam letztes Jahr zurück, nachdem die Fosun Fashion Group das Unternehmen gekauft hatte, und ich sah die Chance, die Marke zu relaunchen.

Das Leben mit der Pandemie war nicht einfach und die Situation nicht superleicht, aber ich glaube fest an die Zukunft.  Als CCO bin ich für Marketing, Design und Merchandising zuständig. Unser COO Andrew Thorndike kümmert sich um Produkt, Logistik und Finanzen.


FN: Was hat Sie dazu bewogen, zur Marke zurückzukehren?
SA: Nun, der erste Schritt war, die DNA von Wolford zurückzubringen – besonders in unserem 70. Jubiläumsjahr – um unsere Markengeschichte und unser Erbe zu feiern. Und die Verbindung zu unserer DNA wieder herzustellen, denn sie war zwischenzeitlich abgerissen. Es gab zu viel Hin und Her, sowie "der Versuch, Millennial-Verbraucher zu gewinnen"... was auch immer das heißen mag!
 

FN: Wohin wollen Sie Wolford führen?
SA: Was für mich wichtig ist, sind unsere drei sogenannten "historischen Meilensteine". Wir waren die erste Marke, die Lycra mit Elastizität kombinierte. Wir müssen also unsere ikonischen Looks neu erfinden. Wie der Body, ein wichtiges Accessoire für jede Frau.

Wir müssen in Bezug auf die Produktkategorie innovativ sein. Den ersten Body haben wir bereits 1987 auf den Markt gebracht. Es war eine Revolution auf dem Markt – in gewisser Weise das erste Athleisure-Produkt. Es war richtungsweisend in Bezug auf das Image und die Kreation einer neuen Produktkategorie. Und er ist auch heute noch sehr beliebt.
 
Außerdem war Wolford die erste Marke, die auf wichtige Kooperationen mit Designern setzte, lange vor Moncler!
Bereits 1983 hat unser Gründer die erste Zusammenarbeit mit Chantal Thomas begonnen, gefolgt von Thierry Mugler und Jean-Paul Gaultier.

 
FN: Was sind Ihre jüngsten Kollaborationen?
SA: Kürzlich haben wir mit Vetements im Rahmen der Modenschauen vom Januar 2020 und September 2019 zusammengearbeitet. Strumpfhosen, Kleider und Bodywear. Außerdem haben wir eine weitere in Vorbereitung, die wir sehr bald bekannt geben werden.

 
FN: Woher in Italien kommen Sie?
SA: Ich komme ursprünglich aus Parma. Ich habe aber auch in Mailand und dann in Florenz gelebt, wo ich für Gucci und Ermanno Scervino gearbeitet habe. Außerdem habe ich Zeit in Paris bei L'Occitane verbracht.

 
FN: Was haben Sie bei Moschino gelernt, dass Sie bei Wolford anwenden?
SA: Ich habe viel über die Fähigkeit gelernt, auf den Markt zu reagieren und nahe am Kunden zu sein. See now buy now – und Kapsel-Kollektionen auf extrem schnelle und flexible Weise herzustellen. Spezielle Kapseln für spezielle Märkte.

Deshalb versuchen wir bei Wolford das Gleiche zu tun. Außerdem die Art und Weise, wie Jeremy Scott digitale und soziale Medien nutzte. Er ist visionär, aber auch sehr zugänglich. Er war auch einer der ersten Designer, der auf Pelz und einige Lederarten verzichtete und an Nachhaltigkeit glaubte.

 
FN: Wo wird das zukünftige Wachstum von Wolford liegen?
SA: Ich möchte mich auf Nachhaltigkeit konzentrieren, da sie ein wesentliches Element ist. Ich glaube, dass sich dieser Wandel durch die Pandemie noch schneller vollziehen wird. Die Bilder des blauen Himmels in der Pandemie, die noch nie jemand gesehen hatte, und der Anblick all dieser Tiere, die in die Städte zurückkehren, haben uns klar gemacht, dass wir uns ändern müssen.
 
Bereits im April 2019 war Wolford die erste Modegruppe der Welt, die ein Cradle-to-Cradle-Zertifikat erhielt. Wir haben seit 2007 an die Kreislaufwirtschaft geglaubt, aber das haben wir erst jetzt erreicht. Bei Wolford geht es darum, ein Produkt von Anfang bis Ende zu gestalten; den ewigen Kreislauf des Lebens. Etwas zu schaffen, das entweder vollständig verschwindet oder vollständig wiederverwendet werden kann.

 
FN: Wie viele Stores werden Sie nächstes Jahr eröffnen?
SA: Derzeit verfügen wir über ein gutes Netzwerk – 259 Monomarken-Läden – 70% in unserem Besitz. Wir planen auch Eröffnungen im asiatisch-pazifischen Raum. Wir haben gerade in Biarritz eröffnet, einem wunderbaren Ort; la Rinascente am 18. Juni; und Elements in Hongkong; im BFC im The Bund (Shanghai). Wir planen auch Eröffnungen in Japan und Korea.
 

FN: Wie wird sich die Pandemie auf Sie auswirken? Besonders in diesem Quartal?
SA: Unsere Umsätze haben sehr gelitten. Unsere nächsten Ergebnisse liegen im Juli vor. Ich glaube, wir waren recht klug bei der Umstellung unserer Produktionsanlagen auf die Herstellung von Gesichtsmasken. Wir haben Anfang März mit der Produktion begonnen – allerdings nicht im medizinischen Bereich. Am Ende konnten wir drei Krankenhäusern in Italien helfen. Außerdem organisierte Fosun einen Frachtflug von China aus, wo das Flugzeug voll mit Masken und Material für Italien war; und es war damals sehr schwierig, Frachtflüge zu bekommen.
 
Tatsächlich begannen wir am Freitag, dem 26. März, mit dem Online-Verkauf von Masken und verkauften in der ersten Stunde 1.000 Stück! Niemand hatte damit gerechnet. Auch wenn es nicht einfach war, das richtige Material zu finden, haben wir seitdem 100.000 Stück online verkauft. Jetzt beginnen wir, sie in unserer Einzelhandelskette anzubieten.

Aber natürlich mussten wir Geschäfte schließen: zuerst in China, dann in Hongkong, Frankreich, Italien und dann in den USA. Je nach Bundesstaat haben wir vor 10 Tagen einige Geschäfte wieder eröffnet. New York ist noch immer geschlossen, aber Miami und Vegas haben geöffnet.
 
 
FN: Wie hat sich die Managementstrategie von Wolford seit der Übernahme durch Fosun verändert?
SA: Zuerst muss ich sagen: Vielen Dank! Schließlich haben wir ein wunderbares Unternehmen hinter uns. Anspruchsvoll, aber auch herausfordernd. Großartige Führungskräfte, die unseren Erfolg wirklich wollen. Wir haben einen wöchentlichen Videocall, um unsere Strategie vorzustellen. Und unser Jubiläumsjahr wollen wir feiern, auch wenn unsere Geschäfte in Europa und den USA geschlossen sind. Deshalb hilft Fosun bei der Organisation einer großen Veranstaltung in Shanghai in ihrem großen Ausstellungsraum am The Bund. Im September planen wir eine Ausstellung, die an unsere Geschichte erinnert, von der Ära Helmut Newton bis heute. Wir werden auch mit einer Fotografin in China zusammenarbeiten, um das weibliche Empowerment zu thematisieren.
 
 
FN: War es schwer, Ihren Hauptsitz zu verkaufen?
SA: Nicht wirklich. Wir wollten es tun, um völlig schuldenfrei von den Banken zu sein. In der Vergangenheit waren wir bei den Banken zu sehr exponiert und mussten viele Möglichkeiten aufgeben, unser Geschäft so zu gestalten, wie wir es wollten.

 
FN: Wie ist es, in Bregenz zu leben?
SA: Ich mag die Kultur der Stadt und die Tatsache, dass Österreich ein Land der Innovation ist. Es ist ein großartiger Ort für Nachhaltigkeit und für Aufgeschlossenheit. Es ist vielleicht nicht einfach zu erreichen, denn die Flughäfen München oder Zürich sind etwa 90 Minuten entfernt. Aber das Leben hier ist sehr natürlich. Außerdem liegt es an einem der großen Naturschauplätze Europas, am Ufer des Bodensees, inmitten von vier Ländern. Jetzt, wo der Lockdown endet, möchte ich meine Familie sehen. Ich habe meine Eltern seit dem 25. Februar nicht mehr gesehen. Ich erwarte also einen Sommerurlaub mit viel Natur und Bergen.

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