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DPA
Veröffentlicht am
13.10.2021
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Spinnerei Gebr. Otto wirbt mit Regio:Tex für mehr Bewusstsein für textile Wertschöpfung in Deutschland

Von
DPA
Veröffentlicht am
13.10.2021

Zusammen mit Südwesttextil, dem Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, und der Nachhaltigkeitsberatung Sustainable Thinking hat die Baumwollspinnerei Gebr. Otto das Projekt "Thinking Circle Regio:Tex" ins Leben gerufen. Die Partner wollen das Bewusstsein dafür schärfen, dass eine textile Wertschöpfung in Deutschland (noch) besteht und dass dies ein Gewinn für den Kunden ist. Die Auftaktveranstaltung für Regio:Tex findet am 21. Oktober 2021 bei Gebr. Otto in Dietenheim statt.

Otto-Geschäftsführer Andreas Merkel will mit Regio:Tex das Bewusstsein für die textile Wertschöpfung in Deutschland stärken. - Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei GmbH + Co. KG


"Am Wochenende gehen wir gerne auf den Wochenmarkt zum Einkaufen", berichtet Otto-Geschäftsführer Andreas Merkel. "Klar, da ist es ein bisschen teurer als im Supermarkt um die Ecke, aber wenn ich weiß, dass meine Gurke beim Bauern aus Dietenheim unter Bio-Bedingungen gewachsen ist, dann schmeckt sie mir doppelt so gut." Bei Kleidungsstücken sei das nicht anders, ist Merkel überzeugt. Er nimmt zudem ein wachsendes Bewusstsein für den Wert des Textils wahr. "Die Konsumenten wollen wissen, wie und wo ihr Kleidungsstück hergestellt wurde. Eine bewusste Kaufentscheidung können sie dann treffen, wenn wir darlegen, dass wir regionale und nachhaltige Produkte anbieten. Klar, das ist bei einem Shirt schwieriger als bei einer Gurke. Genau deshalb müssen wir 'Textiler' am Point of Sale gemeinsam auftreten und die Herstellungskette transparent machen, egal ob online oder offline."

Eine Spinnerei wie Gebr. Otto steht am Anfang der textilen Kette. Um am Ende beispielsweise ein nachhaltiges, regional hergestelltes Oberteil anbieten zu können, bedarf es diverser weiterer Player: Strickerei, Veredlung und Konfektion genauso wie Händler. Die möchte Gebr. Otto am 21. Oktober in Dietenheim an einen Tisch bekommen. Ziel der Auftaktveranstaltung für Regio:Tex ist es, weitere Mitstreiter zu finden, um das Konzept der regionalen Herstellung ins Bewusstsein der Konsumenten zu bringen.

Ideal sei ein Team von rund zehn Unternehmen, so Sina Wans. Die Gründerin der Nachhaltigkeitsberatung Sustainable Thinking hat mit ihrem Format der Thinking Circles gute Erfahrungen gemacht: "Für den nachhaltigen Wandel, den wir anstreben, braucht es technische Innovation genauso wie Innovationen hinsichtlich neuer Formen der Zusammenarbeit."

Diese Einschätzung belegt schon der Ursprung von Regio:Tex: Der liegt in der Kollaboration, nämlich im Projekt "Textil für morgen – nachhaltig vernetzt in Baden-Württemberg" der Südwesttextil. Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Oliver Dawid: "Als Verband ist es für uns selbstverständlich, unsere Mitgliedsunternehmen in ihrem nachhaltigen Wandel zu unterstützen. Mit 'Textil für morgen' bieten wir einen Rahmen und eine Plattform für die Zusammenarbeit."

Andreas Merkel sieht in der Zusammenarbeit regional ansässiger Unternehmen auch eine Lösung für die zweite große Herausforderung seiner Branche, der Nachhaltigkeit. "Kooperation ist der einzige Weg, um eine Kreislaufwirtschaft zu erreichen und eine nachhaltige Textilindustrie zu gestalten".

Einen technischen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet Gebr. Otto bereits mit seinem Garn re cot 2, das zu 25 Prozent aus Prozessabgängen besteht. Ein Kilogramm fertiges re cot 2 -Textil bringt es auf eine Wasserersparnis von rund 5 000 Litern. Das hat die Uni Ulm, Projektpartner in Sachen re cot 2, errechnet. In punkto Energieeinsatz liegt die Ersparnis bei zehn bis 20 Prozent.

Solche technischen Innovationen – für re cot 2 bedurfte es eines eigens entwickelten Spinnverfahrens – gehören bei Gebr. Otto zum Selbstverständnis. "Innovation und Kooperation sind zentrale Bausteine unseres Erfolgs", stellt Andreas Merkel klar.

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