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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.03.2021
Lesedauer
3 Minuten
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Stella McCartney rechnet nach vorpandemischen Verlusten mit "langsamer" Erholung

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.03.2021

Das am Freitag veröffentlichte Geschäftsergebnis von Stella McCartney für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2019 weist rückläufige Umsatzzahlen und höhere Verluste auf. Angesichts der zahlreichen Veränderungen, die das Unternehmen 2019 erlebte, ist unklar, inwiefern diese Zahlen für die Zukunft aussagekräftig sind.


Stella McCartney - Herbst/Winter 2020 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


Wichtiger war die Erklärung des Unternehmen, der Covid-19-Ausbruch Anfang 2020 habe die Geschäftstätigkeit erheblich belastet. Es rechne mittelfristig mit einer "langsamen" Erholung des Umsatzniveaus. Das ist insofern enttäuschend, als Stella McCartney vor dem Ausbruch der Pandemie von "guten Fortschritten" bei der Umsetzung der Strategie berichtet hatte.

Der digitale Umsatz habe sich im vergangenen Jahr gut entwickelt und die Geschäftstätigkeit konnte dadurch in allen Märkten ununterbrochen fortgesetzt werden. Doch konnten auch die guten Onlinezahlen den während der Ladenschließungen verzeichneten Nachfragerückgang nicht vollständig ausgleichen. Es ist zu erwarten, dass das Unternehmen in einem Jahr an dieser Stelle von einem deutlicheren Umsatzrückgang und höheren Verlusten berichten wird, auch wenn Stella McCartney nicht auf diese Frage eingegangen ist.

Die Auswirkungen des Brexit scheinen für die Marke kein Grund zur Sorge zu sein. Weniger als 5 Prozent des in den Läden erzielten globalen Umsatzes seien auf grenzüberschreitende Güterbewegungen nach Großbritannien angewiesen. Darüber hinaus wird der Großteil der Produkte innerhalb der EU hergestellt, so kommt das Label in den Genuss der im Rahmen des EU-Austritts des Landes vereinbarten zoll- und quotenfreien Handelsbedingungen.

Fest steht auch, dass Stella McCartney über ausreichende Mittel verfügt, um die Krise auszustehen. Gestützt wird das Unternehmen dabei vom Mutterkonzern Anin Star Holding Limited, der die erforderlichen Liquiditäten zur Verfügung stellt.

Die Anin Star Holding übernahm im Berichtsjahr im Rahmen des im Frühjahr 2018 angekündeten Übernahmedeals die verbleibenden 50 Prozent der Anteile an Stella McCartney Limited von Kering, die andere Hälfte befand sich bereits in ihrem Besitz. Die Transaktion mit Anin Star, das zu jenem Zeitpunkt im Besitz von McCartney war, wurde im Juli 2019 abgeschlossen. Seither übernahm eine LVMH-Tochter 49 Prozent des Mutterkonzerns.

Konkret ging der Umsatz des Unternehmens im Geschäftsjahr 2019 von GBP 42,59 Millionen (EUR 49,39 Mio.) im Vorjahr um zehn Prozent auf GBP 38,19 Millionen (EUR 44,28 Mio.) zurück. Im Vergleich dazu erzielte McCartney an dieser Stelle ein Jahr zuvor einen Anstieg um 0,2 Prozent. Der Vor- und Nachsteuerverlust belief sich auf GBP 31,92 Millionen (EUR 37,01 Mio.), wo im Vergleichsjahr ein Vorsteuerverlust von GBP 10,88 Millionen (EUR 12,61 Mio.) und ein Nachsteuerdefizit in Höhe von GBP 10,98 Millionen (EUR 12,73 Mio.) erzielt wurden.

Diese Entwicklung ist, angesichts des "deutlichen" Anstiegs der Umsatzkosten und des Verwaltungsaufwands im Jahr 2019 kaum überraschend. Auch die Veränderung der Eigentumsverhältnisse wirkte sich auf den Umsatz aus.

Denn mit dem Eigentümerwechsel veränderte sich auch das Erlösmodell des Unternehmens. Bis 2018 erhielt Stella McCartney von den anderen Konzerngesellschaften Lizenzgebühren im Großhandel. Ab 2019 wurden diese jedoch mit einer neuen Regelung ersetzt. Seither teilen Stella McCartney Ltd und Stella McCartney Italia SRL Restgewinne oder -verluste untereinander auf.

Es scheint, als müssten wir ein Jahr warten, um ein besseres Verständnis dieser Entwicklungen zu erlangen. Da sich diese jedoch mit den Auswirkungen der Pandemie vermischen werden, dürften die Ergebnisse auch für das laufende Jahr verzerrt sein. Hoffentlich kann Stella McCartney bis dahin mit allerlei positiven Nachrichten für die Geschäftstätigkeit 2021 und die Erholung nach der Pandemie im weiteren Verlauf des Jahres aufwarten.

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