Strunkmann & Meister übernehmen Lehner Switzerland

Vor dem Hintergrund einer möglichen Renaissance der Manufakturen hat das Bielefelder Textilunternehmen Strunkmann & Meister noch kurz vor Ende des alten Jahren den Schweizer Einsteck- und Taschentuch-Produzenten Lehner Switzerland übernommen. 

Screenshot/Strunkmann & Meister

Hinter dem Deal steckt der Investor und einstige Unternehmensberater Jan Heipcke. Als Experte für Unternehmensnachfolgen will der 36-Jährige Tradition und Handwerk bewahren und stellt die Unternehmen durch neue Vertriebskanäle oder moderne Zielgruppenansprache zukunftssicher auf – und plant, weitere Manufakturen zu
übernehmen.

Unter dem Dach seiner Holding, zu der seit 2013 auch Strunkmann & Meister gehört, will er Lehner Switzerland fit für die Zukunft machen. Mit dem Bielefelder Spezialisten für Wohnaccessoires sollen entsprechend wirtschaftlich tragfähige Synergien entstehen.

Er sei kein klassischer Investor, betont Heipcke. Als er Strunkmann & Meister übernahm, stand der Betrieb nahezu vor dem Aus.

"Ich erwerbe interessante Betriebe mit Potenzial und richte sie so aus, dass sie auch noch die nächsten 50 Jahre existieren können. Dabei bin ich operativ selbst in den Unternehmen aktiv", erklärt Heipcke. 

Nun folgt also Lehner Switzerland. Da die kleine Schweizer Manufaktur aus Appenzell bereits seit mehr als 30 Jahren Lieferant des Bielefelder Unternehmens ist, kannte Heipcke die "hochwertigen Produkte und das Potenzial".

Heipcke flog in die Schweiz, setze sich in eine Appenzeller Bergbahn und traf sich mit den damaligen Inhabern. Zwei Monate später wurde damit begonnen, Lehner bei Strunkmann & Meister zu integrieren.

"Wir haben bei Strunkmann & Meister die Kompetenz in der Verarbeitung von Stoffen dank Mitarbeiterinnen, die teilweise über 40 Jahre bei uns arbeiten", sagt Heipcke.

Ähnlich wie bei Strunkmann & Meister will er das Unternehmen strategisch neu ausrichten und seine Erfahrung in operativer Steuerung einbringen – etwa mit einem neuen Online-Shop oder der Ansprache neuer Zielgruppen über Social-Media-Aktivitäten und Newsletter. Gleichzeitig nutzt er Synergie-Effekte durch bestehende Verbindungen zu Kunden und im Einkauf. 

Neben Lehner Switzerland und Strunkmann & Meister, das Heimtextilien wie Tisch- und Bettwäsche oder Stofftaschentücher für Privatkunden produziert, aber auch für das englische Königshaus oder das Bundeskanzleramt, hat Heipcke bisher die Manufakturen Klar Seifen, Edel Naturwaren und RS Vital übernommen.

"Diese Unternehmen sind für die Zukunft gut aufgestellt. Wir punkten bei den Verantwortlichen vor allem mit unseren bisherigen Erfolgen. Ihnen wird dadurch schnell deutlich, dass wir einhalten, was wir versprechen", sagt Heipcke.
 

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