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Superdry fährt in Übergangsphase Verluste ein

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 10.07.2019
Lesedauer
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Die Jahresergebnisse von Superdry fielen wie erwartet schlecht aus, doch zeigt das "Neustart"-Jahr laut Unternehmen bereits erste Ergebnisse. Ziel sei es, vom käufergesteuerten Ansatz wegzusteuern, den Onlineumsatz anzukurbeln, die Marketingausgaben zu erhöhen und sich neu aufzustellen.


Superdry


Der Umsatz von Superdry wird noch schärfer beobachtet als normalerweise. Aufgrund des starken Drucks, dem das Unternehmen ausgesetzt war und der Rückkehr von Mitbegründer Julian Dunkerton, wurde dem Lagebericht des Unternehmens besondere Beachtung geschenkt.

Im Geschäftsjahr 2019 (Stichtag: 27. April 2019) erzielte der Konzern einen Umsatz von fast GBP 872 Millionen (EUR 970 Mio.), was mit dem Vorjahreswert vergleichbar ist. Die Bruttomarge verschlechterte sich von 58,1 Prozent auf 55,6 Prozent. Der bereinigte Jahresüberschuss vor Steuern sank von GBP 97 Millionen (EUR 108 Mio.) auf GBP 41,9 Millionen (EUR 46,6 Mio.) und der ausgewiesene Vorsteuerverlust betrug GBP 85,4 Millionen (EUR 95,0 Mio.). Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Gewinn von GBP 65,3 Millionen (EUR 72,7Mio.) erzielt.

Im Einzelhandel sank der Umsatz um 2,2 Prozent auf GBP 536,7 Millionen (EUR 597,1 Mio.), wobei in den eigenen Geschäften ein Rückgang um 3,7 Prozent auf GBP 373 Millionen (EUR 415 Mio.) zu verzeichnen war und im Onlinehandel ein Plus von 1,6 Prozent auf GBP 163,7 Millionen (EUR 182,1 Mio.). Der Umsatz auf vergleichbarer Fläche (like-for-like, LFL) schrumpfte um 9,6 Prozent.

Im größten Absatzmarkt, Großbritannien/Irland, ging der Umsatz bei anhaltend negativer LFL-Leistung in den Läden und einem deutlichen Abschwung im Onlinehandel im zweiten Halbjahr um 8,2 Prozent zurück.

In Europa verbesserte er sich um 4,7 Prozent, wobei die gute Entwicklung in Frankreich und Deutschland die relative Schwäche des Unternehmens in kleineren EU-Märkten wett machte. Auch in Nordamerika ergab sich ein starkes Umsatzwachstum, getragen durch neueröffnete Läden, die die LFL-Rückgänge in diesem Markt ausglichen. Der enttäuschende Onlinehandel trübte jedoch die allgemeine Leistung. Diese Schwäche lässt sich mit dem durch den Übergang zum In-Market-Fulfillment stark eingeschränkten Angebot erklären.

Im Großhandel stieg der Umsatz in den Key Accounts um 3,6 Prozent auf GBP 335 Millionen (EUR 373 Mio.). Das Wachstum in den USA und Europa glich den Rückgang in Großbritannien aus.


Superdry



EIN SCHWIERIGES JAHR

"In einem schwierigen Einzelhandelsumfeld profitierte das Unternehmen im ersten Halbjahr von Rabatten und Flächenwachstum, in der zweiten Jahreshälfte folgten dann schwache Ergebnisse in allen Kanälen", so die Analyse von Superdry.

Dennoch ist es schwierig vorherzusagen, wie sich die Situation weiter entwickelt. Die neue Geschäftsleitung verfolgt seit der Rückkehr von Julian Dunkerton vor ein paar Monaten eine komplett andere Strategie.

Für Dunkerton steht fest, dass "die Schwierigkeiten des Unternehmens nicht über Nacht gelöst werden können". Er erklärte, er und der zweite Gründer des Labels, James Holder, hätten "den bisherigen käuferzentrierten Ansatz umgekehrt, um zu einem designbasierten Konzept zurückzufinden. Wir haben das Super Design Lab und unsere außergewöhnlichen internen Creative Teams wieder an Bord gebracht und fokussieren auf die Produktqualität, für die die Marke berühmt wurde. Wir produzieren ununterbrochen innovative markenfördernde Produkte und Capsule Collections. Wir gehen auch unsere Geschäftsprozesse kritisch an, verkürzen die Durchlaufzeiten und entwickeln modernste, kommerzielle Markenprodukte".

ERSTE ERGEBNISSE

Die entscheidende Frage ist nun, ob diese Maßnahmen bereits Auswirkungen zeigen. Julian Dunkerton erklärte, das Unternehmen verspüre, dass sie "langsam in Gang kommen" und Chairman Peter Williams ergänzte, dass die Ergebnisse zwar unbestreitbar enttäuschend ausgefallen sind, er jedoch auch weiterhin daran glaube, dass das Unternehmen "eine starke Zukunft" hat.

Wie bereits erwähnt ist das Geschäftsjahr 2020 für das Unternehmen ein Übergangsjahr. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass im laufenden Jahr eine bedeutende Verbesserung erzielt wird, so Peter Williams.

Es gibt frühe "wenn auch bescheidene positive Ergebnisse aus den neuen Maßnahmen im Einzelhandel". Superdry geht davon aus, dass der Konzernumsatz "im Geschäftsjahr 2020 durch die Ausgleichung des Gewichts der Werbeangebote sowie die Stärkung der Marke leicht zurückgeht". Der "konsequentere Vollpreis-Ansatz im Einzelhandel wird die Bruttogewinnmarge fördern, die zum Teil durch den Verwässerungseffekt des Kanalmixes zum Großhandel hin ausgeglichen wird".  

Im laufenden Jahr will sich das Unternehmen über die Neuausrichtung der Marke hinaus auch stärker auf den wichtigen digitalen Wachstumsmarkt konzentrieren. Hierfür überarbeitet Superdry seine Website und bedient diese mit Produkten, die bislang in Warenhäusern festsaßen. Dieser Zusatzbestand konnte zum vollen Preis verkauft werden.

Dies ist ein weiterer zentraler Fokus für das Unternehmen, das seine Produkte in Zukunft sofern möglich zum vollen Preis verkaufen will. Im laufenden Jahr soll deshalb die Nachfrage angekurbelt werden, aber auch Investitionen in die Marke und in Marketingtätigkeiten sollen zielführend sein.

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