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Swatch: Wettbewerbskommission hebt Lieferverbot für Uhrwerke auf

Von
Reuters
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
16.07.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Swatch darf fortan mechanische Uhrwerke ohne Einschränkungen ausliefern. Die Gruppe darf aber ihre Marktposition nicht durch die Preisunterbietung ihrer Konkurrentinnen ausnutzen, wie die Schweizerische Wettbewerbskommission WEKO am Mittwoch mitteilte.


Swatch muss aufgrund ihrer marktbeherrschenden Position weiterhin zentrale Uhrwerkskomponenten – sogenannte Assortiments – für die gesamte Branche liefern - Omega


Das Urteil beendet einen langjährigen Streit zwischen dem weltgrößten Uhrmacher und dessen Hauptkonkurrenten in der Herstellung von Uhrwerken, Sellita.

Seit 2013 haben sich alternative Zulieferer für mechanische Uhrwerke – die winzigen Mechanismen, die dafür sorgen, dass Uhren ohne Batterien ticken – etabliert, so die WEKO in einer Mitteilung. Aufgrund ihrer Produktionskapazität bleibe die Swatch Group-Tochter ETA jedoch marktbeherrschend.

Swatch habe das Urteil zur Kenntnis genommen.

Sellita-Chef Miguel Garcia erklärte, es sei wichtig, dass ETA noch immer als marktbeherrschend bezeichnet werde. Denn dies bedeute, dass das Unternehmen weiterhin der kartellrechtlichen Kontrolle unterstehe.

Der Börsenwert der Swatch Group verbesserte sich um 6,5 Prozent um 15 Uhr WEZ, sie schnitt somit besser ab als die Gesamtbranche.

Eine 2013 genehmigte einvernehmliche Regelung mit der WEKO sah vor, dass die Swatch Group die Lieferverpflichtungen für Uhrwerke schrittweise einstellen kann und ab 2020 keine Lieferverpflichten mehr bestehen. Doch war die WEKO nicht in der Lage, die komplizierten Untersuchungen termingerecht abzuschließen. Im Dezember verhängte die Kommission für 2020einen Lieferstopp für ETA.

Auf die Frage, ob die Swatch Group diese Freiheit nutzen könnte, um den Markt mit Uhrwerken zu überschwemmen und so der Konkurrenz zuzusetzen – besonders im Nachfeld der COVID-19-Krise, die zu dieser Überkapazität geführt hat – erklärte die WEKO, dass sich die Branche seit mehreren Jahren auf diese Entwicklung vorbereiten konnte und Swatch ihre marktbeherrschende Situation nicht ausnutzen dürfe.

Die Swatch Group muss aufgrund dieser marktbeherrschenden Stellung weiterhin zentrale Uhrwerkskomponenten – sogenannte Assortiments – für die gesamte Branche liefern.
 
Bei Beschwerden könne die WEKO die Entscheidung fassen, Assortiments erneut zu untersuchen.

Jon Cox, Analyst bei Kepler Cheuvreux, erklärte, die Marktliberalisierung ermögliche es der Swatch Group, ihre Kapazitätsauslastung und Rentabilität durch den Verkauf an Dritte zu verbessern. Je nach Nachfrage könne Swatch die Elemente auch vermehrt für die eigene Marke verwenden.

Am Dienstag veröffentlichte Swatch für das erste Halbjahr 2020 einen Umsatzrückgang um 46 Prozent und erstmals in seiner Geschichte einen Nettoverlust.

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