Ted Baker: Durchwachsene Ergebnisse nach Umarmungs-Polemik

Die Polemik um die Umarmungskultur bei Ted Baker schickt den Aktienpreis auf Talfahrt. Am Donnerstag veröffentlichte das Unternehmen dennoch Ergebnisse, die auf eine "robuste Performance" hinweisen, und dies "trotz des schwierigen externen Handelsumfelds". Bedeutet dies, dass es dem Unternehmen, dessen CEO Ray Kelvin beschuldigt wird, Mitarbeitende in unangemessener Weise zu umarmen, wieder besser geht?


Ted Baker

Nicht ganz – obwohl einige positive Anzeichen der veröffentlichten Ergebnisse am Donnerstag für eine Erholung des Aktienwert sorgten. Es ist nicht zu übersehen, dass ein bedeutender Anteil der schlechten Nachrichten mit dem Timing der Lieferungen zusammenhing.

Vom 11. August bis 1. Dezember fiel der Konzernumsatz um 0,2 Prozent, bzw. währungsneutral um 0,4 Prozent. Das ist zwar kein gutes Ergebnis, doch deckt der Berichtszeitraum auch den letzten Sommermonat (August) ab, als sich das Wetter nicht so richtig zwischen Sommer und Herbst entscheiden wollte, wie auch die ersten Herbstwochen, die deutlich zu mild ausfielen.

Doch wie erklärt das Unternehmen seine schwache Leistung? Ted Baker erklärte, der träge Absatz "widerspiegelt den durch die zeitliche Abwicklung der Lieferungen erwarteten Rückgang im Großhandel, der durch die Ergebnisse im Einzelhandel weitgehend ausgeglichen wurde". Dies ungeachtet der "weiterhin schwierigen externen Handelsbedingungen in unseren Märkten. In Großbritannien, Europa und der Ostküste der USA wurde der Umsatz zu Beginn des Berichtszeitraums durch das für diese Jahreszeit unübliche Wetter beeinträchtigt. Der Handel in Großbritannien wird weiterhin durch die in den Medien ausgehend behandelten Schwierigkeiten einiger unserer Handelspartner belastet".

Was bedeutet dies konkret? Der Einzelhandelsumsatz einschließlich Onlinehandel stieg um 2,3 Prozent (bzw. währungsneutral um 2,1 Prozent) und die durchschnittliche Quadratmeterzahl im Einzelhandel um 5,2 Prozent auf knapp 40 m², was auf einen deutlichen flächenbereinigten Umsatzrückgang in den Läden hindeutet.

Der Onlineumsatz, der "einen integralen und immer bedeutenderen Bestandteil" des Einzelhandelskanals ausmacht, stieg um 18 Prozent (währungsneutral um 15,3 Prozent) und entsprach im Berichtszeitraum 30,3 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes. Im Vorjahr betrug dieser Wert 26,3 Prozent.

Das ist die wohl beste Nachricht aus dem Bericht, wenn da nicht noch die Tatsache wäre, dass "der gesamte Einzelhandel in den letzten acht Wochen des Berichtszeitraums um 4 Prozent anstieg, da das Wetter wieder verstärkt der Jahreszeit entsprach". Jedes Anzeichen, dass der Gesamtumsatz und insbesondere der Umsatz in den Läden angesichts des schwierigen Einzelhandelsumfelds ansteigen kann, ist zu begrüßen.

Wie das Unternehmen bereits erwartete, sank der Großhandelsumsatz aufgrund der früheren Großhandelslieferungen im ersten Halbjahr um 6,5 Prozent (währungsneutral um 7 Prozent). Doch geht die Marke für das Gesamtjahr weiterhin von einem Großhandelswachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich aus.

Mit Blick auf den internationalen Markt bestätigte Ted Baker, dass die Produkt- und regionalen Lizenzen "weiter gut abschneiden und von der globalen Stärke und Anziehungskraft der Marke zeugen". In Indien, im Kosovo, in Saudi-Arabien, Singapur und Südkorea wurden neue lizenzierte Filialen eröffnet.

Und was sagte Ray Kelvin über diese Ergebnisse und über die Schwierigkeiten, mit denen er zurzeit konfrontiert ist? Nicht viel: "Wir freuen uns über die weitere Expansion, die die Stärke der Marke Ted Baker, des Designs und der Qualität unserer Kollektionen widerspiegelt". Dann fügt er an: "Die Investments in unser flexibles Geschäftsmodell gewährleisten, dass die Ted-Kunden über zahlreiche Kanäle verfügt, um mit der Marke zu interagieren, was unser langfristiges Wachstum stützt. Unser weltweites Onlinehandelsgeschäft wächst weiterhin und wird von der digitalen Marketingstrategie und einzigartigen Stores als Schaufenster für Ted Baker ergänzt".

Der Bericht enthielt außerdem einen Verweis darauf, dass das Unternehmen die führende unabhängige Anwaltskanzlei Herbert Smith Freehills LLP damit beauftragt habe, "eine unabhängige externe Untersuchung der eingegangenen Berichte" (bezüglich der Umarmungskultur im Unternehmen) durchzuführen. Die Kanzlei wird diesbezüglich einem von Sharon Baylay geführten Ausschuss nicht exekutiver Verwaltungsratsmitglieder Bericht erstatten.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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