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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
10.09.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Tendam stellt auf Multibrand-Plattform um

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
10.09.2020

Überraschend kündigte die Tendam-Gruppe eine neue Strategie für ihre Online-Verkaufsplattform an. Das spanische Mode-Konglomerat, zu dessen Portfolio die Marken Cortefiel, Pedro del Hierro, Springfield, Women’secret, Fifty und Hoss Intropia zählen, wird zum Multibrand-Onlinehändler.


Die Online-Shops von Tendam öffnen sich für konzernexterne Marken - Tendam


Es handelt sich um einen der radikalsten Schritte, den ein spanisches Modeunternehmen seit Beginn der Coronavirus-Krise ergriffen hat: Ab diesem Herbst bieten die Webstores der Marken Cortefiel, Springfield und Women’secret in ihrem Katalog Artikel konzernexterner Marken aus dem In- und Ausland an. Ab 2021 wird auch die Plattform von Fifty für externe Marken geöffnet.

Tendam hatte bereits in der Vergangenheit verschiedene Testläufe mit Marken wie Wrangler, Champion und Hemper durchgeführt. Neu dazu kommen bald Levi’s und Dockers, Jack&Jones, Only, Vero Mode, Mamalicious und Selected Home. Und für Tendam soll dies nur der Anfang sein: Das Angebot soll Schritt für Schritt um neue Marken erweitert werden. Laut Informationen einer Pressemitteilung vom 8. September führt das Unternehmen bereits "Gespräche mit anderen Marken".

Eine riskante Strategie?



Die Initiative geht auf Pedro Esquivias, Leiter Kundenerfahrung bei Tendam, zurück. Er erklärt, dass die neuen Produkte gestützt auf die Vorlieben und Interessen der verschiedenen Ketten sorgfältig ausgewählt werden. "Unsere Kunden profitieren auch weiterhin von allen Vorteilen und Vorzügen des Online-Kaufs bei Tendam", ergänzt der Manager. Zu diesen Vorteilen zählen die kostenlose Lieferung und Rücksendung der Produkte in den physischen Verkaufsstellen, der Kunden-Support, Sonderangebote für treue Kunden und die Möglichkeit, mit dem Treueprogramm Punkte zu sammeln. Einige der neuen Marken, die in das Onlineangebot aufgenommen werden, können darüber hinaus auch in den physischen Verkaufsstellen gekauft werden.

Doch birgt diese Diversifizierungs-Strategie nicht das Risiko von Image-Identifikationsschwierigkeiten für die betreffenden Ketten bzw. einer direkten Konkurrenz mit Marken, die im selben Segment aktiv sind? Um diesem Risiko vorzubeugen, will Tendam die "Omnichannel-Strategie des Konzerns stärken und die Attraktivität der Online-Plattformen erhöhen, was über Skalenvorteile für die Online-Aktivitäten ermöglicht" werden soll.

Der Konzern ist bestrebt, sich als Partner der Wahl für ausländische Marken zu positionieren, die ihre Tätigkeit in Spanien und Portugal ausbauen wollen. Weiter will er ein Schaufenster für kleinere Marken bieten, die ihre Visibilität verbessern möchten. Gemäß den jüngsten Konzernergebnissen erzielen die Onlineshops von Tendam einen Umsatz von EUR 100 Millionen pro Jahr und verzeichnen über 125 Millionen Unique Visitors und 6 Millionen Kunden in der Datenbank. Über die Hälfte der online aufgegebenen Bestellungen werden in den 950 Stores des Konzerns in Spanien und Portugal abgeholt. Knapp 75 Prozent der Rücksendungen werden außerdem in den Läden aufgegeben. Tendam will seine zukünftigen Partnermarken mit der Effizienz seines Logistik-Netzwerks und dem hochwertigen Kundenstamm überzeugen.

Der Konzern wird in 2000 Verkaufsstellen (eigene Stores, Franchisen und Online-Stores) in über 70 Ländern vertrieben. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Tendam einen Umsatz von EUR 1,187 Milliarden. In den kommenden Jahren plant der Konzern, seinen Online-Umsatz zu verdreifachen, doch rechnet er nicht damit, dass sich die Lage in der Branche vor 2022 wieder normalisiert. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert der Konzern einen Umsatzrückgang um 25 bis 35 Prozent.
 

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