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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
20.04.2021
Lesedauer
5 Minuten
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Thierry Andretta über Mulberrys neues "Made to Last"-Manifest

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
20.04.2021

Kann eine Tasche die Welt retten? Vermutlich nicht, aber sie kann zumindest verhindern, dass sie noch mehr verschmutzt wird.

Das ist das Ziel der britischen Luxusmarke Mulberry, die am Dienstag ihr neues "Made to Last"-Manifest vorstellte, das zeitlich mit ihrem 50-jährigen Jubiläum zusammenfällt.


Mulberry CEO Thierry Andretta - Photo: Mulberry


 
Dabei geht es um den Aufbau einer Lieferkette, die alle Stufen von der Kuhzucht bis zum fertigen Produkt umfasst, was laut Thierry Andretta, dem CEO des Hauses, sowohl für die Zukunft des Unternehmens als auch für die Zukunft des Planeten essentiell sei.
 
"Die Wahrheit ist, dass Mulberry schon immer "Made to Last" war. Dieses Manifest ist die 2021er Version von etwas, das vor 50 Jahren seinen Anfang nahm.  Die Marke begann mit der Verwendung von Verschnitt und den Überresten der Schuhlederindustrie aus Somerset. Vom ersten Tag an haben wir einen lebenslangen Service angeboten, wobei der Schwerpunkt auf der Langlebigkeit unserer Produkte lag. Deshalb haben wir vor drei Jahren mit der Arbeit an diesem Projekt begonnen", erklärt Thierry Andretta.

Das erste Produkt, das aus dieser Initiative hervorging, die Portobello-Tasche, war bei den Kunden so beliebt, dass sie innerhalb von 48 Stunden online ausverkauft war. Die Portobello ist eine weiche Tragetasche, die die Form einer Einweg-Plastiktüte nachahmt und zu 100 % aus nachhaltigem Leder besteht.


Mulberrys Portobello Bag erschien 2019 - Photo: Mulberry



Mulberry wurde 1971 in Somerset von Roger Saul gegründet, der damit begann, Lederaccessoires aus Abfällen und Resten auf dem Küchentisch seiner Mutter zusammenzunähen, und entwickelte sich zu einer ikonischen britischen Marke, die für ihre funktionellen Taschen bekannt ist – insbesondere für die Modelle Poacher, Binocular und Dispatch.
 
"Der Markt verlangt immer noch nach Leder, also dachten wir uns: 'Lasst uns bei der Herstellung Leder mit einem geringen CO2-Fußabdruck verwenden und unsere gesamte Beschaffung mit voller Transparenz durchführen'", fügt Andretta hinzu.
 
Die Marke hat zudem Mulberry Exchange eingeführt, eine In-Store- und digitale Plattform, die authentisch restaurierte Taschen mit neuen Besitzern zusammenbringt.
 
"Dies ist ein wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft. Jetzt reparieren wir jedes Jahr über 10.000 Taschen. Die Menschen haben eine große Zuneigung zu bestimmten Taschen, und wir haben herausgefunden, dass fast 99% repariert werden können", betonte der CEO und erinnerte sich an einen Besuch in der Reparaturabteilung von Mulberry in Somerset, wo sich The Rookery, die Produktionsstätte der Marke, befindet.


Die "Made to Last"-Kampagne von Mulberry - Photo: Mulberry


 
"Innerhalb von drei Stunden wurde ich Zeuge, wie eine Tasche komplett zerlegt wurde und sie das Futter austauschten und wieder zusammensetzten", staunte er.
 
"Die jüngere Generation liebt Secondhand-Läden und Flohmärkte. Genau das ist es, worum es in der Kreislaufwirtschaft geht: einer einst beliebten Tasche neues Leben einzuhauchen. Es stellte sich heraus, dass wir auf eBay sehr gute Preise erzielten", fügte Andretta hinzu, der auch eine Partnerschaft mit der Luxus-Wiederverkaufsplattform Vestiaire Collective eingegangen ist.
 
Eine der wichtigsten Initiativen von Made to Last ist die Zusammenarbeit mit ökologisch verantwortungsbewussten Farmen, um die Menge an Kohlenstoff, die bei der Herstellung des von der Marke verwendeten Leders ausgestoßen wird, drastisch zu reduzieren.
 
Aus diesem Grund hat sich Mulberry mit der Scottish Leather Group, dem größten Lederhersteller Großbritanniens, und dem strategischen Partner Muirhead zusammengetan, um Taschen zu entwickeln, die von lokalen Farmen stammen, die regenerative Landwirtschaft betreiben. Diese neuen Produkte werden später in diesem Jahr in die Läden kommen.
 
"Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, die das Team geleistet hat. Die Verwendung des kohlenstoffärmsten Leders der Welt ist richtig und sinnvoll und schließt den Kreislauf. Die Nachfrage nach veganem Leder ist weniger geworden. Die Qualität ist noch nicht ganz da. Und wir haben Pilzleder auf Haltbarkeit getestet", so der CEO, der fließend Englisch mit französisch-italienischem Akzent spricht.


In der Reparaturwerkstatt von Mulberry - Photo: Mulberry



Thierry Andretta ist eine erfahrene Führungskraft im Luxusbereich und kam vor sechs Jahren zu Mulberry. Er war unter anderem vier Jahre lang CEO von Lanvin, Chief Executive beim italienischen Juwelier Buccellati und arbeitete bei Moschino, Gucci, LVMH und Celine.

Bei einer Zoom-Präsentation von Mulberry am Dienstagmorgen sprach auch Dr. Warren Bowden, ein anerkannter Umweltschützer und Sustainable Director der Scottish Leather Group.
 
"Hier bei Muirhead haben wir durch unsere florierende Industrie eine Auswirkung auf die ganze Welt. Wir planen, bis 2025 zu 100 % CO2-neutral zu sein. Das erreichen wir durch die Beschaffung von lokalen Farmen und von grasgefütterten Rindern, während wir die höchsten Standards der Rückverfolgbarkeit bieten", sagt Warren Bowden voraus.
 
Wie jede Luxusmarke litt auch Mulberry unter der Pandemie, dennoch konnte das Haus ein rasantes Wachstum bei den Online-Verkäufen verzeichnen.
 
"Vor zwei Jahren machte der digitale Bereich 23 % unseres Umsatzes aus, während es bei vielen anderen Marken weniger als 10 % waren. Wir haben auch ein voll integriertes Serviceangebot, und das verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil, insbesondere in den USA, China, Japan und Korea. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2020 machten die E-Commerce-Verkäufe bereits mehr als 50 % unseres Umsatzes aus", so Andretta.


Eine der wichtigsten Initiativen von Mulberry ist die Zusammenarbeit mit umweltfreundlichen Farmen. Andrew und Robert Brewster sind Partnerlandwirte der Marke. Photo - Mulberry


 
Im Jahr 2019 erreichte der Umsatz von Mulberry fast 165 Millionen Pfund, also über 195 Millionen Euro.
 
Mulberry ist börsennotiert und hat einen Streubesitz von weniger als 10%. Dennoch erregte die Aktie im vergangenen Jahr großes Interesse am Markt, als die Fraser Group von Mike Ashley ihren Anteil auf 37% an der Lederwarenmarke erhöhte. Trotz anfänglicher Spekulationen machte Ashley jedoch kein vollständiges Übernahmeangebot für die Marke, die zu 56% im Besitz von Challice Limited bleibt.
 
Thierry Andretta spricht im Zusammenhang mit der Beteiligung des britischen Milliardärs von einem "Vertrauensbeweis für das Unternehmen".
 
In diesem Frühjahr konnte Mulberry seine Kette mit rund 100 Geschäften schrittweise wiedereröffnen und ist international mit Ausnahme von Frankreich und Norwegen vollständig geöffnet. Außerdem eröffnete Mulberry gerade neben Fendi im riesigen South Coast Plaza, dem größten Einkaufszentrum an der Westküste der Vereinigten Staaten.
 
"Unsere zukünftige Expansion wird sich auf Asien konzentrieren, und zwar hauptsächlich auf China. Die Chinesen sind nicht auf Reisen und werden es auch so bald nicht sein. Und wenn sie reisen, dann meiner Meinung nach weniger, um zu shoppen, sondern mehr, um Kultur zu erleben", argumentiert der CEO.
 
 

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