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Tiffany fordert höheres Kaufangebot von LVMH

Von
Reuters API
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 07.11.2019
Lesedauer
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Gut informierten Quellen zufolge bat Tiffany & Co den Bulgari-Mutterkonzern LVMH, das Kaufangebot in Höhe von USD 14,5 Milliarden zu verbessern, da dieses deutlich unter dem Wert der Schmuckkette liege.


Reuters


Der Vorstand von Tiffany sei zum Schluss gekommen, dass das auf einen Wert von USD 120 pro Aktie gestützte Angebot von LVMH zu niedrig sei, um als Gesprächsgrundlage zu dienen. Das Schmucklabel informierte den Luxuskonzern, dass es Einsicht in seine Bücher gewähren könnte, wenn LVMH das Angebot überarbeitet.

LVMH bleibe am Ball und arbeite an einem neuen Angebot. Welche genauen Beträge dabei besprochen werden, wurde nicht enthüllt. Weitere Quellen berichteten, dass der Schlüssel für eine erfolgreiche Verhandlung für den Tiffany-Vorstand bei einem Wert von USD 140 pro Aktie liege (was dem im vergangenen Jahr erreichten Wert entspricht).

Da die Verhandlungen vertraulich sind, wollten die zitierten Quellen anonym bleiben. Tiffany und LVMH kommentierten die Angaben nicht sofort.

Laut dem Beratungsunternehmen Bain & Co. bildete die Schmucksparte im Jahr 2018 eines der stärksten Segmente der Luxusbranche. Es geht davon aus, dass der vergleichbare Umsatz im USD 20 Milliarden schweren globalen Markt im laufenden Jahr um 7 Prozent ansteigt.

Das 1837 in New York gegründete Unternehmen erlangte nicht zuletzt durch den Film "Breakfast at Tiffany’s" mit Audrey Hepburn im Jahr 1961 Weltruhm. Seit 2015 kämpfte es mit sinkenden Jahresumsätzen und Gewinnzahlen. 2017 gelang der Turnaround.

Unter dem Geschäftsführer Alessandro Bogliolo, dem ehemaligen Chef der Modemarke Diesel und ehemaligen Mitarbeiter von Bulgari, baute Tiffany das Online-Geschäft aus und versucht nun mit kostengünstigeren Anhängern und Ohrringen sowie neuen Designs, jüngere Käufer anzusprechen.

LVMH ist jedoch der Überzeugung, dass Tiffany mehr in die Transformation und in das Marketing seiner Marken investieren muss, und dass dies dem Unternehmen nur als Teil von LVMH gelingen kann.

Mit der Übernahme von Bulgari im Jahr 2011 baute LVMH den kleinsten und jüngsten Geschäftsbereich des Konzerns, Schmuck und Uhren, aus. Zum Portfolio zählen auch die Uhrenmanufakturen Hublot und Tag Heuer.

Insgesamt erwirtschaftete diese Sparte im Geschäftsjahr 2018 9 Prozent des Umsatzes und 7 Prozent des Gewinns von LVMH. Dies entspricht einem Fünftel des Gewichts des Kerngeschäfts mit Mode und Handtaschen, zu dem Marken wie Christian Dior, Givenchy und Louis Vuitton zählen.

Die Übernahme von Tiffany würde die Positionierung von LVMH im Bereich Brautschmuck und Diamanten verbessern, wie auch den Kontakt zu amerikanischen Luxus-Kunden. Sollte ein Übereinkommen getroffen werden, will LVMH Bulgari und Tiffany als separate Einheiten weiterführen, wie eine der zitierten Quellen bestätigte.

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