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Tiffany-Übernahme durch LVMH droht zu platzen

Von
DPA
Veröffentlicht am
09.09.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Die milliardenschwere Übernahme der US-Edeljuwelierkette Tiffany durch den französischen Luxusgüterkonzern LVMH droht zu platzen. Nach "einer Reihe von Vorkommnissen" sieht sich der Pariser Luxusgigant (Christian Dior, Fendi) derzeit nicht in der Lage, Tiffany zu kaufen, wie der Konzern am Mittwoch in Paris mitteilte. Zuvor war der Verwaltungsrat zusammengekommen, um die geplante Investition im Zuge der jüngsten Entwicklungen zu überprüfen. Tiffany zieht nun dagegen vor Gericht.

Tiffany


LVMH, die Gruppe des französischen Milliardärs Bernard Arnault, hatte im vergangenen November angekündigt, Tiffany für 16,2 Milliarden US-Dollar (rund 13,7 Mrd Euro) kaufen zu wollen. Es wäre der teuerste Deal in der Geschichte von LVMH. Arnault hatte damals euphorisch Tiffany eine "amerikanische Ikone" genannt.

Beide Unternehmen bekamen die Folgen der Corona-Krise deutlich zu spüren. In den vergangenen Wochen gab es bereits Spekulationen, dass der Deal platzen könnte, da der Preis zu hoch sei und sich der Abschluss der Transaktion verzögere.

Der französische Konzern teilte in einer für Pariser Verhältnisse ungewöhnlichen Offenheit mit, dass er vom französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian aufgefordert wurde, den Kauf des US-Unternehmens über den 6. Januar kommenden Jahres hinaus zu verschieben. Hintergrund sei die US-Drohung, französische Waren zu besteuern, Details wurden nicht genannt. Washington und Paris streiten schon seit längerem über die Besteuerung von Digitalkonzernen wie Amazon oder Google. Erst im Juli hatte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer neue Strafzölle auf eine Reihe von Produkten aus Frankreich angekündigt.

LVMH nahm zudem einen Antrag von Tiffany zur Kenntnis, die Frist für den Zusammenschluss bis zum 31. Dezember zu verlängern; bisher war geplant, die Transaktion spätestens am 24. November abzuschließen. Ursprünglich sollte der Deal bereits im August vollzogen werden, Tiffany hatte aber eine Option genutzt und die Frist verlängert.

Tiffany kündigte in New York an, LVMH zu verklagen, um die Übernahme durchzusetzen. Das Unternehmen wirft den Franzosen vor, den Deal immer noch nicht bei Wettbewerbsbehörden förmlich angemeldet zu haben - das betreffe unter anderem die EU-Kommission in Brüssel, die über den fairen Wettbewerb in der Europäischen Union (EU) wacht.

Der vor 183 Jahren gegründete Juwelier ist weltweit bekannt für seine türkisfarbenen Kartons und seine Rolle im Hollywoodfilm "Frühstück bei Tiffany's". Berühmt ist das Geschäft an der New Yorker Fifth Avenue. Das Unternehmen beschäftigt rund 14 000 Mitarbeiter. LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton ist der weltweit führende Luxusgüterkonzern. Zu der Gruppe gehören unter anderem Champagnerhäuser wie Veuve Clicquot Ponsardin und Krug sowie Modehäuser wie Christian Dior, Kenzo oder Fendi.

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