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Veröffentlicht am
06.11.2019
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Tom Tailor verzeichnet starke Verluste im Geschäftsjahr 2018

Veröffentlicht am
06.11.2019

Tom Tailor bestätigt seine am 9. Oktober vorgelegten vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 und verbucht starke Verluste im Retail und Wholesale. Den größten Umsatzrückgang erleidet die Tochter Bonita.

Tom Tailor verbucht starke Verluste im Geschäftsjahr 2018 - TOM TAILOR GROUP


Ohne Berücksichtigung der Bereinigungseffekte lag der Umsatz des Unternehmens um 5,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau (2017: 654,2 Millionen Euro). Dagegen legte die Rohertragsmarge erneut zu und stieg von 53,7 auf 56,6 Prozent. Das berichtete EBITDA der Marke Tom Tailor lag mit 64,0 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres von 67,5 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 139,3 Millionen Euro (2017: 113,3 Millionen Euro).

Vor Zinsen und Steuern verzeichnete Tom Tailor einen Verlust von 216 Millionen Euro, unter dem Stich ergibt sich ein Verlust von rund 180 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2018. Ein Jahr zuvor konnte der Konzern noch einen Überschuss von 17 Mio. Euro verbuchen.

Grund für diese Entwicklung sei eine deutliche Erhöhung der Drohverlustrückstellungen in Höhe von 5,2 Millionen Euro für verlustbringende Filialen im Segment Retail sowie gestiegene Marketingaufwendungen, insbesondere im Bereich E-Commerce, erklärt das Unternehmen. Die EBITDA-Marge von 10,4 Prozent lag dagegen stabil auf dem Niveau des Vorjahres (2017: 10,3 Prozent).
 
Der Umsatz des Segments Tom Tailor Retail ging im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6,9 Prozent auf 283,0 Millionen Euro zurück (2017: 304,0 Millionen Euro). Als Grund dafür nennt Tom Tailor eine geringere Kundenfrequenz, unter anderem durch Filialschließungen. Der Umsatzrückgang konnte trotz neu eröffneter Stores nicht vollständig kompensiert werden.
 
Der Umsatz im Segment Tom Tailor Wholesale ist 2018 um 4,3 Prozent auf 335,1 Millionen Euro gesunken (2017: 350,1 Millionen Euro). Dies sei in erster Linie auf die Folgeeffekte der zu Gunsten der Profitabilität geplanten und mittlerweile umgesetzten Schließungen von regionalen Vertriebsaktivitäten und der Einstellung von Produktlinien zurückzuführen.
 
Auch der Bereich E-Commerce verzeichnete, aufgrund von Schwierigkeiten bei der Einführung einer neuen Software, einen Umsatzrückgang auf 46,3 Millionen Euro (2017: 48,7 Millionen Euro).
 
Den größten Umsatzrückgang verbuchte jedoch Sorgenkind Bonita. Insgesamt verringerte sich der Umsatz um 15,7 Prozent auf 225,7 Millionen Euro (2017: 267,7 Millionen Euro). Die Rohertragsmarge sank um 7,6 Prozentpunkte auf 62,1 Prozent (2017: 69,7 Prozent), das EBITDA lag bei -38,2 Millionen Euro (2017: 15,6 Millionen Euro). Ursächlich dafür sei neben der rückläufigen operativen Entwicklung auch eine Erhöhung der Drohverlustrückstellungen um 17,2 Millionen Euro infolge einer konservativeren Bewertung der künftigen Geschäftsentwicklung.
 
Infolgedessen habe der Vorstand der Tom Tailor Group die Restrukturierung von Bonita nochmals intensiviert und werde diese weiter konsequent vorantreiben. Parallel werden weiterhin alle wertschaffenden Optionen, einschließlich eines Verkaufs von Bonita, geprüft. Zuletzt erzielte das Unternehmen eine Einigung mit der der niederländischen Victory & Dreams International Holding, stieß beim Verkauf jedoch auf Probleme, da die Konsortialbanken eine Zustimmung verweigerten.
 
"2018 war ein schwieriges Jahr für die gesamte Modebranche und nach dem turbulenten Jahr 2019 für das Unternehmen gilt es nun, die Lage sorgfältig zu validieren und daraus die richtigen Schritte abzuleiten. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe", sagt Dr. Gernot Lenz, seit 1. November neuer CEO der Tom Tailor Group.

Die Wachstumsstrategie der Tom Tailor Group soll unter dem neuen Vorstand kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die strategischen Prioritäten bleibe dabei unverändert: Profitables Wachstum in den Kernmärkten sowie bestehenden und neuen Wachstumsmärkten (zum Beispiel Osteuropa, Russland und Spanien), Stärkung des Bereichs Damenmode und der Ausbau digitaler Vertriebskanäle.

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